Seinen Auftakt feiert das Titanic-Filmfestival am kommenden Mittwochabend mit dem Stop-Motion-Animationsabenteuer „Isle of Dogs“ von US-Regisseur Wes Anderson. Der Film erzählt die Geschichte des zwölfjährigen Ataris. Der Junge befindet sich auf der Suche nach seinem Hund Spots, der aufgrund eines grausamen Gesetzes gemeinsam mit allen Hunden einer japanischen Großstadt auf einen Müllinsel verbannt wurde. Es ist nach „Fantasic Mr. Fox“, der bereits 2009 erschien, Andersons zweiter Animationsfilm und auch diesmal jubeln die Kritiker. Im Februar dieses Jahres eröffnete „Isle of Dogs“ die Berlinale und konnte sich hier sogar einen Silbernen Bären sichern.

Von Island über Kanada und Frankreich bis ins Jenseits

Doch auch nach dem Eröffnungsfilm folgt ein Programmfeuerwerk der filmischen Extraklasse: Aufgeteilt in sieben Sektionen werden die 47 Filme verteilt über die zehn Festivaltage an sieben Veranstaltungsorten der Stadt gezeigt.

Im besonderen Fokus des diesjährigen Programms steht das Produktionsland Island, welches gleich mit zwei Spielfilmen, zwei Dokumentarfilmen sowie vier weiteren Kurzfilmen vertreten ist. Doch auch die franko-kanadische Schauspielerin Monia Chokri ebenso wie das französische Regieteam Hélène Cattet und Bruno Forzani werden jeweils mit einer speziell zugeschnittenen Filmauswahl geehrt.

Zu den weiteren Höhepunkten des Filmfestivals, das nach dem Miskolcer CineFest Ungarns zweitgrößtes internationales Filmfestival ist, gehört aber auch die Ungarnpremiere des US-amerikanischen Fantasydramas „A Ghost Story“ mit Oscar-Gewinner Casey Affleck in der Hauptrolle. Im Film kehrt der kürzlich verstorbene C als Geist zu seiner trauernden Frau M (gespielt von Rooney Mara) zurück. Er will sie in dem gemeinsamen Haus, mit seiner Anwesenheit trösten. Doch als M auszieht, muss er feststellen, dass er in der Zwischenwelt der eigenen vier Wände feststeckt.

Neun Filme im Wettbewerb um den Preis der Jury

Auch in diesem Jahr verleiht das internationale Filmfestival erneut den „Breaking Waves Award“ für den Besten Film. Insgesamt treten neun Produktionen im Rennen um den seit 2005 jährlich verliehenen Preis an: Die Filme „Valley of Shadows“ (Norwegen), „The Charmer“ (Dänemark / Schweden), „More“ (Türkei), „I Am Not A Witch“ (Vereintes Königreich / Frankreich / Deutschland), „Nico, 1988“ (Italien / Belgien), „Pororoca“ (Rumänien / Frankreich), „Quality Time“ (Niederlande / Norwegen), „The Reports on Sarah and Saleem" (Palästina) sowie das deutsche Drama „Lomo - The Language of Many Others“ stellen sich dem kritischen Urteil des Publikums und der Jury.

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Mit „Lomo – The Language of Many Others“ tritt auch ein deutscher Film im Wettbewerb um den Breaking Waves Award an.


Für diese konnte man in diesem Jahr drei Ungarn gewinnen: Alexandra Borbély, Tamás Dobos und Ferenc Török. Jedes der Jurymitglieder bringt einen ganz eigenen professionellen Blickwinkel mit. Alexandra Borbély ist eine ungarisch-slowakische Schauspielerin, die durch ihre Rolle als Mária in Ildikó Enyedis oscar-nominierten Film „Körper und Seele“ internationale Anerkennung erlangte. 2017 wurde sie als „Beste Schauspielerin“ mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet. Tamás Dobos hingegen ist einer der erfahrensten Setfotografen und Kameramänner Ungarns. In den vergangenen 20 Jahren arbeitete er mit Regisseuren wie János Szász, Ágnes Kocsis, Kornél Mundruczó, György Pálfi, and Árpád Bogdán zusammen. Neben anderen wichtigen Preisen erhielt er 2014 auch den György-Illés-Award. Der letzte im Bunde ist Regisseur Ferenc Török. Török, der bis heute vor allem für seinen Film „Moszkva tér“ (2001) bekannt ist, feierte noch im letzten Jahr auf dem Titanic-Festival die Premiere seines historischen Dramas „1945“ und empfing dafür den Zuschauerpreis. In diesem Jahr wechselt er also die Seiten und vergibt gemeinsam mit seinen Jurykollegen den begehrten „Breaking Waves Award“.

Dramatischer Schlusspunkt

Den Abschluss des Filmfestivals bildet nach Bekanntgabe der diesjährigen Preisträger am 13. April die Vorführung des britisch-irisch-US-amerikanische Filmdramas „Disobedience“. Der Film verfolgt die langsam erblühende Liebesgeschichte zweier Frauen, Ronit (gespielt von Rachel Weisz) und Esti (Rachel McAdams), vor dem Hintergrund der jüdisch-orthodoxen Gesellschaft. Die Handlung basiert auf dem gleichnamigen Roman von Naomi Alderman, Regie führte der in Argentinien geborene Wahlberliner Sebastián Lelio, der erst vor knapp einem Monat im Rahmen der Academy-Awards-Verleihung mit einem Oscar für den „Besten fremdsprachigen Film“ ausgezeichnet wurde. Zwar erhielt er den Oscar nicht für „Disobedience“, sondern für seinen Film „Eine fantastische Frau“, trotzdem bildet das Filmdrama einen würdigen Abschluss für die nunmehr 25. Ausgabe des Internationalen Filmfestivals Titanic.

Die Vorführungen des Festivals werden im Uránia-Filmtheater, in den Kinos Művész und Toldi sowie im Kino Café und dem Französischen Kulturinstitut stattfinden. Beim Titanic-Filmfestival handelt es sich im Übrigen um einen heißen Tipp für Expats – alle Filme werden in Originalsprache mit ungarischen Untertiteln und – wo nicht ohnehin Filmsprache – auch englischen Untertiteln gezeigt (mit Ausnahme von Musikdokumentationen und ausgewählten Retrospektiven). Das vollständige Programm sowie weitere Informationen zu den Vorführungsorten und Tickets finden Sie unter www.titanicfilmfest.hu.

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