Was sind die wichtigsten Ergebnisse Ihrer Zeit als Bildungsstaatssekretär?

In der Industrie sind vier Jahre eine lange Zeitspanne, in der deutlich sichtbare Ergebnisse erzielt werden können. Das ist auf dem Gebiet, auf dem ich jetzt tätig bin, leider nicht der Fall. Im Bildungswesen dauert es relativ lange, bis die Ergebnisse von eingeleiteten Maßnahmen sichtbar werden. Wir haben viel geleistet, es gab auch entsprechend viel zu tun. Wir haben viele gute Umbaumaßnahmen gestartet. Insgesamt haben wir den grundlegenden Kurs im Bildungswesen geändert. Wir segeln jetzt wieder in ruhigeren Gewässern. So lässt es sich viel besser arbeiten. Demonstrationen finde ich als Mittel für den Meinungsaustausch nicht sehr effizient. Wenn ich etwas Positives erreicht habe, dann auf jeden Fall, dass sich die Lage deutlich beruhigt hat.


Sie mussten aber auch nicht bei null anfangen.

Ja, das ist richtig. Bereits 2011 wurde ein neues Bildungsgesetz verabschiedet und 2013 ein grundlegend erneuerter Lehrplan. Mir auch oblag es unter anderem, einige Dinge, die sich nicht bewährt hatten, etwas nachzujustieren.


Zum Beispiel?

Als ich Staatssekretär wurde, hatten wir ein zu stark zentralisiertes Schul-Managementsystem. Alle ungarischen Schulen unterstanden einer einzigen staatlichen Organisation. Auf anderen Gebieten wäre eine so starke Zentralisierung sicher nicht verkehrt gewesen, aber nicht beim Bildungswesen. So wurde das System 2016 an die Erfordernisse der Praxis angepasst. Heute haben wir statt einer einzigen Organisation 59 regional aufgestellte Organisationen, die alle wesentlich näher an den zu ihnen gehörenden Schulen sind. Inzwischen hat sich in der Praxis erwiesen, dass die Zurücknahme der zu starken Zentralisierung ein richtiger Schritt war. Wir haben jetzt eine gute Balance zwischen Regionalisierung und Zentralisierung gefunden. Die massive Kritik am staatlichen Schul-Managementsystem hat aufgehört.


Und jetzt klappt es auch mit den vorher heftig kritisierten Finanzen und der Materialversorgung?

Ja, wesentlich besser als zuvor. Seit Mitte 2016 ist die vorher sehr intensive Kritik am Schul-Managementsystem weitgehend abgeebbt. Die Versorgung mit Verbrauchsmitteln funktioniert. Die Strom-, Gas- und Wasserrechnungen werden pünktlich bezahlt. Natürlich gibt es in so einem großen System immer kleinere Fehler, aber im Großen und Ganzen ist die neue Struktur jetzt funktionstüchtig.


Wie sieht es mit dem nationalen Lehrplan aus?

Er hat sich gut bewährt. Jetzt planen wir eine weitere große Änderung, um die Schüler noch besser auf die Erfordernisse der Zukunft vorzubereiten. 2019 soll ein reformierter Lehrplan an den ungarischen Schulen eingeführt werden. Bis dahin nutzen wir die Zeit, um das bisherige System zu bewerten und uns auch im Ausland nach Anregungen umzusehen.


Welchen neuen Änderungen wird es geben?

Unter anderem sollen die Übergänge zwischen den verschiedenen Elementen des Bildungssystems noch besser geregelt werden, also etwa vom Kindergarten zur Grundschule, von der Grundschule zum Gymnasium und vom Gymnasium zu den höheren Bildungseinrichtungen.

Es hat sich übrigens bewährt, dass seit 2013 eine allgemeine Kindergartenpflicht besteht. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend. So hat etwa der jüngste PIRLS-Test ergeben, dass sich die Lesefähigkeit ungarischer Kinder deutlich verbessert hat. Das hat eindeutig etwas mit der Kindergartenpflicht zu tun. Unter 60 Ländern liegt Ungarn hier auf Platz 9, 2014 lag unser Land noch auf Platz 16. Zum Vergleich: Deutschland liegt bei dieser Erhebung gegenwärtig auf Platz 22.

