Wie war 2017?

JL: Unsere Passagierzahlen sind wieder sehr dynamisch gewachsen. Mit etwas über 13 Millionen Passagieren lag unser Wachstum vergangenes Jahr bei rund 14,5 Prozent. Bereits seit drei Jahren wachsen wir zweistellig. 2017 sind wieder zahlreiche neue Destinationen und Fluggesellschaften dazugekommen, darunter auch klassische Netzwerkfluglinien. So hat beispielsweise die portugiesische Fluggesellschaft TAP wieder die Strecke nach Lissabon aufgenommen und Ukraine International Airlines bietet attraktive Umsteigeverbindungen über ihr Drehkreuz in Kiew an. Mehrere Fluggesellschaften, die Langstrecken bedienen, haben ihre Frequenzen weiter erhöht, so etwa Qatar Airways und Emirates. Qatar Airways hat angekündigt, auf der Strecke Doha-Budapest noch in diesem Jahr ein Großraumflugzeug einzusetzen, was besonders für Business Class Passagiere eine positive Nachricht ist, weil das Produkt und der Service einfach noch besser sein werden. Emirates hat diesen Schritt schon gemacht und fliegt täglich die Strecke Dubai-Budapest mit einer Boeing 777.


Auf welche Neuigkeiten können sich die Passagiere in diesem Jahr noch freuen?

J.L.: Die wichtigste Neuigkeit ist sicher, dass Budapest und die USA wieder direkt verbunden sein werden. Nachdem wir jahrelang dafür gekämpft haben, ist es ab Mai endlich soweit: LOT wird viermal in der Woche nach New York/JFK und zweimal nach Chicago fliegen, American Airlines täglich nach Philadelphia. Ab Sommer fliegt zudem noch Air Canada rouge nach Toronto mit noch mehr Flügen als im Vorjahr. Wir werden also 2018 so viele Nordamerika-Verbindungen bieten können wie noch nie zuvor in der Geschichte unseres Flughafens.


Ist Nordamerika damit fürs erste abgedeckt?

J.L.: Kurzfristig sehen wir zunächst einmal keinen weiteren Destinationen. Klar wäre es toll, wenn von Budapest auch Städte an der US-Westküste wie Los Angeles oder San Francisco angeflogen würden. Das ist aber nichts, was ich für das nächste Jahr sehe. Viel eher rechne ich mit neuen Langstrecken-Destinationen nach Fernost. Vorstellbar halte ich Bangkok, Singapur, Seoul oder eine zweite Verbindung nach China, etwa nach Shanghai. Ich gehe davon aus, dass unsere nächste Langstreckenverbindung eine fernöstliche sein wird. Wir arbeiten hart daran, dies schon für 2019 Wirklichkeit werden zu lassen.

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Die neue Terminalerweiterung scheint fast zeitgleich mit dem Start der neuen Nordamerika-Destinationen fertigzuwerden. Was für ein Timing!

J.L.: (lacht) Ja, im Nachhinein sieht das Zusammenfallen beider Ereignisse wie perfekt geplant aus. Es waren aber natürlich zwei unabhängige Entscheidungen, die sich aber freilich im Endeffekt positiv unterstützen. LOT und American Airlines wären auch ohne den neuen Pier gekommen. Zunächst fällt eine Fluglinie auf Grund der zu erwartenden Nachfrage und der erzielbaren Ticketpreise auf einer Flugstrecke immer erst eine prinzipielle kommerzielle Entscheidung. Erst wenn diese Entscheidung positiv getroffen worden ist, geht es im zweiten Schritt um die operative Umsetzung. Dabei geht es dann um konkrete Details wie etwa die Abstellpositionen für das Flugzeug, Sicherheitsaspekte und Komfortfragen. Die Planer der beiden Fluglinien haben sich natürlich gefreut, dass ihre Passagiere – wenn auch nicht sofort nach dem Start der neuen Destinationen, sondern doch voraussichtlich ab August – ihre Maschinen bald deutlich komfortabler betreten und verlassen werden als in den Anfangsmonaten. Die Vertreter von LOT waren übrigens beeindruckt, wie schnell unser Pier-Projekt vorankommt und dass es den Passagieren sogar drei Monate früher als geplant zur Verfügung stehen wird.


Trotz der zügigen Bauzeit wird es aber einen etwa dreimonatigen Gap geben.

