Die Visegrád-Gruppe (V4) wird auf den schnellstmöglichen Beitritt Serbiens zur EU drängen. 2025 als von der EU-Kommission genanntes Zieldatum bezeichnete Orbán als zu fern. Der Beitritt der Balkan-Staaten wird das wirtschaftliche Gewicht Europas vom Westen nach Mittelosteuropa verlagern. Diese Tendenz zeichnet sich bereits ab. Der Handel der V4 mit Deutschland ist gegenwärtig schon um 55% höher als zwischen Deutschland-Frankreich.

Orbán informierte, dass die Zeit der Abhängigkeit Ungarns vom russischen Gasmonopol 2021-2022 zu Ende gehen wird, weil dann mehr als die Hälfte der Importe aus Rumänien kommen. Dies schafft in der gesamten Region eine völlig neue Lage. Die wichtigste Aufgabe der Wirtschaft in den kommenden Jahren wird sein, dass die mitteleuropäischen Länder mit weitverzweigten Energienetzen ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen können. Ungarn ist seit vielen Jahren bestrebt, Erdgastrassen mit möglichst vielen Ländern zu errichten. Er hob hervor, auch Serbien könne nur dann mit Mitteleuropa zusammenwachsen, wenn sich sein Energiesystem anschließt. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung sei Orbán zufolge die Fusion der serbischen und ungarischen Strombörse in der vergangenen Woche.

Auch Ana Brnabic bezeichnete den EU-Beitritt ohne die Verbindung der Infrastruktur als unvorstellbar. Ein wichtiges Element dieser Anbindung wird die neue Eisenbahnstrecke Budapest-Belgrad sein. Derzeit läuft zwischen Ungarn und Serbien zudem die Vorbereitung weiterer gemeinsamer infrastruktureller Projekte, so u. a. in diesem und im kommenden Jahr die Öffnung weiterer Grenzübergangsstellen für den Personen- und Warenverkehr.

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