Das Continental Hotel Budapest ist wohl mit Abstand eines der am besten verstecktesten Vier-Sterne-Hotels der Hauptstadt. Von außen lässt sich kaum erahnen, wie hinter der schlichten Häuserfront an der Ecke von Dohány utca und Nyár utca nur Platz für ganze 272 Zimmer und Suiten, einen großzügigen Fitness- und Spabereich sowie ein elegantes Fine-Dining-Restaurant sein kann. Doch tritt man erst durch die pompöse Pforte des ehemaligen Thermalbades Húngaria in die luftige, im Art-déco-Stil gehaltene Halle des Hotels wird einem klar, dass der erste Eindruck täuscht.

Weltmännisches Flair im Herzen des Partyviertels

Selbiges gilt auch für das hoteleigene Restaurant ARAZ: Zur Straßenfront hin schmal geschnitten öffnet sich dieses französisch angehauchte Fine-Dining-Lokal im hinteren Bereich zum Innenhof des Hotels hin und bietet somit viel Licht, aber auch genug Raum für ein umfangreiches Büffet.

Immer sonntags wird hier zwischen 12 und 15 Uhr auch ein später Sonntagsbrunch veranstaltet. Mit diesem monatlich unter jeweils anderer kulinarischer Flagge stattfindenden Angebot erfreut sich das ARAZ nicht nur bei den Gästen des Continental Hotel Budapest einiger Beliebtheit. Gerne wird das All-inclusive-Angebot, zum Festpreis von 7.490 Forint pro Person, auch von Einheimischen genutzt. Das dürfte vor allem zwei Gründe haben:

Mit seinen aufwendig gestalteten Innenräumen, die sowohl von einer zeitlosen Geradlinigkeit der Einrichtung zum einen, zum anderen aber auch durch einen mutigen Umgang mit Farben und modernen Formen gekennzeichnet sind, verströmt das ARAZ eine Art weltmännisches Flair, dass man sonst eher in Fashion-Metropolen wie Paris oder New York vermuten würde. Seine Lage im Herzen des jüdischen Viertels, welches gleichzeitig auch eines der Szene- und Partyviertel der Hauptstadt ist, dürfte es auch für ein junges beziehungsweise jung gebliebenes Publikum interessant machen. Unter der Woche verbindet das ARAZ auf seiner Speisekarte die Weltküche der Jahrhundertwende mit den Gastrotrends von heute, wobei aber ein besonderes Augenmerk auf der französischen Küche liegt.

Spezialitäten aus Südamerika

Für den Sonntagsbrunch begibt sich das Restaurant jedoch Woche für Woche auf eine kulinarische Reise in fremde Länder und bietet seinen Gästen einen besonderen Einblick in die Küche einer bestimmten geografischen Region. Für den Monat März ist es die Küche Südamerikas, die es beim Sonntagsbrunch im ARAZ zu entdecken gilt. Mit 20 verschiedenen Speisen, darunter Suppen, Vorspeisen, Hauptgerichte, Beilagen und Desserts, sind von Chile bis nach Venezuela, die kulinarischen Traditionen eines ganzen Kontinents vertreten.

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So findet sich am Büffet etwa eine deftige Erdnuss-Kartoffelsuppe aus Bolivien, Miniatur-Chivitos (eine Art Steaksandwich) aus Uruguay, ebenso wie Chilibohnensalat aus Paraguay und Buñuelos (frittierte Maisbällchen mit Käse) aus Kolumbien. Zu den angebotenen Hauptspeisen und Beilagen gehören neben argentinischer gefüllter Rindroulade, genannt Matambre, und argentinischen Ministeaks in pikanter Chimichurri-Sauce auch Empanadas mit Hühnerfleischfüllung, wie man sie in Chile gerne isst, und herzhaft gefüllte Maistortillas. Auch gebackene Süßkartoffeln, Quinoa und Maisauflauf dürfen natürlich nicht fehlen. Wem der süße Zahn tropft, der findet an der Dessertecke des Büffets Erdbeeren in süßer Creme, einen leichten Chiapudding mit Himbeeren und Blaubeeren, aber auch Schokoladenspezialitäten aus dem bolivianischen Sucre sowie ein venezuelisches Waffelgericht mit zuckrigem Sirup.

Im Angebot des Sonntagsbrunches inbegriffen sind neben dem unbegrenzten Verzehr der verschiedenen Speisen auch der unbegrenzte Konsum von Hauswein, Softdrinks, Säften, Mineralwasser und Limonaden. Zur Begrüßung wird zudem ein Glas Sekt gereicht und natürlich muss man auch auf den obligatorischen Kaffee nach dem Essen nicht verzichten.

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Fazit

Zugegeben beim Sonntagsbrunch des ARAZ handelt es sich wohl mehr um ein Lunchbüffet als um ein „Breakfast“ oder gar irgendetwas dazwischen. Auch der späte Beginn ab 12 Uhr spricht mehr für ein Mittagessen. Damit ist der ursprüngliche Gedanke der ikonischen Mahlzeit zwischen Frühstück und Mittag zwar ad absurdum geführt, aber seien wir mal ehrlich: Für Frühaufsteher kommt der Brunch zu spät, sie müssen ohnehin zuvor schon frühstücken, und denjenigen unter uns, die sich vor 10 Uhr am Sonntag eh nicht aus den Federn bemühen, macht es meist nichts aus, direkt zum Mittagessen überzugehen.

Überraschend ist, dass trotz der zentralen Lage innerhalb der verwinkelten Gassen des VII. Bezirks der Lärm der Straße doch vor der Tür bleibt, und mit ihm ein bisschen auch die Sorgen des Alltags. Während man sich in allerbester Sonntagsstimmung – und vielleicht nicht immer ganz so vornehm – der Völlerei hingibt, sorgt jazzige Live-Musik im Hintergrund für das nötige Niveau. Eltern mit jungen Kindern dürften sich zudem ganz besonders über den angebotenen Kindertisch freuen, an dem die Kleinen mit Basteleien, Malbüchern und Spielen von geschulten Mitarbeitern betreut werden, sodass Mama und Papa in aller Ruhe den Sonntagmittag ausklingen lassen können.


ARAZ

Budapest, VII. Bezirk, Dohány utca 42-44

Sonntagsbrunch wöchentlich 12 bis 15 Uhr

Reservierungen unter +36-1-815-1100 oder araz@araz.hu

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.araz.hu


Preise: 7.490 Forint pro Person, Kinder bis 6 Jahre essen kostenlos und Kinder bis 12 Jahre für nur 50 Prozent des Preises

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