Alles, was in der ungarischen Gastronomie Rang und Namen hat, aber auch zahlreiche Prominente versammelten sich am 19. Februar im Budaer Várkert Bazár. In ausgelassener Stimmung fieberte man gemeinsam der Bekanntgabe der diesjährigen Preisträger des „Volkswagen Dining Guides“ entgegen.

Die jährlich vergebenen Auszeichnungen sind so etwas wie die Oscars der ungarischen Gastronomiebranche. Und ähnlich wie bei den Oscars geht es wohl vor allem darum, an einem Abend des Jahres die Branche als Ganzes zu feiern, die einzelnen Preisträger sind dabei letztendlich nicht immer eine große Überraschung. Das liegt aber vielleicht auch in der Natur der Sache, denn auch wenn sich der ungarische Gastromarkt gerade in den letzten Jahren durch eine enorme Mobilität auszeichnet – täglich öffnen neue Restaurants, Chefköche kommen und gehen, sogar Michelin-Sterne werden verteilt und schon ein Jahr später wieder aberkannt –, an der Spitze ändert sich nur selten etwas.

So ähnelt auch die diesjährige TOP 10, beziehungsweise aufgrund des Punktegleichstands bestimmter Kandidaten die TOP 12 der ungarischen Restaurants im „Volkswagen Dining Guide“ stark der des Vorjahres. Einzig das im Pester Boscolo-Hotel ansässige Salon Étterem unter Chefkoch András Wolf, letztes Jahr noch auf Platz 7, verschwindet 2018 aus der TOP 10. Dafür konnten das, sich über Jahre langsam an die Spitze vorarbeitende Arany Kaviár sowie die beiden, erst 2017 eröffneten Lokale Fáma und Stand25 in den Kreis der Besten vorrücken. Die Auszeichnung „Restaurant des Jahres“ ging mit 93 von 100 möglichen Punkten in der Bewertung der Jury in diesem Jahr erneut an das Budapester Nobelrestaurant Costes und dessen Küchenchefin Eszter Palágyi.

Die Besten der Besten

Erstmals testete der „Volkswagen Dining Guide“ in diesem Jahr neben Restaurants und Streetfoodlokalen auch ungarische Konditoreien. Insgesamt 100 Lokale in ganz Ungarn besuchten die Tester und wählten im Anschluss aus 65 von ihnen das Beste des Landes aus. Der vom Kaffeeanbieter Nespresso gesponserte Preis „Konditorei des Jahres“ ging an die Patisserie Mihályi in Vác. Eine weitere Neuheit stellte die Auszeichnung „Bestes Weinangebot des Jahres“ dar, für die der „Volkswagen Dining Guide“ die zur Zwack-Familie gehörende Kellerei Zwack Izabella Borkereskedés als Unterstützer gewinnen konnte. Der Preis ging an das Budapester Fine-Dining-Lokal Borkonyha.

In der Kategorie Streetfood zeichnete in diesem Jahr der Palinkahersteller Gyulai Pálinka das mit Frische und außergewöhnlichen Rezepten überzeugende Miskolcer Lokal Pizza, Kávé, Világbéke aus. Den durch das Unternehmen Hennessy gesponserten Preis „Nachwuchschefkoch des Jahres“ erhielt Péter Kovács vom Budapester Fine-Dining-Restaurant Tama. Auch den „Chefkoch des Jahres“ fand man in der ungarischen Hauptstadt. Ádám Barna, seines Zeichens Küchenchef in der St. Andrea Borbár, wurde mit der durch den Getränkehersteller San Pellegrino unterstützten Auszeichnung geehrt. Mit dem Titel „Innovativste Küche des Jahres“ darf sich auch dank der Firma Neff von nun an das Weinlokal Innio schmücken. Unicum Riserva sponserte wiederum den Preis „Aufregendste Küche des Jahres“, der am Galaabend an Rockstar-Chefkoch Krisztián Huszár für sein Asian-Fusion-Lokal Fáma übergeben wurde.

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Tibor Rosenstein für Lebenswerk geehrt

Einer der berührenden Momente des Abends war jedoch eindeutig die Verleihung des Lebenswerk-Preises an Tibor Rosenstein. Der Betreiber des gleichnamigen Budapester Restaurants gehört seit Jahrzehnten zu den grauen Eminenzen der ungarischen Gastroszene. Zwar hat der heute weit über 70-Jährige im Geschäftsalltag mittlerweile das Zepter an seinen Sohn Róbert Rosenstein weitergereicht, ist jedoch nach wie vor beinahe täglich in seinem Restaurant anzutreffen. Als eines der wenigen jüdischen Fine-Dining-Lokale bietet das Rosenstein in Budapest schon seit 1996 die Möglichkeit, sich von der Vielfältigkeit der koscheren Küche zu überzeugen. Von der Auszeichnung für sein Lebenswerk zeigte sich Tibor Rosenstein sichtlich berührt, er dankte der Jury für die Ehre.