J.L.: Ja, aber der ist völlig unproblematisch und mit unseren vorhandenen Möglichkeiten im bestehenden Terminalgebäude und auf dem Vorfeld ohne weiteres überbrückbar. Eine Punktlandung wäre auch ein großer Zufall gewesen. Immerhin haben wir die Entscheidung für den Pier bereits vor drei Jahren getroffen, als mögliche Nordamerika-Verbindungen noch Zukunftsmusik waren. Wir gingen lediglich davon aus, dass unsere dynamische Entwicklung weiter anhalten und dass es bald noch mehr Langstreckenverbindungen geben wird. Gestützt auf diese Annahmen erkannten wir bereits 2015, dass es speziell bei unserem Non-Schengen-Produkt ab 2018 einen gewissen Kapazitätsengpass geben wird. Wir sollten Recht behalten. Auch derzeit wächst unser Non-Schengen-Verkehr dynamischer als der Verkehr aus dem Schengen-Raum. Der am schnellsten wachsende Markt war für uns im vergangenen Jahr übrigens Israel beziehungsweise unsere Tel Aviv-Verbindung. Auch unsere Verbindungen mit Russland, der Türkei und Fernost entwickeln sich sehr dynamisch.


R.D.: Beim Pier B, wie die Terminalerweiterung offiziell heißt, handelt es sich übrigens nicht um ein komplett neues Projekt. Es war – so wie auch der SkyCourt – bereits ein Teil des 2011 präsentierten Entwicklungsplans BUDFuture. Der Malév-Konkurs führte aber nur ein Jahr später dazu, dass dieses Projekt so lange zurückgestellt werden musste, bis wir nachweisen konnten, dass die Nachfrage wieder da ist. Mitte 2014 war es dann soweit: Wir holten das Projekt fertig wie es war wieder aus der Schublade hervor. Ja mehr noch: Da wir immer fest daran geglaubt hatten, dass wir den Passagiereinbruch nach der Malév-Pleite wieder wettmachen und auch darüber hinaus wachsen werden, hatten wir die Baugenehmigung für das Projekt vorsorglich Jahr für Jahr verlängert.

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Jost Lammers, CEO der Budapest Airport Zrt.

Warum trägt der neue Pier den Kennbuchstaben B und nicht A?

J.L.: Zunächst haben wir im Non-Schengen-Bereich Handlungsbedarf gesehen. Der ist nun bald abgearbeitet. Gleich danach müssen wir uns aber auch mit dem Schengen-Bereich beschäftigen. Auch hier sehen wir einen großen Bedarf auf uns zukommen. Wir haben bereits ein entsprechendes Projektteam aufgestellt, das an dem Konzept arbeitet. Das ganze läuft darauf hinaus, dass wir – sofern wir weiterhin ein kontinuierliches Passagierwachstum verzeichnen – nicht nur einen weiteren Pier am Terminal 2 benötigen, sondern auch den Bedarf für einen komplett neuen Terminal, also ein Terminal 3 sehen. Im Rahmen dieses Projektes wird die Realisierung des Pier A nochmals überprüft.


Wo wird der Terminal 3 entstehen?

J.L.: Direkt neben dem Terminal 2A auf einer bisherigen großen Freifläche. Dort wird es nicht nur einen weiteren Gebäudekomplex geben, sondern auch ausreichend Abstellflächen für die Flugzeuge. Der neue Terminal wird mit dem Terminal 2 zusammen eine funktionale Einheit bilden und auch unsere landseitigen Kapazitäten wie Check-in und Sicherheitskontrollstellen deutlich erweitern und flexibilisieren.


Wäre da nicht die Bezeichnung 2C logischer gewesen?

J.L.: Mit der Bezeichnung „3“ wollen wir deutlich machen, dass es sich um einen völlig neuartigen Terminal handelt, einen Terminal der neuen Generation. In Sachen Digitalisierung, Technologie und Service wird er ein Spitzenprodukt unserer Branche sein. Der Terminal 3 wird den modernsten Standards entsprechen. Wir wollen dabei keine glänzende Glas-Kathedrale schaffen, sondern wir legen vor allem auf Inhalte Wert – natürlich bei gleichzeitig zeitgemäßen, ansprechenden und funktionalen Design. Es soll ein „Smart Terminal“ werden, etwas wirklich Cleveres und Zukunftsweisendes. All das wollen wir mit der Bezeichnung „3“ zum Ausdruck bringen.


Sind Lösungen für den Terminal 3 auf anderen Flughäfen bereits Realität?

J.L.: Anfang des Jahres hat unser Projektteam Terminal 3 seine Arbeit begonnen. Zu seinen Aufgaben gehört es unter anderem, moderne europäische Flughäfen und deren Lösungen unter die Lupe zu nehmen. In das Projektteam werden auch die Fluggesellschaften und unsere IT-Partner eingebunden. Wir wollen Best-Practice und Know-how von allen Partnern zusammenbringen.

