„Ungarn wächst und gedeiht, das sieht selbst ein Blinder“, meinte Orbán. Investitionen seien nur in einem politisch und rechtlich stabilen Land möglich, fügte er mit Blick auf die anstehenden Parlamentswahlen hinzu. Der Premier bezeichnete das größte einheimische Unternehmen als „erstrangig“ und sieht viele Gründe, warum die Ungarn ihre MOL lieben können. Es handle sich um ein Unternehmen im nationalen Eigentum, in dem die Leistungen ungarischer Menschen stecken. Die MOL-Gruppe beschäftige in Ungarn rund 8.000 Menschen, ohne sie wäre nicht an eine Energieversorgungssicherheit zu denken, die MOL ist stark genug, um große internationale Konzerne anzulocken und sie zahlt bedeutende Steuern in den Haushalt ein. Tiszaújváros habe nun einen großen Schritt getan, um zum bedeutendsten Chemiezentrum Mitteleuropas aufzusteigen.

Der ungarische Mineralölkonzern plane bis 2030 Gesamtinvestitionen von 1.300 Mrd. Forint (4,2 Mrd. Euro), was nach den Worten Orbáns mehr seien, als die Investitionen von Mercedes und Audi in Ungarn zusammengenommen. Der Ministerpräsident erinnerte an den Rückkauf des russischen MOL-Aktienpakets in 2011. Man habe in Moskau „Blut und Wasser geschwitzt“, die Mission bei Präsident Putin aber zum Erfolg gebracht, obgleich der doch international nicht gerade unter den „Weichlingen“ geführt wird. Ohne diesen Rückkauf von gut 20% der Aktien hätte der Staat aber nicht 12 Mrd. Forint an Steuervergünstigungen für diese Zukunftsfabrik gewähren können.

Die Kooperation mit der japanischen JSR-Gruppe wurde 2013 fundiert, erinnerte MOL-Vorstandsvorsitzender Zsolt Hernádi (2.v.l.) an die Anfänge des Großprojekts. Tiszaújváros erhält eine Technologie von Weltniveau – eine vergleichbare Fabrik gibt es vorläufig nur in Thailand. Im Herbst wird die Produktion hochgefahren, die überwiegend Hochleistungsreifen für die Automobilindustrie verkörpert. Damit habe die MOL-Gruppe die eigene Wertschöpfungskette verlängert.

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