Endlich auch langfristig wirtschaftliche Stabilität in Sicht

23 Tage sind verstrichen, seitdem wir uns gegenseitig ein gutes neues Jahr gewünscht haben. Manche hatten Vorsätze und wieder andere haben diesen bereits gebrochen. Genauso, wie wir es schon immer taten. Jetzt allerdings konnten wir das neue Jahr 2018 so willkommen heißen, wie wir es schon seit einige Jahren tun konnten und nicht wie in der Zeit vor 2010. (…)

„Alles wird teurer“ war in einer anderen Zeit

Wie oft mussten wir das neue Jahr so beginnen, dass man überall mit angekündigten Teuerungen konfrontiert war? Wir durften fleißig rechnen, wie wir die erhöhten Strom- und Gaspreise bezahlen werden, um wieviel teurer die Medikamente sein werden, wieviel mehr wir in den Lebensmittelgeschäften ausgeben müssen, mit welchen Steuererhöhungen wir zu rechnen haben, und einen Blick auf die aktuellen Raten der Fremdwährungskredite zu werfen, traute sich fast keiner mehr. Währenddessen versuchte man der Bevölkerung immer wieder glaubhaft zu verkaufen, warum diese und jene Maßnahmen notwendig wären, während die hartnäckige Inflation den Realwert der Gehälter beharrlich drückte. Kann man das denn je vergessen? Natürlich kann man. Im Jahr der Wahlen schadet es allerdings nicht, sich doch ein wenig an diese Dinge zu erinnern.

Freuen wir uns, dass wir jetzt nicht mit solchen Problemen konfrontiert werden!

Löhne wachsen, keine Teuerungen im Energiebereich, Familienförderung boomt

In den Nachrichten hören wir jetzt, dass die Löhne aufgrund der sechs Jahre lang geltenden Lohnvereinbarungen ohne weitere Diskussionen steigen werden und dass die verpflichtende Erhöhung auch jene Löhne mitwachsen lässt, die nicht an Mindestlohnempfänger ausbezahlt werden. Es steigen jetzt weder der Gaspreis noch der Strompreis oder die Kosten für die Fernwärme. (…) Auch 2018 kann man die Vergünstigungen des Familieneigenheim-Programms CSOK in Anspruch nehmen: Wer einen Antrag stellt und die Voraussetzungen erfüllt, erhält zehn Millionen Forint [etwa 32.000 Euro].

Wer würde denn außerhalb Ungarns so viel Geld gratis hergeben?

Günstigere Besteuerung von Lebensmitteln, Steuervergünstigungen für Familien, bessere Ratings

Weitere Lebensmittelgruppen fallen jetzt unter einen vergünstigten Umsatzsteuersatz, die Sozialabgaben wurden reduziert und die Steuervergünstigungen für Familien ab zwei Kindern wurden wieder mehr. Es schadet auch nicht, wenn wir wissen, dass unsere Staatsschulden nun günstiger zu finanzieren sind, unsere Ratings besser wurden und wir mit neueren Aufwertungen rechnen können.

Beihilfengesellschaft statt Leistungsgesellschaft war vor 2010

Die Unterschiede hinsichtlich der wirtschaftspolitischen Ergebnisse sprechen Bände, deshalb sollten wir auch diese in die Waagschale legen, wenn wir im Laufe des Wahlkampfs mit den vielen Versprechen der Parteien überflutet werden. Die linksliberale Seite nimmt wieder große Worte in den Mund, die Steuern der Mindestlohnempfänger abzuschaffen. Hervorragend! Schaffen wir doch wieder ein System der Trittbrettfahrer, in dem breite Massen erneut nicht für Sozialleistungen aufkommen müssen, während sie diese in Anspruch nehmen!

Noch besser: Zurück zur Beihilfengesellschaft! Schließlich ist es doch mühsam, in der Frühe aufzustehen und arbeiten zu gehen, stellen wir uns doch lieber am Schalter für unsere Beihilfen an! So ging das jahrelang vor sich hin, doch diese Auffassung erwies sich auch moralisch als unhaltbar. Wenn es gemeinnützige Arbeit sein soll, dann eben gemeinnützige Arbeit. Aber dafür erhält man eben einen Lohn und keine Beihilfe. Das ist auch für die Selbstachtung eines jeden Menschen wichtig.

Es treffen im April wieder zwei komplett unterschiedliche Welten aufeinander, die Wähler kennen mittlerweile beide sehr gut. Unser Schicksal liegt in unseren Händen.


Der hier in Auszügen wiedergegebene Kommentar erschien am 23. Januar auf dem Online-Portal der konservativen Regierungszeitung Magyar Idők.

Aus dem Ungarischen von Dávid Huszti

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