Ich bin jedoch auch zutiefst erbost! Ich, der bereits bei der Aufdeckung der Rajk-Bande (Anm.: László Rajk war ein ungarischer kommunistischer Politiker, der 1949 während der stalinistischen Säuberungen als „imperialistischer Agent“ in einem Schauprozess zu Tode verurteilt und anschließend hingerichtet wurde) in jedem Tagesblatt geschrieben habe, welch‘ schwere Strafe diese, die ungarischen Interessen hintergehenden Verräter verdienen, gerade ich wurde jetzt nicht gefragt. Die Geschichte ist mein Zeuge, mein Rat wurde schon damals umgesetzt!

Ich hoffe, meine Vorschläge erreichen Sie noch rechtzeitig, sodass die Feinde des Volkes, der ungarischen Menschen, umso schneller ihre gerechte Strafe erhalten.

Zuallererst: Es ist keinesfalls ausreichend, dass die Migrantenstreichler sich selbst anzeigen. Es wäre viel mehr erforderlich, dass zahlreiche aufrechte Mitbürger in die sogenannten „zivilen“ Organisationen eintreten, um dann im Geheimen an die Behörden zu melden, was dort wirklich vor sich geht. Ich halte es für wichtig, dass sie in Zukunft überall nur noch zu zweit auftreten dürfen, so können sie sich gegenseitig ausspionieren und prüfen, ob ihre Berichte auch wirklich genau sind. Wir sollten die aus Patriotismus arbeitenden Kollegen „Netzwerkpersonen“ nennen oder „geheime Mitarbeiter“. Wir sollten ihnen ausgebildete Polizeioffiziere überordnen, mit denen sie sich regelmäßig in öffentlichen Lokalen oder extra dafür eingerichteten Wohnungen treffen können. Ihre Daten können im Innenministerium dann von der (Migranten-)Abwehrabteilung verwaltet werden.

Ich unterstütze die Androhung abschreckender Strafen – beziehungsweise deren Umsetzung – für all jene Organisationen und deren Mitglieder, die unserer Heimat mit voller Absicht großen Schaden zufügen. Es reicht nicht, nur 25 Prozent der aus dem Ausland eingehenden Spenden einzuziehen – lasst uns alles einziehen und mit einer 100-prozentigen Strafsteuer belegen! Ihre offiziellen Mitglieder und Sympathisanten sollten wir als Wiederholungstäter einsperren, um die noch unverdorbenen Mitglieder unserer demnächst erblühenden Zukunft vor deren Einfluss zu schützen. Lasst uns innerhalb unseres Landes auf körperliche Bewegung abzielende Bereiche abstecken, in fremder Zunge Internierungslager genannt, in denen wir diese Feinde des Volkes in möglichst ländlichen Gebieten wie der Hortobágy konzentrieren.

So würde auch die Sperrzone um das Grenzgebiet überflüssig. Migrantenfreunde wie Angela Merkel werden ja zum Glück schon durch die bisher vorgesehene Form des Gesetzes von Ungarn ferngehalten. Ich empfehle auch die Einführung einer Spendensammlung am Beispiel des „Friedensmarsches“ – ein „Friedensdarlehen“ sozusagen. Weiterhin sollte der bereits einmal erfolgreich genutzte Begriff des „Friedenskampfes“ wieder eingeführt werden.

Zu guter Letzt könnte auch die Opposition, diese potenziellen Migrantenhelfer, abgeschafft werden, schließlich werden in der neu zu schaffenden völkischen Heimatfront nur solche Organisationen einen Platz finden, die die durch Volksbefragungen und Referenden gestützte Politik unserer Regierung gutheißen. Aus dieser Front könnte bei Wahlen dann ausgesucht werden, wer die ungarischen Bürger zukünftig im Parlament vertreten soll. (…)

Der hier in Auszügen wiedergegebene Kommentar erschien am 17. Februar auf dem Onlineportal der linksliberalen Wochenzeitung hvg.

Aus dem Ungarischen von Elisabeth Katalin Grabow.

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