Der von Ministerpräsident Viktor Orbán praktisch bereits im Amt bestätigte Varga definierte ein starkes und nachhaltiges Wachstum, Finanzstabilität, Vollbeschäftigung, sinkende Staatsschulden und Abgabenlasten sowie steigende Löhne als die Säulen der Wirtschaftspolitik. Die nachhaltige Entwicklung der Volkswirtschaft müsse durch eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit gesichert werden. Varga hält ausgehend von den seit 2010 erzielten Ergebnissen ein dauerhaft stabiles Wachstumstempo um 4% für möglich, wovon die Orbán-Regierung auch im überarbeiteten Konvergenzprogramm ausgeht. Außerdem möchte der Wirtschaftsminister die Staatsschulden bis 2022 unter 60% und die Abgabenlasten der Unternehmen unter den regionalen Wettbewerb drücken.

Als eine der einschneidenden Veränderungen der letzten Jahre bezeichnete es Varga, dass sich heute mehr als die Hälfte der ungarischen Banken im einheimischen Eigentum befindet, wobei das staatliche Engagement die Entwicklung des Sektors nicht verzerre. Der Minister kritisierte zugleich das hohe Kostenniveau der Banken.

Patai teilte die optimistische Prognose des Bankenverbandes mit, wonach das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr sogar 4,5% erreichen könnte – also gar mehr, als von der Regierung erwartet. Der Verband rechne mit keinem Inflationsdruck und einem Wechselkurs um 310-315 HUF/EUR. Patai sprach von einem Zeitabschnitt, wie ihn die ungarische Wirtschaftsgeschichte noch nie erlebte: Seit 7 Jahren wächst die Wirtschaft, die auf stabilen Fundamenten steht, die Regierung kontrolliert die Finanzen und obendrein weist die Zahlungsbilanz Überschüsse auf. Der ungarische Bankensektor konnte 2017 ein Rekordergebnis von gut 600 Mrd. Forint (2 Mrd. Euro) erzielen, längerfristig und schon 2018 sei jedoch 1 Mrd. Euro eine realistischere Vorgabe für den Sektor. Das außergewöhnliche Ergebnis des Vorjahres erklärte sich weniger aus dem normalen Geschäftsverlauf, als aus Rückschreibungen.

Der Bankenverband rät der Regierung, die Bankensteuer weiter zu senken sowie die Transaktionsteuer zu reduzieren. Die sektoralen Sondersteuern sollten schrittweise abgeschafft werden. Das gleiche gelte für die Gebühren auf Transaktionen, die gegen die Zurückdrängung der Schattenwirtschaft und des Bargeldvolumens wirkten.

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