Weiterhin wird es ein Ziel des neuen Lehrplans sein, den Fokus weg von der Vermittlung von rein lexikalischem Wissen und hin zu einer Verbesserung der Problemlösefähigkeiten und einer höheren Praxistauglichkeit zu verschieben.

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Bildungsstaatssekretär László Palkovics: „Wir haben den grundlegenden Kurs im Bildungswesen geändert.“

War nicht genau das eine der Forderungen bei der letzten großen Schülerdemonstration im Februar?

Ja, genau. Übrigens stehen sämtliche ihrer Forderungen bereits seit längerem auf unserer Agenda. Teilweise planen wir sogar Dinge, die weit über die Forderungen der demonstrierenden Schüler hinausgehen.


Gibt es auch gerechtfertigte Forderungen?

Nach meinem Dafürhalten nicht. Entweder wurden die Forderungen bereits umgesetzt, oder wir arbeiten daran, wie gesagt, teilweise sogar mit noch radikaleren Zielsetzungen. In Ungarn gibt es 1,2 Millionen Schüler. Von diesen waren bei der angesprochenen Demonstration gerade einmal Tausend bis Zweitausend auf der Straße. Am gleichen Tag fand eine Hochschulmesse statt, an der sich etwa 45.000 Schüler und Studenten beteiligten. Natürlich sollten wir jegliche Meinungsbekundung ernst nehmen, wir sollten aber auch nicht den Blick für die Relationen verlieren. Bei den Schülerprotesten handelt es sich keinesfalls mehr um ein Massenphänomen. Außerdem haben wir Wahlkampf.

Eine Forderung der Demonstranten kann ich übrigens beim besten Willen nicht verstehen. Ich finde sie sogar regelrecht kontraproduktiv. So wird gefordert, dass sich die Zahl der Studenten an den Universitäten wieder dem Niveau von 2011 annähern soll. Das würde jedoch auf eine Beschränkung hinauslaufen, da es inzwischen bereits wesentlich mehr Studenten als 2011 gibt.


Kennen die Demonstranten diese Zahlen nicht?

Sie haben sich offensichtlich nicht sehr gut vorbereitet.


Immer wieder wird auch gefordert, ihr Staatssekretariat in ein Bildungsministerium zu verwandeln. Was würde sich dadurch zum Positiven ändern?

Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, warum das so wichtig ist. Unser Ministerium macht exakt das, was auch ein separates Bildungsministerium tun würde. Das Bildungssystem steht aber nicht allein im Raum. Es gibt enge Überlappungen zum Sozialsystem, zum Gesundheitswesen oder auch zum Sport. Ein Vorteil unserer Struktur ist, dass all diese Gebiete unter dem Dach eines einheitlichen Ministeriums integriert sind. Das ermöglicht eine wesentlich effizientere Zusammenarbeit der verschiedenen Bereiche vermeidet ein destruktives Gegeneinander.


Möglicherweise wird davon ausgegangen, dass ein Minister die Interessen seines Gebietes wirksamer vertreten könnte.

Die Wirksamkeit hängt nicht davon ab, ob das Bildungswesen von einem Staatssekretär oder einem Minister geleitet wird. Das Gesamtergebnis hat jedoch ganz wesentlich mit einem möglichst reibungslosen Zusammenwirken der einzelnen Elemente zu tun. Deswegen wäre es kontraproduktiv, die verschiedenen Gebiete starr voneinander zu trennen. Wenn das Bildungswesen einem selbstständigen Ministerium unterstellt würde, würde sich operativ nichts ändern. Ich habe aber die Sorge, dass sich dadurch das Schnittstellenmanagement verschlechtern würde. Es würde zu einem destruktiven Wettbewerb zwischen verschiedenen Ministerien kommen. Daher bevorzuge ich eindeutig unseren ganzheitlichen Ansatz.


Wie haben sich die Finanzen der ungarischen Schulen und Universitäten verändert?

Sie haben sich eindeutig verbessert. Unsere Schulen und Universitäten verfügen heute über deutliche solidere Finanzen als noch 2014. Das ganze Finanzmanagement einschließlich der Transparenz hat sich wesentlich verbessert.


Spüren das auch die Lehrer in ihren Lohntüten?