Bei der Auswahl der Preisträger suchte sich der „Volkswagen Dining Guide“ auch in diesem Jahr erneut tatkräftige Unterstützung von international renommierten Experten. Mit dabei war erneut der italienische Chefkoch und langjährige Direktor der italienischen Ausgabe des „Guide Michelin“, Fausto Arrighi. Mit Enrico Cerea hatte sich der Restaurantführer aber noch weitere Verstärkung aus dem Heimatland von Pizza und Pasta geholt. Von der Expertise Cereas, der als Chefkoch und Patisserie-Chef des Drei-Sterne-Restaurants Da Vittorio im norditalienischen Bergamo bewiesen hat, dass er weiß, worauf es in der internationalen Spitzenküche ankommt, profitierte der „Volkswagen Dining Guide“ insbesondere in Bezug auf die neu geschaffene Konditorei-Sektion des Restaurantführers.

Am Galaabend rief Cerea die ungarischen Chefköche und Gastronomen dazu auf, sich wieder mehr auf ihre nationale Identität und die damit einhergehenden Traditionen zu besinnen, statt nur internationalen Trends zu folgen.

Das sind Ungarns TOP 10+2 Restaurants des Jahres (in alphabetischer Reihenfolge):

Anyukám Mondta mit Chefkoch Szabolcs Dudás

Arany Kaviár mit Chefkoch László Kanász

Babel mit Chefkoch István Veres

Borkonyha mit Chefkoch Ákos Sárközi

Costes mit Chefköchin Eszter Palágyi

Costes Downtown mit Chefkoch Tiago Sabarigo

Fáma mit Chefkoch Krisztián Huszár

MÁK mit Chefkoch János Mizsei

Olimpia mit den Chefköchen Csaba Ádám und Ádám Garai

Onyx mit Chefkoch Ádám Mészáros

St. Andrea Borbár mit Chefkoch Ádám Barna

Stand25 mit den Chefköchen Szabina Szulló und Tamás Széll

Welche weiteren gastronomischen Betriebe zu den TOP 100 in Ungarn gehören, erfahren Sie im „Volkswagen Dining Guide TOP 100 Restaurantführer“. Dieser ist ab sofort im Buchhandel, in ausgewählten Zeitungsläden und an Tankstellen für 1.690 Forint erhältlich.

Gespräch mit Balázs Dalnoki, Volkswagen-Markendirektor bei Porsche Hungaria

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Ist Ungarn das einzige Land, in dem sich die Marke Volkswagen und Fine-dining berühren?

Mir ist keine weitere derartige Aktivität in einem Land bekannt, in dem Volkswagen aktiv ist. Das heißt aber nicht, dass es so eine Berührung nur bei uns gibt.

Gibt es irgendwelche Traditionen oder Vorbilder der Marke Volkswagen bezüglich eines solchen Sponsorings?

Volkswagen steht gern hinter Initiativen, die mit Qualität, Individualität oder Innovation zu tun haben, schließlich sind das alles auch Werte unserer Marke. Im Falle des Dining Guides war es besonders einfach, sich für das Sponsoring zu entscheiden, denn für die Gala, den Restaurantführer, die dort aufgeführten Restaurants und deren Gäste ist der gleiche feine Geschmack charakteristisch, wie für unsere Volkswagen-Kunden. Wir streben eine herausragende Leistung an, neben dem Inhalt schenken wir aber auch dem Erscheinungsbild eine große Aufmerksamkeit. Wegen all dieser Aspekte war es vom ersten Augenblick an klar, dass wir zusammenpassen. Zurzeit verhandeln wir übrigens darüber, jedem Volkswagenkäufer einen Volkswagen-Dining Guide Restaurantführer zu schenken.

Was erhoffen Sie sich von dieser Zusammenarbeit? Planen Sie eine Fortsetzung?

Wir vertrauen darauf, dass wir über den Restaurantführer und die Preisverleihung einem noch größeren Personenkreis unsere zuvor erwähnten Markenwerte bekanntmachen können. Bisherige Rückmeldungen von Partnern und Kunden belegen eindeutig, dass diese Absicht aufgeht. Wenn es unsere Möglichkeiten erlauben, möchten wir diese Zusammenarbeit auf jeden Fall fortsetzen.

Aufgrund welcher Kriterien wählen Sie selbst ein Restaurant aus?

Bei der Wahl eines Restaurants schaue ich immer auf die Qualität, den Service und natürlich, ob das Preis-Leistungs-Verhältnis akzeptabel ist – womit wir wieder bei den Werten unserer Marke sind (schmunzelt). In Ungarn gibt es inzwischen ein immer größeres Angebot an Restaurants, die bei diesen drei Kriterien sehr gut abschneiden. Es ist immer schwerer, hier den Überblick zu behalten. Von daher hat eine glaubwürdige Quelle wie der Dining Guide eine große Existenzberechtigung. Glaubwürdigkeit zählt übrigens ebenso zu den Werten der Marke Volkswagen.

Orsolya Fónyad

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