Er verriet, dass er nach den Parlamentswahlen am 8. April zwei lange Gespräche mit Ministerpräsident Viktor Orbán geführt habe. Balog habe Orbán Veränderungen im HR-Ministerium vorgeschlagen, doch Orbán habe diese nicht akzeptiert und ihn vor die Wahl gestellt, entweder seine Arbeit wie gewohnt fortzuführen oder die Stiftung zu leiten. Formell stand Balog auch bislang der Stiftung vor, doch die täglichen Regierungsaufgaben ermöglichten es ihm nicht, sich umfassend mit der Stiftung zu beschäftigen.

„Die neue Aufgabe scheint für mich sehr aufregend zu sein. Ich habe nicht die Öffentlichkeit gemieden, doch im vergangenen Jahr war es etwas zu viel, es ist Zeit, dass ich einer Arbeit nachgehe, bei der ich weniger der täglichen Öffentlichkeit ausgesetzt bin und die mehr intellektuelle Möglichkeiten und Herausforderungen bietet”, sagte Balog. Dabei gehe es nicht darum, ob es Einwanderung gibt oder nicht, oder ob wir Demokraten sind. „Wir möchten die christlich-kulturellen Werte stärken, es gibt bereits zahlreiche Kräfte, Länder, Bürger, die unsere Verbündeten sein könnten, so z. B. Italien oder Österreich und natürlich Polen.“

„Wir möchten den Bürgern Europas zeigen, dass es eine reale Alternative gibt, die den Interessen der Europäer und denen der ungarischen Bürgern gleichermaßen entspricht.“ Diese Interessen stünden keinesfalls im Widerspruch zueinander. „Wir möchten innerhalb der Europäischen Volkspartei diese Richtung stärken, dabei sind die CDU und die ÖVP unsere seriösen Partner. Ich kenne Deutschland und Brüssel ganz gut, der wirkliche ideologische Kampf erfolgt dort, ich denke dabei vor allem an die linksliberale Elite. Dies wird für mich künftig eine große Herausforderung sein.“

Balog zufolge wird es hinsichtlich der Anzahl der Minister in der neuen Regierung keine Veränderung geben. Er habe Orbán drei Namen für seinen Nachfolger vorgeschlagen. Die Arbeit der vergangenen vier Jahre des HR-Ministeriums bezeichnete er als überaus erfolgreich. Es wurden Maßnahmen in den Bereichen Demografie und Familienpolitik ergriffen, die in ganz Europa beispielgebend sind. In Ungarn werden fast 5% des BIP für die Unterstützung von Familien aufgewendet. Die Zweidrittelmehrheit der Regierungsparteien sei ein guter Ausgangspunkt für die kommenden vier Jahre, ja vielleicht sogar 40 Jahre, denn sie bilde die Grundlage für die Kontinuität und Berechenbarkeit der Familienpolitik.

Der Austritt von Balog aus dem Kabinett signalisiere der linken Demokratischen Koalition (DK) zufolge, dass der Orbán-Regierung Gesundheitswesen und Bildung weiterhin nicht besonders wichtig seien. Den Informationen nach bleibt das HR-Ministerium in seiner gegenwärtigen Struktur bestehen, obzwar es sich in den vergangenen acht Jahren als überaus ungeeignet erwiesen hat, sich mit dem Bildungs- und Gesundheitswesen zu beschäftigen.

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