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Wie wird es mit den Terminals 2A und 2B weitergehen?

J.L.: Wir werden weiterhin viel dafür tun, um sie auf einem modernen und der höheren Passagierzahl angemessenen Niveau zu halten. Zurzeit tauschen wir beispielsweise im Terminal 2A im Abflugbereich schrittweise die kompletten Fliesen aus. Im SkyCourt erweitern wir die Sitzmöglichkeiten und die Toilettenkapazitäten. Außerdem verbessern wir hier kontinuierlich die Einkaufs- und Gastronomiemöglichkeiten. Erst im letzten Jahr haben wir die Anzahl der Check-in-Schalter um etwa 20 Prozent erhöht. Das Thema Digitalisierung wird auch in den bestehenden Terminals stärkere Berücksichtigung finden. So werden wir beispielsweise automatische Check-in-Schalter einrichten und Drucker für die eigenständige Gepäckaufgabe installieren. Erst kürzlich haben wir zudem die Wifi-Kapazitäten im Terminal deutlich erhöht und damit der gewachsenen Nachfrage angepasst.


R.D.: Außerdem werden wir auch alle bestehenden Lounges renovieren. Es geht um ein Upgrade von Einrichtung und Mobiliar. Aber auch das Catering und der Service sollen verbessert werden. Unsere Lounge-Produkte verkörpern schon jetzt einen guten Standard, wir können aber noch mehr machen. Unsere derzeit modernste Lounge, die bud:vip-Lounge, in der wir gerade das Interview führen, wurde übrigens Anfang des Jahres übergeben. Sie ist das Herzstück unseres neuen bud:vip-Produkts, über das bereits vor zwei Wochen im BZ Magazin zu lesen war.


Wann soll es mit dem Bau des Terminals 3 losgehen?

J.L.: Immer unter der Annahme, dass unser starkes zweistelliges Wachstum anhält, wollen wir zum Ende dieses Jahres eine grundlegende Entscheidung über das richtige Terminalkonzept für die Zukunft treffen. Es wird vermutlich um eine Investition im hohen zweistelligen bis dreistelligen Euro-Millionen-Bereich über mehrere Jahre gehen. Nach der Entscheidung werden wir das Bauvorhaben ausschreiben. Wenn alles nach Plan läuft, könnte bereits im dritten Quartal 2019 der erste Spatenstich erfolgen. Bei einer Bauzeit von ungefähr zwei Jahren könnte der Terminal 3 also 2021 fertig sein, wobei einzelne Module möglicherweise sogar schon früher der Nutzung übergeben werden können. Vielleicht geht alles sogar noch etwas schneller. Wir haben bisher mit unseren Bauprojekten stets positive Erfahrungen gemacht. Baugenehmigungen werden zügig und fristgerecht erteilt. Wir können voll auf die Unterstützung der kommunalen Selbstverwaltungen um uns herum zählen und natürlich auch auf die der Regierung.


Sollte nicht nördlich des Terminals 2 das Projekt Cargo City starten?

R.D.: Ja, aber es gibt noch genügend Flächen zwischen Cargo City und dem Terminal 2. Diese Flächen haben wir immer bewusst freigehalten. Wir haben einen Masterplan mit einem Planungshorizont von etwa 20 Jahren. Darin ist die entsprechende Fläche für eine mögliche Erweiterung des Terminal-Komplexes schon seit Längerem reserviert. Im BUD Future-Ausbauprogramm, in dessen Rahmen auch das Projekt Cargo City integriert ist, war der langfristige Masterplan zwar nicht sichtbar, existierte aber bereits im Hintergrund. In diesem Masterplan war bereits vorgesehen, dass es einmal einen zusätzlichen Terminal geben wird. Deswegen haben wir es immer vermieden, dort etwas zu bauen, was einem neuen Terminal im Weg stehen könnte. Beim Cargo City-Projekt haben wir darauf geachtet, dass zwischen diesem Projekt und dem Terminal 2 eine ausreichend große Fläche für einen Terminalneubau bestehen bleibt. All diese Planungen sind aufeinander abgestimmt.

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Was machen die anderen Cargo-Projekte des Flughafens?

