Im Jahre 1980 wurde dieses besondere Fest, damals noch verhältnismäßig klein, das erste Mal auf die Beine gestellt. Über die Jahrzehnte hat es sich jedoch zu einem der größten Kulturfestivals in Zentraleuropa entwickelt und bietet den Gästen vom 30. März bis zum 22. April, über die Dauer von drei Wochen, zahlreiche Programme: von Musik über Theater bis zu Ausstellungen und vielem mehr.

Im Gegensatz zu seiner kleineren Schwesterveranstaltung, dem Herbstfestival, welches hauptsächlich für moderne und avantgardistische Darbietungen bekannt ist, konzentriert sich das Budapester Frühlingsfest auf das Traditionelle. Es ist die wichtigste Kulturveranstaltung dieser Art in ganz Ungarn. An der jährlichen Umsetzung des logistisch anspruchsvollen Festivals arbeiten die führenden Kulturinstitutionen der ungarischen Hauptstadt mit.

Was uns erwartet:

Das Frühlingsfestival bringt unter anderem das Beste aus klassischer Musik, Oper, Jazz und Volksmusik auf die Bühne. Da ist es nicht verwunderlich, dass einige der Veranstaltungen im umfangreichen Programm des Festivals schon Wochen im Voraus vollkommen ausverkauft sind: darunter eine Aufführung von Giuseppe Verdis Oper „Un ballo in maschera“ ebenso wie das Konzert der französischen Koloratursopranistin Natalie Dessay und ihres Kammermusikpartners Philippe Cassard sowie das Konzert des Londoner Klaviertrios Phronesis.

Doch nicht nur musikalisch wird der Frühling begrüßt, sondern auch durch eine Vielzahl anderer Aktivitäten. So stehen mehrere Theaterstücke auf dem Spielplan und die Besucher können sich ebenfalls von Tanzvorstellungen, Ausstellungen, Literaturabenden und vielem mehr mitreißen lassen. Doch auch hier gilt es, sich zu beeilen, denn die restlichen Tickets sind begrenzt. Oder wie im Falle der Tanzvorstellung „Autobiographie“ der Company Wayne McGregor bereits ausverkauft.

Doch keine Angst hier und da sind noch Plätze frei: Für Kurzentschlossenen hat die Budapester Zeitung hier einige Highlights aufgelistet, für die es noch Eintrittskarten zu kaufen gibt. Schnell sein lohnt sich aber auch hier!

Alles rund um Klassik

Eröffnet wird das Frühlingsfestival von der Ungarischen Nationalphilharmonie, geleitet von Musikdirektor Zsolt Hamar. Sie führen das von Liszt im Jahre 1862 vollendete Oratorium „Die Legende der heiligen Elisabeth“ auf. Die Gesangsrollen werden zum Teil von gefeierten Künstlern übernommen, die beispielsweise auch schon in Stücken der New Yorker Metropolitan-Oper oder der Bayerischen Staatsoper mitwirkten.

Passend zur Osterzeit führt das Orfeo-Orchester in Begleitung des Purcell-Chors Georg Philipp Telemanns Oratorium „Die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu“ auf. Hier werden den Besuchern emotionale Arien und monumentale Chorgesänge geboten.

Man sagt über Gábor Farkas: „Er schafft es wie kein anderer, das Herz von Franz Liszts Musik mit samtigem Klang und einer breiten Dynamik einzufangen.“ Der Gewinner des Liszt-Preises ist einer der wichtigsten Künstler seiner Generation und beim diesjährigen Frühlingsfestival mit Darbietungen aus dem Œuvre Franz Liszts vertreten. Auch für diese Veranstaltungen gibt es noch Tickets.

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Das Konzert des österreichischen Pianisten Rudolf Buchbinder zusammen mit dem „City of Birmingham Symphony Orchestra“ gilt als eines der Highlights des Frühlingsfestes und ist bereits ausverkauft.

Anlässlich des 100. Geburtstags des Komponisten und Dirigenten Leonard Bernstein im Jahr 2018 wird auch die in drei Akten und ohne Pause aufgeführte Oper „A Quiet Place“ auf die Bühne gebracht. Inszeniert wird das zwischen 1980 und 1983 entstandene Bühnenwerk von Bernstein-Spezialist Garth Edwin Sunderland.

Auch für weitere Höhepunkte des Festivals wie beispielsweise den Konzerten des britischen Orchestra of the Age of Enlightenment unter der Leitung von Sir Roger Norrington, der Klaviervirtuosin Martha Argerich in Begleitung des Kammerorchesters Kremerata Baltica oder der Cembalon-Künstlerin Emmanuelle Haïm und ihres französischen Musikensembles Le Concert d’Astrée stehen noch wenige Tickets zum Verkauf.

Jazz und Hip-Hop

Wer sich eher nicht für Arien und Kantaten interessiert, der kann beim diesjährigen Frühlingsfestival auch Grammy-Gewinner Kurt Elling antreffen, der als einer der weltweit führenden Jazzsänger gilt.

Auch für die ikonische, amerikanische Jazzband „The Bad Plus“, die ebenfalls auftritt, sind noch Tickets verfügbar. Ihre musikalische Sprache und ihr Stil gelten als populär und gleichzeitig explorativ. Inspirieren lassen sie sich dabei von Jazz, Indie, Rock und Pop bis hin zur klassischen Musik.

Einblicke in die Begegnung von elektronischer Musik mit klassischen Stammesrhythmen erhalten die Besucher darüber hinaus bei der Veranstaltung „DJ Bootsie Trio und Talamba“. Der Solokünstler DJ Bootsie ist eine Größe in der ungarischen Hip-Hop-Szene und hat bereits mit dem prämierten Animationsfilmregisseur Ferenc Rófusz zusammengearbeitet.

Außerdem gibt es noch wenige Tickets für die bereits teilweise ausverkaufte Darbietung des deutschen Produzenten und Komponisten Henrik Schwarz mit dem norwegischen Jazzpianisten Bugge Wesseltoft. Beide musizieren schon lange miteinander und ihre aufregende Mischung aus Elektro und Jazz macht die Auftritte zu einem einzigartigen Erlebnis.

Ein vielfältiges Programm

Neben den genannten Veranstaltungen gibt es auch zahlreiche kostenlose Events, beispielsweise die Ausstellung „The Tales of Ata“, und die Veranstaltungsreihe „Akvárium Frühlingsterrasse“, bei der aufstrebende, lokale Künstler kostenlose Akustikkonzerte auf einer eigens dafür aufgebauten Bühne geben. Neben der Vorstellung etablierter und populärer ungarischer Darsteller und Weltstars ist es nämlich auch Ziel des Budapester Frühlingsfestivals neue Talente zu präsentieren.

Insgesamt werden beim diesjährigen Frühlingsfestival in 20 unterschiedlichen Kategorien und an 40 verschiedenen Veranstaltungsorten mehr als 150 Programmpunkte angeboten.


Preise und Tickets

Eine Liste mit allen Events, aufgelistet nach Datum, Ort oder Art der Veranstaltung finden Sie auf der Webseite des Festivals unter www.btf.hu. Dort gibt es ebenfalls die Möglichkeit, Tickets zu erwerben. Doch auch an den üblichen Vorverkaufsstellen der Stadt gibt es noch Karten.

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