Ja, absolut. Seit 2013 gab es eine sehr dynamische Lohnentwicklung. Bis 2017 haben sich die Gehälter der Lehrer um etwa die Hälfte erhöht. Dazu kommen noch verschiedene Kompensationen für freiwillig erbrachte Zusatzleistungen. Zur vollen Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Gehälter der Lehrer 2013 im Vergleich zu anderen Beschäftigten relativ niedrig waren. Deswegen war es auch kein Wunder, dass der Staat zu allererst bei den Lehrern eine so dynamische Lohnerhöhung vorgenommen hat. Hier herrschte eindeutig ein großer Nachholbedarf.


Können Sie die Lohnentwicklung mit einigen absoluten Zahlen illustrieren?

Ein junger Absolvent verdient inzwischen 220-230.000 Forint brutto pro Monat, vorher waren es etwa 170.000 Forint. Ein Lehrer mit 18 Jahren Berufserfahrung verdient jetzt rund 350.000 Forint, zuvor waren es 240.000 Forint. Diese Zahlen beinhalten noch keine Honorierung für Zusatzaufgaben. Wer mehr leisten will, kann auch noch mehr verdienen.


Wird dadurch der Lehrermangel geringer?

Die Situation ist bei uns nicht anders als in Westeuropa. Es gibt keinen Lehrermangel, sondern nur Ungleichgewichte, die im System ausgeglichen werden müssen. Hier bietet übrigens unsere neue Schulmanagementstruktur einen wesentlichen Vorteil. Innerhalb dieses Systems können Lehrer wesentlich problemloser von einer Schule an eine andere wechseln. Das war früher, als die Schulen noch den lokalen Selbstverwaltungen unterstellt waren, wesentlich problematischer. Niemand gab seine Lehrer gerne weiter. Jetzt, innerhalb einer einheitlichen Organisation und einer klaren Unterstellung unter den Staat gibt es keinen solchen Egoismus mehr.

Mit Blick auf die Pro-Kopf-Quote liegt Ungarn innerhalb der OECD übrigens relativ weit vorne. Bei uns beträgt dieser Wert etwa zehn Schüler pro Lehrer. In Deutschland liegt er bei 15. Das hat vor allem damit etwas zu tun, dass es bei uns in Ungarn auch in kleineren Dörfern noch Schulen gibt. Selbst wenn es dort in einer Klasse nur fünf Schüler gibt, wird unterrichtet. Dahinter stehen in erster Linie sozialpolitische Überlegungen. Kindergärten und die ersten vier Schulklassen müssen bei uns immer in der jeweiligen Gemeinde sein. Das finde ich besonders unter dem Aspekt der sozialen Integration sehr wichtig.


Stichwort Integration. Wie sieht es mit der immer wieder kritisierten Segregation aus?

Wenn wir nicht die seit 1989 bestehende freie Schulwahl einschränken wollten, dann können wir daran nur wenig ändern. Es ist eine freie Entscheidung der Eltern, an welche Schule sie ihre Kinder schicken. Wo wir allerdings etwas ändern können, tun wir es auch. Eine dieser Maßnahmen war 2013 die Einführung der Kindergartenpflicht für alle Kinder ab drei Jahren. Je früher die Kinder eine organisierte Einrichtung besuchen, desto besser entwickeln sich später ihre schulischen Ergebnisse. Je geringer wiederum die Unterschiede zwischen den Schülern sind, desto geringer ist die Motivation der Eltern, ihre Kinder an andere, weniger gemischte Schulen zu schicken. Gelegentlich fordert die EU, dass wir Schulen, in denen es eine größere Segregation gibt, schließen sollen. Das löst aber das Problem nicht.


Welche Ergebnisse gibt es bei den ebenfalls kritisierten Fremdsprachenkenntnissen?

Wir haben uns dieses Thema auch mit Blick auf die internationale Praxis genauer angesehen und sind zu dem Schluss gekommen, dass es weder an der Zahl der Fremdsprachenstunden noch an der Qualität der verwendeten Lehrbücher liegt. Ich glaube, es hat in erster Linie mit der Motivation von Schülern und Lehrern zu tun. Deswegen begrüße ich es, dass es beispielsweise ab 2020 obligatorisch sein wird, die Vergabe eines Diploms an das Vorhandensein einer Sprachprüfung wenigstens der Mittelstufe zu knüpfen.


