Die Bilanzsumme des ungarischen Bankensystems könnte bis 2030 jährlich um durchschnittlich 11%, die Unternehmenskredite um 12%, die der KMU um 13% und der Privathaushalte gar um jährlich 15% ansteigen. Eine wichtige Botschaft für den Immobilienmarkt war, dass den Erwartungen der MNB zufolge das Volumen der Wohnungskredite von gegenwärtig 8% auf 30% am BIP bis 2030 ansteigen werde. Er verwies darauf, dass die ungarischen Privathaushalte und Unternehmen heutzutage weniger verschuldet sind, als die Länder der Region und der EU.

Nagy zählte zu den makrowirtschaftlichen Herausforderungen für ein nachhaltiges Wachstum einen jährlichen BIP-Anstieg von 4-4,5% bis 2030, die Erhöhung der Produktivität sowie eine stabile Investitionsquote von 23-25%. Zudem müsse die Innovation in den Vordergrund rücken.

Nach dem Vortrag folgte ein Rundtischgespräch unter den Bankmanagern, die verhaltenere Prognosen abgaben. Sie forderten von der Orbán-Regierung die Streichung der zweimal monatlich gebührenfreien Bargeldabhebungen für Privatpersonen, die Senkung der Bankensondersteuer und den Abbau der Administrationsbelastung. László Wolf, stellvertretender Generaldirektor der OTP Bank, war der Meinung, die makrowirtschaftliche Lage stimme zwar optimistisch, dennoch könne nur mit einem Anstieg der Kreditierung von vorerst 10% gerechnet werden. Jelasity Radován, Vorstand der Ersten Bank in Ungarn, hob hervor, dass seine Bank bereits in den vergangenen beiden Jahren ihren Kreditbestand um 20% erhöhte. Er vertrat die Auffassung, mit der derzeitigen Bankensteuer sei es unmöglich, die Bilanzsumme des Sektors auf 160% des BIP zu erhöhen. József Vida, Vorstand der Takarékbank, zufolge könnte die Senkung der Transaktionsgebühr zur Senkung der Schattenwirtschaft beitragen.

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