Forty shades of green

In der ungarischen Metropole findet die Parade zum St. Patrick’s Day in diesem Jahr bereits zum achten Mal statt. Allerdings nicht direkt am Feiertag, sondern jeweils an dem Sonntag, der dem Feiertag am nächsten liegt, in diesem Jahr ist es der 18. März. Iren und Irlandfans treffen sich ab 13.30 Uhr auf dem Szabadság tér, der an diesem Tag von fantasievollen Kostümen, irischem Brauchtum, irischer Musik und der Farbe Grün dominiert wird.

Grün ist die traditionelle Farbe Irlands, das auch als „grüne Insel“ bekannt ist. Johnny Cash besingt in der Ballade „forty shades of green“ sehr treffend das Irland-Feeling. Und viele, viele Grün-Schattierungen werden dann auch am kommenden Sonntag mitten im Herzen Budapests zu sehen sein. Organisiert wird das Festival wie immer vom Irisch-Ungarischen Geschäftskreis Verein (IHBC), der sich dem Aufbau von geschäftlichen und gesellschaftlichen Netzwerken zwischen Irland und Ungarn verschrieben hat. Interessenten können sich auf der Website des Vereins näher informieren: www.ihbc.hu

Festumzug auf Irish

Während sich die Menge auf dem Szabadság tér versammelt, gibt es für die Gäste und Zuschauer nicht nur ein farbenprächtiges, sondern auch ein unterhaltsames Programm. Riesige Puppen, eine Majorette-Gruppe, Stelzbeinläufer, Luftballons und Riesenschaumblasen, bunte Kostüme, typisch irische Getränke, irische Musiker, irische Hunde – und schottische Dudelsackbläser, die den Festumzug begleiten. In den anderthalb Stunden, bis der Zug sich in Bewegung setzt, gibt es allerhand zu sehen und zu bestaunen. Alle Irlandfreunde sind herzlich eingeladen, sich dem Festumzug anzuschließen, der sich um 15.00 Uhr in Bewegung setzt.

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Die Parade in verläuft in Richtung Innenstadt und zieht unter anderem über die Andrassy-út, bis man gegen 16.00 Uhr im Fogasház-Instant Klub (VII., Akácfa u. 49-51) eintrifft, wo die Feier mit vielfältigen Musik-, Tanz-, Kinder- und Familienprogrammen fortgesetzt wird. Auch das leibliche Wohl kommt nicht zu kurz, irische Speisen und Getränke, vor allem das beliebte Guinness, erwarten die Gäste, während mehr als 15 Bands mit irischer Live-Musik für Stimmung sorgen. Aber nicht nur im „Instant“, sondern in allen Irish Pubs der Donaumetropole wird an diesem Abend fröhlich und ausgiebig gefeiert.

St. Patrick’s Day around the world

Selbstverständlich wird der St. Patrick’s Day vor allem in Irland mit unzähligen Paraden und volksfestähnlicher Stimmung zelebriert. Aber all die vielen Irlandfreunde und Iren rund um den Globus feiern diesen Tag auch fern der Insel. Die größten Paraden außerhalb Irlands gibt es in München, New York, Boston, Manchester und Chicago – hier werden zur Feier dieses Tages sogar die Flüsse grün eingefärbt. Auch in München nimmt man am „greening“ teil, die Fassaden einiger Bauwerke, wie beispielsweise am Hofbräuhaus oder am Münchner Hard Rock Café, werden nach Einbruch der Dunkelheit mit grünem Licht angestrahlt. Von den etwa 500 bis 600 Iren, die sich zweitweise oder auch für länger in Ungarn niedergelassen haben, leben die meisten in der Nähe der Hauptstadt oder direkt in Budapest. Es nimmt also nicht Wunder, dass die Parade am St. Patrick’s Day in Budapest sehr großen Zuspruch findet und von Jahr zu Jahr mehr Besucher anzieht.

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Der Schutzpatron Irlands – St. Patrick

Der Heilige Patrick ist der Schutzheilige Irlands. Die Iren verehren ihn sehr. Er lebte vor rund 1500 Jahren, im 5. Jahrhundert. Die genauen Geburts- und Todesdaten sind nicht bekannt. Um sein Leben und Wirken ranken sich Legenden und Mythen. Die gängigste Version ist folgende: Patrick war der Sohn eines römischen Offiziers, der in Britannien stationiert war. Er wurde in Wales geboren und genoss eine seinem Stand angemessene Erziehung. Sein Vater war in der örtlichen Kirchengemeinde tätig, so wuchs Patricius, wie er damals hieß, im christlichen Glauben auf.

Doch er wurde von Sklavenjägern verschleppt und nach Irland verkauft. Dem jungen Patricius glückte nach einigen Jahren die Flucht und er gelangte auf abenteuerlichen Wegen nach Gallien, wo er in ein Kloster eintrat. Doch Stimmen riefen ihn nach Irland zurück und er setzte alle Hebel in Bewegung, um wieder auf die Insel zu kommen. Er wurde vom Papst als Bischof nach Irland geschickt, um hier den christlichen Glauben zu verbreiten. Der Missionar war ausgesprochen aktiv, er gründete Klöster, Kirchen und Schulen.

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Die Legende sagt, dass er 40 Tage lang auf dem Croagh Patrick, dem heiligen Berg im Nordwesten der Insel, gefastet hat wie Jesus in der Wüste. Anhand eines Kleeblatts erklärte er den Iren die Christliche Dreieinigkeit, daher ist das Kleeblatt ein typisch irisches Glückssymbol. Er soll auch die Schlangen von der Insel vertrieben haben – tatsächlich gibt es in Irland keine Schlangen. Und aus diesem Grund darf eine riesige Schlange aus Pappmaché und grünen Tüchern bei der Parade nicht fehlen.

St. Patrick’s Day – Das Fest der Verbrüderung

Seit dem 7. Jahrhundert taucht der 17. März als der Todestag des Heiligen in schriftlichen Aufzeichnungen auf. Deshalb ist der 17. März der wichtigste Feiertag für alle Iren und Irlandfreunde – und solche, die es noch werden wollen. Fremde sind ja Freunde, die man bisher bloß noch nicht getroffen hat. („There are no strangers here; only friends you haven't yet met.” William Butler Yeats, irischer Dichter.) So ist der St. Patrick’s Day auch immer ein Fest der großen Verbrüderung. Nun, dann lasst uns am 18. März in Budapest einen herrlichen Tag verbringen und neue Freunde finden!

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