Damit reagierte er auf Äußerungen des belgischen Regierungschefs Charles Michel vom Wochenende, der den „die Solidarität verweigernden“ Visegrád-Ländern (V4) ein Ultimatum gestellt hatte: Sollten die Regierungen der EU-Mitgliedsländer bis Ende Juni zu keinem Konsens gelangen, so werden die geplanten Reformen mehrheitlich gebilligt. Szijjártó bezeichnete dies als empörend und inakzeptabel. Dies sei das erste Mal, dass man sich in Brüssel offen darauf vorbereitet, den Willen einiger EU-Mitgliedsländer vollständig außer Acht zu lassen und den Ländern die Pflichtquote zur Aufnahme von Flüchtlingen aufzuzwingen. „Wir weisen dies entschieden zurück, die V4 unterstützen nicht die Einführung der Quote.“ Auch Korcok betonte, es dürfe nie wieder zugelassen werden, „dass über unsere Köpfe hinweg entschieden werde“.

Bei dem Treffen ging es auch um Fragen der Energieversorgungssicherheit Mitteleuropas. Szijjártó informierte seinen slowakischen Verhandlungspartner, dass zwei ungarische Unternehmen die Kapazitäten für die künftige rumänisch-ungarische Gaspipeline gebunden haben. Damit biete sich langfristig die Möglichkeit, das im Schwarzen Meer geförderte Erdgas nach Ungarn zu importieren. Die Regierung hat entschieden, eine Gasverteilungszentrale und den fehlenden inländischen Abschnitt auf 100 km Länge zu errichten. Damit entsteht der nord-südliche Energiekorridor, über den auch die Slowakei an Erdgas aus dem Schwarzen Meer gelangen kann.

Hinsichtlich der ungarisch-slowakischen Beziehungen betonten Korcok und Szijjártó, dass diese sowohl in wirtschaftlicher als auch politischer Hinsicht noch nie so gut waren. Die Visegrád-Gruppe – Ungarn, Slowakei, Tschechien und Polen – sei die erfolgreichste Gruppe in Europa, die Slowakei wiederum ein wichtiger Verbündeter Ungarns.

Ebenfalls am Dienstag wurde feierlich das neue Gebäude der ungarischen Botschaft in der historischen Altstadt von Bratislava eröffnet. Die neue integrierte Außenvertretung, die neben der Botschaft das Konsulat, das Kulturinstitut und die Wirtschaftsvertretung beherbergt, entstand im Rahmen eines zweijährigen Projekts und ist der erste derartige Botschaftskomplex Ungarns.

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