R.D.: Ein großer Meilenstein war im Sommer letzten Jahres die fristgerechte Übergabe von zwei Logistikhallen an DHL Express und TNT Express. Beide Gebäude sind inzwischen voll ausgelastet. Die Mieter sind sehr zufrieden. Insgesamt 600 Arbeitsplätze sind dort entstanden. Beide Firmen haben mit uns langfristige Mietverträge unterschrieben und ich bin sicher, dass wir auch in diesem Cargo-Segment weiterhin ein dynamisches Wachstum erleben werden. Ausschlaggebend für beide Mieter waren auch die langfristig vorhandenen Kapazitäten am Flughafen Budapest. Jetzt steht aber das Projekt Cargo City ganz oben auf unserer Cargo-Agenda. Das erste Gebäude der entstehenden Cargo City ist bereits komplett vorvermietet.


Wann rechnen Sie mit dem Baubeginn?

R.D.: Den Bauantrag dafür haben wir am 31. Dezember letzten Jahres eingereicht. Anfang März lag bereits die Genehmigung vor. Den Tender für den Bauvertrag haben wir schon gestartet. Insgesamt 15 nationale und internationale Baufirmen haben sich dafür beworben. Wir rechnen damit, dass wir den Bauvertrag bereits im Sommer unterschreiben und unmittelbar danach mit dem Bau beginnen können. Von da ab kalkuliere ich mit zwölf Monaten Bauzeit. Im Sommer 2019 könnte das Gebäude bereits übergeben werden. Das neue Gebäude hat eine Nutzfläche von insgesamt rund 16.000 m². Ein zweites Gebäude ist bereits in Planung. Auch da sind wir schon in recht weit gediehenen Verhandlungen bezüglich der Mietverträge. Ich rechne damit, dass wir noch im Herbst mit dem Bau des zweiten Gebäudes beginnen können. Seine Übergabe könnte also auch noch 2019 erfolgen. Mit anderen Worten: Ende kommenden Jahres wird es bereits eine sichtbare Cargo City, bestehend aus zunächst zwei Gebäuden geben.


Wie entwickelt sich das Cargo-Volumen?

R.D.: Im letzten Jahr hatten wir etwas über 127.000 t. Das entspricht einem Wachstum von über 14 Prozent. Im EU-Raum ist Cargo im gleichen Zeitraum nur um 3 bis 4 Prozent gewachsen. In den letzten zwei Jahren haben wir ein Wachstum von fast 40 Prozent erzielt. Sollten sich der Export und Import weiterhin so dynamisch entwickeln, könnten wir in diesem Jahr erneut mit einem zweistelligen Wachstum rechnen. Wir werden also auf die 140.000 t zugehen. Das liegt vor allen Dingen daran, das viele Unternehmen hier in Ungarn, die Luftfracht immer häufiger über Budapest abwickeln und nicht über Flughäfen wie Wien oder Frankfurt. Dafür sind natürlich viele Flugverbindungen wichtig. Auf den neuen Langstreckenverbindungen nach New York, Chicago und Philadelphia werden die Luftfrachtkapazitäten – das sogenannte Belly Cargo – mit Sicherheit gut ausgelastet sein. Aber grundsätzlich, alle drei Cargo-Segmente (Belly Cargo, Freighter und Express) entwickeln sich hervorragend und tragen zum Gesamtwachstum bei. Unser Hauptaugenmerk richtet sich jetzt darauf, die Cargo City-Gebäude so schnell wie möglich an den Start zu bringen. Diese Gebäude werden dem Wachstum unseres Cargo-Volumens einen gewaltigen zusätzlichen Impuls geben.


In wie weit wird die Passagierkapazität des Flughafens durch die Übergabe des Pier B steigen?

J.L.: Kapazität ist etwas ganzheitliches, das bei den Parkmöglichkeiten für PKWs beginnt und bis hin zu den Parkmöglichkeiten für Flugzeuge reicht. Die Kapazität wird also von vielen Faktoren bestimmt und kann nur bei systematischer Entwicklung aller Faktoren erhöht werden. Deswegen bauen wir jetzt beispielsweise ein großes Parkhaus.

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Wie sieht hier der Zeitplan aus?

R.D.: Noch in diesem Jahr wird der erste Spatenstich erfolgen. Die Baugenehmigung ist schon erteilt und die Ausschreibung für den Bauvertrag läuft auf Hochtouren. Das Parkhaus wird auf ungefähr der Hälfte der Fläche des bisherigen Terminal Parkings entstehen. Bis jetzt haben wir sehr zügig die Parkflächen erweitert, um der Nachfrage gerecht zu werden. So hatten wir über den Terminal-Parkplatz hinaus in den vergangenen zwei Jahren insgesamt rund 2.300 Langfrist- beziehungsweise Holiday-Parkplätze entwickelt. Es gibt aber auch eine große Nachfrage nach einem Parkhaus in Terminalnähe. So etwas gehört ebenso zum Standard eines internationalen europäischen Hauptstadtflughafens wie ein Hotel in Terminalnähe, das wir jetzt ja endlich haben. Wir haben das Hotel plangerecht fertigstellen können. Die Bauzeit betrug etwas weniger als 18 Monate. Anfang Januar wurde es eröffnet. Die ersten Zahlen, die wir vom Betreiber Ibis Styles hören, sind sehr positiv. Wie es scheint, haben wir mit der Hotelkategorie, dem Angebot an Konferenzflächen, dem ebenfalls gut besuchten Restaurant und natürlich der fußläufigen Lage zum Terminal genau das richtige Produkt realisiert. Die bisherige Auslastung liegt über den Erwartungen. Ein Parkhaus zwischen Terminal und Hotel ist der folgerichtige nächste Schritt.