Wie sieht es generell mit der Qualität der Lehrbücher aus?

Hier wird teilweise gehörig übertrieben. Ich habe bisher noch kein Buch gesehen, dass völlig fehlerfrei ist. Die wesentlichen Fehler der ersten Auflage der neuen, einheitlichen Bücher sind in Folgeauflagen inzwischen korrigiert. Für ganz wesentlich halte ich übrigens, dass die Schüler bis zur neunten Klassenstufe ihre Lehrbücher inzwischen kostenfrei bekommen. Das trägt wesentlich zur Chancengleichheit bei. Zu jedem Fach gibt es übrigens immer zwei freigegebene Bücher, unter denen die Lehrer wählen können. In Frankreich gibt es eine solche Wahlmöglichkeit nicht.

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„So viel Geld wie jetzt wurde seit der Wende noch nie für das Schulwesen aufgewendet.“ (Foto: kormany.hu – EMMI)

Wie sieht es mit der Digitalisierung aus?

Wir planen, alle Bücher auf eine digitale Plattform umzustellen. Dabei geht es nicht nur darum, ganz normale gedruckte Bücher in einer statischen PDF-Version anzubieten, sondern darum, spezielle digitale Bücher mit Hyperlinks und zusätzlichen Informationen zu erarbeiten. Außerdem läuft jetzt ein Programm, um Schulen noch besser mit schnellem Internet auszustatten und deren Computer-Park zu modernisieren.


Wann werden die ersten Schüler in den Genuss von E-Büchern kommen?

Wir haben gerade ein entsprechendes Projekt gestartet. Ab diesem September werden landesweit 26.000 Schüler der 5. Klassenstufe mit Tablet-Computern und digitalisierten Büchern ausgestattet. Die ausgewählten Schulen werden darüber hinaus auch Docking-Stationen bekommen, an denen die Schüler ihre Tabletts anschließen und immer auf dem neuesten Stand halten können.


Wie sieht es mit den Kosten aus?

Pro Jahr kostet ein Print-Bücherpaket im Durchschnitt 12.000 Forint. Selbst, wenn bis zum Schulabschluss insgesamt zwei Tablet-Computer angeschafft werden müssten, wäre das also immer noch die kostengünstigere Alternative. Ich gehe davon aus, dass wir aufgrund der gemachten Erfahrungen nach der Pilotphase relativ schnell alle anderen Schulen des Landes auf E-Bücher umstellen werden. Die vielfältigen Vorteile sind einfach zu groß. Denken wir nur an die laufende Modernisierung von Inhalten oder die Korrektur von möglichen Fehlern.


Die Papierbuchlobby wird sich sicher nicht freuen?

Für uns dominiert das Interesse der Schüler. Im Übrigen sollten die Verlage die Chance nutzen und sich lieber voll auf die Inhalte konzentrieren.


Was halten Sie von einem Smartphone-Verbot an Schulen, das in einigen europäischen Ländern erwogen wird oder bereits durchgesetzt worden ist?

Davon halte ich gar nichts. Ganz im Gegenteil: ich bin dafür, Smartphones noch viel stärker als bisher in den Lernprozess zu integrieren. Als Ergänzung unseres Digitalisierungsprogramms bei den Lehrbüchern kann ich mir gut vorstellen, Smartphones in Zukunft auch mittels spezieller Applikationen noch besser einzubinden. Statt Verbote auszusprechen, sollten sich die Lehrer vielmehr bemühen, die Geräte der Schüler noch besser in den Lernprozess zu integrieren.


Wie sieht es generell mit der Schulinfrastruktur aus?

In den letzten vier Jahren wurden rund 500 Schulen renoviert oder komplett neu errichtet. Jetzt sollen weitere 500 folgen. Im Zeitraum von 2018 bis 2020 gibt der ungarische Staat 160 Milliarden Forint dafür aus. Davon kommen 100 Milliarden Forint staatlichen und 60 Milliarden Forint privaten und kirchlichen Schulen zugute. Außerdem werden wir in diesem Jahr 60 Schulbusse anschaffen. Die ungarische Busindustrie hat ein spezielles Schulbusprogramm gestartet. So viel Geld wie jetzt wurde seit der Wende noch nie für das Schulwesen aufgewendet.


