Zu dem Workshop, der den EU-Annäherungsprozess der sechs westlichen Balkanländer, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Kosovo, Montenegro und Serbien, zum Inhalt hatte, luden das Institut für Auswärtige Angelegenheiten und Außenwirtschaft (KKI) sowie die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) ein. Das Ziel der Veranstaltung war die Analyse der Region aus einer externen Perspektive.

Sicherheitsfragen, Infrastruktur und innenpolitische Spannungen im Vordergrund

Die Veranstaltung war in einen geschlossenen Teil am Vormittag und einen offenen Teil am Abend gegliedert. Intern diskutierten die Teilnehmer über verschiedene Aspekte des Westbalkans. Dabei standen vor allem Sicherheitsfragen, die Infrastruktur sowie innenpolitische Spannungen im Vordergrund.

An der Veranstaltung nahmen Vertreter aus China, Russland, der Türkei sowie einigen Mitgliedsländern der Europäischen Union teil. Bei den Redebeiträgen wurde unter anderem festgestellt, dass China keineswegs als Bedrohung wahrgenommen werden solle, sondern vielmehr als Stabilisator und Investor, der zur zukünftigen Entwicklung der Region beitragen könne. Russland hingegen verspreche sich von einem möglichen Beitritt der Westbalkanländer zur Europäischen Union einen verbesserten und intensiveren Austausch mit den übrigen Mitgliedsstaaten.

Außerdem wurde darauf aufmerksam gemacht, dass bis 1995 über anderthalb Millionen Menschen aus dem Westbalkan in die Türkei immigriert sind. Sorgen und Bedenken wurden bezüglich Korruption und Kriminalität geäußert, die unmittelbar mit der wirtschaftlichen Lage einhergehen: Vorwiegend junge und gut ausgebildete Leute verlassen das Land, da sie in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union bessere Arbeitsbedingungen vorfinden. Die sechs Länder müssten ihr Konkurrenzdenken aufgeben und gemeinsam eine Lösung ihrer Probleme erarbeiten, so die einheitliche Meinung der Experten.

Szijjártó: EU-Beitritt der Westbalkan-Länder stärkt die EU

Am frühen Abend wurde die Veranstaltung in den Räumen des Instituts für Auswärtige Angelegenheiten und Außenwirtschaft (KKI) fortgesetzt. Nach den Grußworten von Frank Spengler, Leiter des Auslandsbüros Ungarn der Konrad-Adenauer-Stiftung und seines Kollegen Márton Schőberl, Direktor des Instituts für Auswärtige Angelegenheiten und Außenwirtschaft, eröffnete Péter Szijjártó, Minister für Außenwirtschaft und Auswärtige Angelegenheiten, die Veranstaltung. Szijjártó wies darauf hin, dass die EU nun mit einer der wichtigsten Herausforderungen konfrontiert sei.

Dennoch dürfe man diese emotionale Debatte nicht emotional führen, sondern müsse sie rationalisieren. Den Herausforderungen, mit denen sich die Gemeinschaft derzeit konfrontiert sehe, könne nur gemeinsam begegnet werden. Zudem ermahnte Szijjártó die Gäste zu bedenken, dass der Westbalkan bereits in der EU sei, schließlich sei er von Mitgliedsstaaten umgeben. „Wir Europäer denken, dass die Erweiterung der Schlüssel zur Lösung der Probleme ist, denn je mehr wir sind, desto stärker sind wir.“

Im Folgenden diskutierten Zsolt Németh, Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten der Ungarischen Nationalversammlung, Knut Abraham, Referatsleiter für Bilaterale Beziehungen im Bundeskanzleramt sowie Clive Rumbold, stellvertretender Leiter der Abteilung für den westlichen Balkan des Europäischen Auswärtigen Diensts, über den Fortschrittsbericht der EU-Kommission und welchen Beitrag einzelne Länder zum Gelingen beitragen könnten. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Márton Ugrósdy, stellvertretender Direktor für Strategische Angelegenheiten des Instituts für Auswärtige Angelegenheiten und Außenwirtschaft, Ungarn.

Demokratische Entwicklung muss noch nachhaltiger werden

Einig war man sich in den Punkten, dass der Westbalkan noch viel zur Verbesserung des Ansehens beizutragen habe. Allen voran müsse für wirtschaftliche Entwicklung, Infrastruktur und Sicherheit gesorgt werden, damit die Region für Touristen und Investoren ein attraktives Ziel werden könne. Solange in den Ländern des Westbalkans die demokratische Entwicklung im Sinne der europäischen Werte nicht nachhaltig als gesichert betrachtet werden könne, sei eine Aufnahme in die Europäische Union nicht möglich.

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