Unter den Parteichefs bleibt Ex-Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány von der DK der auf dem Papier reichste Mann, dessen Vermögen im vergangenen Jahr dank seiner Altus Portfólió Kft. um 200 Mio. Forint zunahm. Der Jobbik-Vorsitzende Gábor Vona verfügt über wenig Erspartes und eine 1.500 m2 große Weide, der KDNP-Chef Péter Harrach ist Miteigentümer an vier Immobilien. Auch die Co-Vorsitzende der LMP, Bernadett Szél, besitzt keinerlei Sparguthaben, sondern nur zwei Immobilien, ihr Kollege Ákos Hadházy gab ein Autoleasing ebenso an, wie hohe Bankschulden, zwei Immobilien und die Geschäftsführung in einer Privatfirma.

Dem Stellvertretenden Ministerpräsidenten Zsolt Semjén gehören neben Spareinlagen von 4,5 Mio. Forint zwei Immobilien, Kanzleramtsminister János Lázár besitzt mittlerweile mehr als zwei Dutzend Immobilien, 55 Mio. Forint an Ersparnissen und noch mehr Schulden sowie zwei teure Fahrzeuge (unter anderem eine V-Klasse von Mercedes-Benz). Außenminister Péter Szijjártó ist nicht nur Besitzer von fünf Immobilien, sondern ebenfalls hoch verschuldet, Wirtschaftsminister Mihály Varga verfügt nun über mehr Einlagen als Schulden bei der Bank. Entwicklungsminister Miklós Seszták hat mit seinem Anwaltsbüro auch 2017 wieder kräftig Geld verdient (nach 61 Mio. Forint in 2016 dieses Mal 65 Mio. Forint), seine Ersparnisse legten um 30 auf 320 Mio. Forint zu. Damit hat er Innenminister Sándor Pintér deutlicher hinter sich gelassen, dessen Einlagen bei 270 Mio. Forint stagnierten und der seit 1995 einen Pkw Wartburg besitzt, den er erben konnte.

Das Geldvermögen des Staatspräsidenten János Áder nahm nach eigenen Angaben um ein Zehntel auf 65 Mio. Forint zu, in Form von Wertpapieren und Lebensversicherungen hält er zudem weit über 100.000 Euro; der Fidesz-Politiker ist außerdem Inhaber von zwei Immobilien. Ministerpräsident Viktor Orbán gab in seiner Erklärung an, seine Bankeinlagen binnen eines Jahres von 742.000 auf 993.000 Forint gesteigert zu haben, während die Kreditschuld auf das Einfamilienhaus der Familie auf 4,783 Mio. Forint sank. Sein Pressesprecher Bertalan Havasi betonte, sonstige Veränderungen seien in der finanziellen Lage des Ministerpräsidenten nicht eingetreten. „Die Vermögenserklärung von Ministerpräsident Viktor Orbán ist gesetzlich, vollständig und glaubwürdig, wer etwas anderes behauptet, der lügt.“

Derweil ist sich das Regierungsorgan „Magyar Idők“ sicher, dass DK-Chef Ferenc Gyurcsány lügt, der ein österreichisches Bankkonto bei der Schoellerbank in Wien mit umgerechnet 150 Mio. Forint unterschlagen haben soll. Der Ex-Ministerpräsident konterte, die Zeitung lüge, nachdem in Österreich ein Teil seiner Wertpapiere deponiert sei.

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