Wie hat sich die Praxiskompatibilität der Fachmittelschulen entwickelt?

Nicht zuletzt dank der Verbreitung der dualen Berufsschulausbildung hat sie sich deutlich verbessert. Allerdings gibt es hier noch viel zu tun. So müssen wir etwa die Ausrüstung der Fachmittelschulen weiter verbessern. Auf unserer Agenda stehen auch die Modernisierung der Inhalte und eine bessere Ausbildung der Lehrkräfte.


Wie geht es mit der dualen Berufsausbildung voran?

An den Fachmittelschulen gibt es inzwischen 65.000 Schüler, die schon entsprechend des dualen Systems studieren. 2014 war es nicht einmal die Hälfte davon. Darüber hinaus gibt es fast 2.000 Studenten, die eine duale Hochschulausbildung absolvieren. Die Tendenz ist auf beiden Gebieten steigend. Es gibt inzwischen in der Wirtschaft fast 800 Kooperationspartner. Vor vier Jahren waren es erst etwa 150. Es geht also auch hier steil nach oben.


Wie ist die Aufgeschlossenheit und Offenheit von Seiten der Firmen?

Diese ist absolut gegeben. Durch verschiedene Nachjustierungen haben wir sie sogar noch weiter erhöht. So etwa durch die Möglichkeit der Schaffung von Praxisgemeinschaften. Dabei schließen sich mehrere Firmen zusammen, um gemeinsam die Ausbildung der Schüler und Studenten zu gewährleisten. Jede Firma bringt dabei ihre jeweiligen Stärken ein. Das läuft inzwischen sogar so gut, dass das Modell der Praxisgemeinschaften in der Urheimat der dualen Ausbildung, also in Deutschland von uns übernommen wird. Um das System der dualen Berufsausbildung noch weiter zu verbessern, haben einen dualen Hochschulrat gegründet. In diesem Gremium sitzen Vertreter aus der Wirtschaft und dem Bildungssektor zusammen.


Sprechen wir zum Anschluss noch von den Universitäten!

Die letzten größeren Demonstrationen gab es hier Ende 2014, Anfang 2015. Seitdem haben die Betroffenen verstanden, dass es der Regierung nicht darum geht, die Autonomie der Universitäten zu beschneiden. Zudem sind die Universitäten heute finanziell in einer deutlich besseren Lage. Ihre Schulden haben sie praktisch abgebaut. Für die Finanzierung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten gibt es von Staatsseite zusätzliche Förderprogramme.


Wie geht es für Sie jetzt weiter?

Eins ist sicher: ich werde bald nicht mehr Staatssekretär sein. Ob es danach zurück zu einem Unternehmen oder an eine Forschungseinrichtung geht, das wird sich noch herausstellen. Sicher ist weiterhin, dass ich in Zukunft wieder irgendwo im deutsch-ungarischen Beziehungsgeflecht tätig sein werde. Im Übrigen ruht mein Arbeitsverhältnis mit Knorr-Bremse zurzeit nur. Ich war zuvor jahrelang für dieses Unternehmen in Ungarn und in Deutschland tätig.

Das ungarische Bildungswesen hat 170.000 Mitarbeiter und bildet etwa 1,6 Millionen Schüler und Studenten aus. Sein Jahresbudget beträgt 2.400 Milliarden Forint, das sind ungefähr acht Milliarden Euro. So ein riesiges Unternehmen, erst recht in einer so dynamischen Phase leiten zu dürfen, ist schon eine große Ehre. Für das Vertrauen von Seiten des Ministerpräsidenten aber auch von Herrn Thiele, dem Eigentümer der Knorr-Bremse AG, der meinem „Ausflug“ in die Verwaltung zugestimmt hatte, bin ich sehr dankbar. Sie sind davon ausgegangen, dass ich auf diesem Gebiet etwas Positives bewirken werde. Ich gehe davon aus, dass ich sie nicht enttäuscht habe.

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Dieser Artikel entstand mit Unterstützung durch den Nationalen Kulturfonds.

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