Wie groß wird das Parkhaus sein?

J.L.: Es wird aus sechs Stockwerken bestehen und Parkflächen für insgesamt rund 2.460 Fahrzeuge bieten. Von der 1. und 2. Ebene wird es überdachte Brücken zum Terminal geben. Das Erdgeschoss wird komplett als Mietwagenzentrum vorgesehen. Auf jeder Ebene wird es behindertengerechte Parkplätze geben. Generell wird die Breite aller Parkplätze mit etwa 2,50 m rund 10 Zentimeter über dem ungarischen Parkhausdurchschnitt liegen. Auf einer XXL-Ebene bieten wir aber auch extrabreite Parkplätze mit einer Breite von 3 m an. Auf jeder Ebene wird es Vorrichtungen für Ladestationen für Elektrofahrzeuge geben. Noch vor dem Sommer kommt die Bauausschreibung auf den Markt. Mit dem Baustart für das Parkhaus rechne ich im Oktober. Die Übergabe ist für das erste Quartal 2020 geplant. Mit anderen Worten: Anfang 2020 wird das Angebotspaket unseres Flughafens endlich komplett sein.

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René Droese, innerhalb der Budapest Airport Zrt. verantwortlich für den Bereich Immobilien und Cargo.


Wie entwickelt sich die Zusammenarbeit mit dem Staat und der Verwaltung?

J.L.: Sehr gut. In allen Bereichen können wir fest auf Unterstützung zählen. Stellenweise sogar in Bereichen, wo wir es weniger erwarten würden. Nur ein Beispiel: Ich war jetzt gerade in Bangkok und in Singapur. Wir haben dort Fluglinien in ihren Unternehmenszentralen besucht, die möglicherweise in naher Zukunft Budapest in ihr Streckennetz aufnehmen werden. An beiden Standorten hatten wir die volle Unterstützung der vor Ort aktiven ungarischen Botschaften. Das System, wonach Außenwirtschaft und Außenpolitik Hand in Hand arbeiten und organisatorisch miteinander verzahnt sind, funktioniert aus unserer Warte in der Praxis hervorragend. Vertreter der Botschaft hatten uns vom Flughafen abgeholt und am Vorabend gab es jeweils eine interne Vorbesprechung. Am anderen Tag begleiteten uns die vor Ort aktiven Botschafter beziehungsweise Wirtschaftsattachés zu den Terminen. Es lief alles sehr professionell und gut vorbereitet, die Botschaftsangehörigen agierten sehr hilfsbereit, aufgeschlossen und geschäftsorientiert. Bei den Gesprächen gab es eine gute Arbeitsteilung zwischen ihnen und uns: Sie präsentierten die landesspezifischen Besonderheiten und das politische und makroökonomische Umfeld Ungarns, wir konzentrierten uns hingegen auf die verkehrstechnischen und kommerziellen Fragen.


Mit welchen Argumenten werben Sie bei solchen Treffen für Budapest und Ungarn?

J.L.: Zunächst einmal mit den offensichtlichen Gegebenheiten. Budapest und Ungarn bieten eine unglaublich interessante und vielfältige Destination mit viel Wachstum und Dynamik für Geschäfts- wie Freizeitpassagiere. Es betrifft etliche, allen voran die Architektur, die Kultur und Geschichte, die Gastronomie, die Bäder-, Freizeit- und Wellnessvielfalt, die großartige Natur, die stetig wachsenden Donauflussfahrten und die Gastfreundschaft. Außerdem gibt es hier ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Positiv aufgenommen wird natürlich auch, dass Ungarn EU-Mitglied ist und sehr hohe Sicherheitsstandards für Gäste und Besucher aus aller Welt bietet. Für Budapest spricht auch das immer engere Netz an Direktverbindungen. Momentan können von Budapest aus über 130 Städte direkt angeflogen werden. Über Budapest kann man praktisch ganz Europa erreichen.

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