Die überwiegende Mehrheit der Umfrageteilnehmer in Ungarn beurteilte die Wirtschaftslage besser als im Vorjahr. Die Lage der Gesamtwirtschaft wurde seit 2005 nicht mehr so positiv bewertet, wie in diesem Jahr. Die befragten Unternehmen haben sowohl bei den Investitionen, als auch den Belegschaftszahlen verstärkte Expansionsabsichten signalisiert. Bei beiden Fragen war der Anteil der positiven Antworten so hoch wie seit 2001 nicht mehr. Ähnlich wie in den Vorjahren zeigen vor allem große, stark exportorientierte Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe überdurchschnittliche Wachstumsabsichten an. Insgesamt hat sich die Bewertung der Standortbedingungen gegenüber dem Vorjahr verbessert. Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sowie das Marktumfeld wurden von den Managern besser bewertet, die Zufriedenheit mit den Bedingungen am Arbeitsmarkt hingegen sank leicht. Die Verbundenheit der befragten Unternehmen zum Standort Ungarn ist erneut gestiegen. Nach 81% im Vorjahr haben in diesem Jahr 84% der Unternehmen erklärt, dass sie erneut in Ungarn investieren würden.

Kaum noch ein Unternehmen rechnet mit einer Verschlechterung der eigenen Lage, 54% hingegen mit einer Verbesserung. Für die eigene Branche erwartet das jedes zweite Unternehmen, und auch für die Gesamtwirtschaft immerhin noch 43%. Die Basis für den Optimismus sind vor allem die Umsatzerwartungen. 70% der Unternehmen erwarten höhere Einnahmen, kaum jemand einen Umsatzrückgang.

Unter den Einzelfaktoren gab es insbesondere hinsichtlich der Besteuerung und der öffentlichen Verwaltung eine nennenswerte Verbesserung, die Bewertung der Qualifikation sowie der Ausbildungssysteme zeigte hingegen eine gewisse Verschlechterung. Kein Fortschritt konnte in wichtigen Bereichen wie der Korruption, der Transparenz der öffentlichen Vergabe und der Rechtssicherheit festgestellt werden. Der Fachkräftemangel stellt nach wie vor eines der brennendsten Probleme für die Unternehmen in Ungarn dar. 72% der Teilnehmer der diesjährigen Erhebung waren mit der aktuellen Situation unzufrieden, davon 29% sogar „sehr unzufrieden“. Der Durchschnitt der Einschätzung verblieb praktisch auf dem – sehr ungünstigen – Niveau des Vorjahres.

In Verbindung mit dem Konjunkturbericht hob István Lepsényi, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, hervor, dass die Regierung weiterhin die Mobilität der Arbeitskräfte unterstützt, versucht die im Ausland arbeitenden Ungarn nach Hause zu holen, ABM-Kräfte wieder auf den primären Arbeitsmarkt zu bringen sowie Jugendliche und Rentner „zu reaktivieren“.

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