Der Marsch begann mit einer Gedenkrede auf dem Bem József tér vor dem Gebäude des Außenministeriums und endete mit der Rede von Premier Viktor Orbán auf dem Kossuth tér vor dem Parlament. Zu Beginn der Veranstaltung machten sich die Veranstalter noch Sorgen, dass weniger Besucher kommen würden, als erwartet. Doch nachdem langsam ein Bus nach dem anderem aus allen Ecken Ungarns und sogar aus Polen ankam, war klar, dass für sie kein Grund weiter zur Sorge bestand.

Der Friedenmarsch wurde von den beiden Organisationen CÖF (Civil Összefogás Fóruma) und CÖKA (Civil Összefogás Közhasznú Alapítvány), also dem Zivilen Forum des Zusammenhalts und der gemeinnützigen Stiftung des zivilen Zusammenhaltes organisiert. Beide unterstützen die Politik des Fidesz beziehungsweise der Fidesz-Regierung. Laut CÖF war es das Ziel des Friedensmarsches, die europäische jüdisch-christliche Zivilisation und Kultur zu verteidigen.

„Hungary protects Europe!“

Angeführt wurde der Marsch unter anderem von András Bencsik, Chefredakteur der regierungsnahen Wochenzeitung „Magyar Demokrata“, und Zsolt Bayer, Journalist bei der Regierungszeitung „Magyar Idők“, die ein Banner mit einem Zitat des ungarischen Schriftstellers Ferenc Kölcsey vor sich hertrugen. Es lautete: „A haza minden előtt“ – „Die Heimat steht vor allem“. Dies war zugleich das Motto des diesjährigen Friedensmarsches.

Kurz nach zwölf setzte sich die Menge in Bewegung, passierte die Margaretenbrücke und erreichte die Pester Seite. Viele Teilnehmer kamen von außerhalb von Budapest. Erkennbar war dies neben vielen geparkten Sonderbussen auch an Schildern mit den Namen ihrer Heimatstädte, die überall zu sehen waren. Weitere Aufschriften lauteten: „Wir stehen neben dir, Viktor!“ und „Hungary protects Europe!“. Wohin man auch blickte, waren auch ungarische Fahnen zu sehen. Unter den Teilnehmern dominierten eher ältere Leute. Wie bei vorherigen Friedensmärchen waren auch jetzt wieder zahlreiche Teilnehmer aus Polen mit von der Partie.

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Die Ungarn stimmten ihre Nationalhymne an, die Polen sangen polnische Volkslieder und auch die Szekler-Hymne war gelegentlich zu hören. Alles zusammen trug zu einer euphorischen patriotischen Stimmung bei. Auf dem Weg zum Parlament traf der Friedensmarsch auf der Bajcsy-Zsilinszky út auf eine kleine Gegendemonstration der Szolidaritás Mozgalom (dt.: Solidaritätsbewegung). Zum Ausdruck ihres Protestes ließ die Gegenseite laut Lieder der Rákosi-Ära, also aus der Zeit der kommunistischen Gewaltherrschaft erklingen. Doch das hielt die Menschen nicht davon ab, ihren Weg zum Kossuth Lajos tér weiter fortzusetzen.

Orbán: „Wir brauchen Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit“

Nachdem Premier Orbán alle Teilnehmer begrüßt hatte, bedankte er sich herzlich bei Ungarns polnischen Freunden, die die Ungarn an diesem wichtigen Tag unterstützten. Weiterhin betonte er, dass es an diesem Tag wichtig sei, der tapferen Helden von 1848 zu gedenken, sie zu ehren und sich vor ihnen zu verneigen.

Orbán wörtlich: „Heute sind besonders viele Leute gekommen. Heute hat das, neben der Ehrung unserer Vorfahren einen speziellen Grund und ein Ziel. In nicht mal drei Wochen müssen wir wieder über Ungarns Schicksal entscheiden. Ich wusste, dass wir viele sein werden, dass ich viele resolute Gesichter sehen werde und das ist genau das, was wir heute brauchen. Wir brauchen Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit, denn heute müssen wir ernsthafte Themen besprechen.“ Seine Worte wurden fortlaufend von Jubel und Beifallsbekundungen unterbrochen.

Orbán unterstrich weiterhin, welche Bedeutung die Wahl habe und dass es wichtig sei, dass die Bürger gut informiert zur Wahl gingen. Schon Sándor Petőfi hatte es seiner Zeit klar und deutlich im ungarischen „Nemzeti dal“ (dt.: Nationallied), zum Ausdruck gebracht: „Wollt ihr frei sein oder Knechte“. Der Friedensmarsch solle Brüssel und Europa darauf aufmerksam machen, dass Ungarn eine fest zusammenstehende Nation sei.

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