Anna Széles ist dreifache Mutter und berufstätig. Das bringt viele Herausforderungen mit sich. Selbstverständlich will sie ihren Kindern und auch sich selbst eine gesunde und vollwertige Ernährung zugutekommen lassen. Doch nicht immer ist es leicht, zwischen Arbeit und Hausaufgaben genügend Zeit für die tägliche frische Zubereitung zu finden.

Aus dieser Not heraus entwickelte Széles das Konzept für Oh My Green – ein gesundes Selbstbedienungsrestaurant, das vor knapp einem Jahr in der ungarischen Hauptstadt eröffnete.

Gesundes, schnelles Essen

Auf den ersten Blick vermittelt das Lokal in der Petőfi Sándor utca den Eindruck einer schicken Kantine. Viel Licht fällt durch die bodentiefen Fenster auf die in hellen Farbtönen gestrichenen Wände und das modisch minimalistische Mobiliar des Schnellrestaurants. Die Natur wurde nicht nur in Form von Topfpflanzen und Schnittblumen ins Innere geholt, sondern findet sich auch in Form von Palmblattdrucken auf den Überzügen zweier bequemer Sofas wieder.

Doch das Herz des Lokals bilden die beiden großen Theken, auf denen unterschiedlichste Speisen zur Selbstbedienung bereitstehen. Alle sind bunt und schmackhaft angerichtet. Das Auge isst im Oh My Green eindeutig mit. Das geht sogar so weit, dass einige der Salate mit essbaren Blumen garniert sind – ungewöhnlich viel Liebe zum Detail für ein Fast-Food-Lokal.

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Wie uns Oh-My-Green-Marketingmanagerin Réka Fésus verrät, gehören vor allem die bereits abgepackten „Mittagsboxen“ zu den meist verkauften Artikeln des Schnellrestaurants. Neben zwei Sorten Salat enthalten diese noch eine nahrhafte Hauptbeilage, zum Beispiel Hühnerbrust, gebackenen Ziegenkäse, Tofu und weich gekochte Eier. Die konkrete Zusammensetzung der Boxen ändert sich jedoch ständig: „Wir wollen, wo es geht, auf saisonale Zutaten zurückgreifen, die wir aus der Region beziehen können“, erklärt Fésus die Veränderungen.

Neben den klassischen Mittagsboxen stehen aber auch diverse Salate – die mit Kürbis, Bulgur, Couscous und Co zum vollwertigen Hauptgang aufgestiegen sind – sowie Vollkorn-Wraps mit unterschiedlichsten, bunten Füllungen zur Auswahl.

Ein großer offener Kühlschrank bietet zudem noch eine Auswahl erfrischender Getränke sowie hausgemachter Smoothies, Säfte und Limonaden an. Manche dieser Gebräue schmecken zwar gewöhnungsbedürftig, sollen aber laut Fésus geradezu wie eine Detox-Kur für den Körper wirken.

Was man im Oh My Green allerdings wirklich probiert haben sollte, sind die vielen verschiedenen figurschonenden Desserts, angefangen vom Tapiokapudding mit Acai-Beeren über den Chia-Smoothie-Becher bis hin zum glutenfreien Donut mit einer Glasur aus zuckerfreier weißer Schokolade und Pistazien.

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Ab 11 Uhr und solange der Vorrat reicht, bietet das Oh My Green zudem ein wöchentlich wechselndes warmes Mittagsmenü an. Zwei Gänge, bestehend aus Suppe und Hauptgericht oder Hauptgericht und Dessert, kosten hier zwischen 1.500 und 2.000 Forint. Besonders zur Frühstückszeit gibt es zudem warmen Haferbrei in verschiedenen Variationen.

Eine Ernährungsberaterin feilt an den Rezepten

Neben dem Anliegen, ihren Kunden eine schnelle, gesunde Küche anbieten zu können, spezialisiert sich Oh My Green auch auf die Bedürfnisse von Allergikern. Réka Fésus, die selbst unter Zöliakie, also einer Glutenunverträglichkeit leidet, erklärt: „Noch immer ist es für Menschen mit Lebensmittelallergien in Budapest schwer, auswärts essen zu gehen. Wir wollen auch diesen Menschen mit unserem Service helfen. Alle unsere Produkte sind deshalb mit einer Zutatenliste versehen und zudem mit der Angabe, für wen sie geeignet sind, also ob sie nun glutenfrei, zuckerfrei, laktosefrei oder vegetarisch-vegan sind.“

Viele der Gerichte des grünen Schnellrestaurants enthalten zudem viele sogenannte Superfoods, also Lebensmittel, denen neben dem bloßen Nährwert auch positive gesundheitliche Wirkungen zugeschrieben werden. Besonders viele dieser Superfoods werden in der sogenannten „Buddha-Schale“, einem neuen Gericht, an dem das Oh-My-Green-Team gerade feilt, enthalten sein. Die bunt gemischte Schale soll einen mit allen wichtigen Nährstoffen für den Tag ausstatten.

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Eine weitere Besonderheit des Oh My Green ist, dass neben dem gewöhnlichen Küchenteam auch eine ausgebildete Ernährungsberaterin an der Entwicklung der verschiedenen Speisen mitwirkt.

Die Gerichte im Oh My Green kann man sich im Übrigen nicht nur einpacken lassen und mit ins Büro oder nach Hause nehmen, man kann sie sich auch liefern lassen. Darüber hinaus bestellt Oh My Green auch das Catering für private und geschäftliche Anlässe ab zehn Personen. Für besondere Events entwirft das kreative Team sogar Menüs, die im Stil oder auch farblich auf die Markenidentität einer Firma abgestimmt sind.

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Fazit

Mit seiner sehr legeren Atmosphäre ist die Take-away- und Superfoodbar, wie sich Oh My Green selbst nennt, sicherlich nicht der richtige Ort für ein romantisches Date oder ein gemütliches Familienessen. Zurecht liegt in diesem Fall der Fokus eher auf dem Mitnehm- und Lieferservice. Für das schnelle, gesunde Mittagessen alleine oder mit Freunden oder sogar für die Projektbesprechung über einem stärkenden Snack mit Kollegen eignet sich das Lokal allerdings bestens. Das Essen ist an den Bedürfnissen des Alltags ausgerichtet und der Oh-My-Green-Service richtet sich speziell an gesundheitsbewusste Berufstätige. Preislich legt man hier zugegebenermaßen etwas mehr auf den Tisch als in der Durchschnittskantine.

Doch auch wenn nicht alle Superfoods immer halten, was sie versprechen und ein Besuch im Oh My Green sicherlich nicht den Hamburger ungeschehen macht, den man seinem Körper noch am Vorabend zugemutet hat, so verlässt man dieses Lokal doch mit dem Gefühl, sich etwas Gutes gegönnt zu haben.

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Oh My Green

Budapest, V. Bezirk, Petőfi Sándor utca 10

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 Uhr bis 19 Uhr, samstags 10 bis 17 Uhr

Reservierungen und Anfragen unter +36-1-321-0448 und hello@ohmygreen.hu

Weitere Informationen finden Sie unter https://ohmygreen.hu/


Preise

Mittagsboxen: 1.690 bis 1.950 Forint

Salate, Wraps und Co: 990 bis 1.690 Forint

Desserbecher und Gebäck: 590 bis 1.490 Forint

Hausgemachte Säfte, Wasser und Smoothies: ab 790 Forint

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Konversation

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