„My little guide to Budapest Volume 2“ ist Aramis Skorzitzas neustes Projekt, auf das er ganz besonders stolz ist. Es handelt sich – wie auch bei Volume 1 – um eine Budapest-Karte, die ihren Nutzern einen Vorschlag für einen ausgeklügelten Spaziergang durch die Stadt inklusive Café-, Restaurant- und Freizeittipps aufzeigt. Der Neuauflage seiner erstmals 2016 erschienenen Karte hat Skorzitza neue Tipps und Details hinzugefügt und sie noch mehr den Bedürfnissen der Nutzer angepasst. Kleine, liebevoll gestaltete Symbole weisen auf Modeläden, Weinkeller oder Teehäuser hin, die Partyzone ist gekennzeichnet und auch Kinos, Opern oder Theater, die Skorzitza gefallen, dürfen nicht fehlen. Ziel ist es laut dem Designer, die Ankunft in dieser schönen Stadt zu erleichtern und dabei zu helfen, das wirklich Besondere aus dem gastronomischen und kulturellen Überangebot herauszusieben.

Herausgegeben hat die Karte erneut die Kreativagentur „Designliebe – made with love“, deren Gründer Skorzitza ist.

Das Gefühl einer Schatzkarte

Kauft man die Karte im Laden, erhält man sie gerollt und mit etwas Strick verschnürt. „Ich wollte das Gefühl einer Schatzkarte kreieren“, so Skorzitza, und tatsächlich: Entrollt man die Karte, fühlt man sich ein bisschen in die Kindheit zurückversetzt. „Gefaltete Karten gehen ja recht schnell kaputt“, so der Designer, der deshalb bei seiner Schatzkarte auf stabiles Papier und einen guten Druck setzt.

Als weiteren Vorteil sieht Skorzitza, dass seine Stadtkarten die Leute „vom Digitalen wegbringen würden“. Wenn Menschen in der Stadt unterwegs seien, fände er es schade, zu sehen, wie viele auch zum Navigieren ihr Mobiltelefon benutzten. Dies wolle er durch sein Konzept ändern: vom digitalen Medium zurück zum Print!

„Ziel der zweiten Karte war es ebenfalls, die Leute ein bisschen aus dem Zentrum Budapests herauszulocken“, erzählt der junge Mann. Tatsächlich führte die vorgeschlagene Spazierroute von Volume 1 vermehrt durch die touristisch beliebte Pester Innenstadt. Die überarbeitete Route der neuen Karte beginnt stattdessen bei der Zitadelle in Buda, von wo aus sie durch den philosophischen Garten und weiter zum Czakó kert und der Krisztina körút führt. Somit erkundet man also die touristisch eher unbekanntere Seite Budapests.

Ausgelegt ist dieser Stadtspaziergang, der auf der Rückseite der Karte mit „My beautiful day“ überschrieben ist, für einen ganzen Tag. Allerdings könne man ihn auch bequem auf zwei oder sogar drei Tage aufteilen, so Skorzitza. Vom Budaer Süden führt die Tour die Nutzer seiner Karte dann noch weiter nördlich und zeigt ihnen unter anderem auch den alten Moszkva tér, der heute Széll Kálmán tér heißt. Entlang des Weges empfiehlt die Karte diverse Attraktionen, die Skorzitza natürlich alle selber ausprobiert und nach seinen eigenen Erfahrungen bewertet hat.

„Man kann meinem Konzept vertrauen“

Keine Ketten, sondern Qualität und Geheimtipps – so lautet Skorzitzas Devise bei der Auswahl der Läden, Cafés und Restaurants. „Man kann meinem Konzept vertrauen.“ Mit diesem richte er sich insbesondere an Budapest-Besucher und Neuankömmlinge. Ihnen will er dabei helfen, sich selbst ein Bild von Budapest und dessen Angeboten machen zu können.

„Als ich selbst frisch nach Budapest gekommen bin, war ich zunächst auch etwas überfordert. Es gibt so viele Menschen – Ausländer, aber auch Ungarn –, die neu nach Budapest kommen und eigentlich keine Ahnung von der Stadt haben. Genau für solche Leute ist die Karte“, erzählt der Karlsruher. Er hält sich für einen Repräsentanten all jener Reisenden, die gern ein Produkt wie dieses hätten, es nur vielleicht noch nicht wüssten. Er selbst sei schon viel gereist und suche bei der Ankunft in einer neuen Stadt immer nach Angeboten wie diesem.

Neu an Volume 2 sind unter anderem die Symbole. Eines ist beispielsweise das „Galerie“-Symbol. Ebenfalls sind diesmal die Straßennamen ausgeschrieben, damit man eine bessere Orientierung hat und das Handy wirklich nur zum Fotografieren herausholen muss. Auch für Veganer und Vegetarier gibt es Symbole, damit sie wissen, wo sie Essen nach ihren Vorstellungen bekommen und wo nicht.

Erneut fünf Top-Spots

Was sich aus Volume 1 auf der neuen Karte wiederfindet, ist das Konzept der fünf Top-Spots, das sich auf Café, Bistros und Restaurants bezieht. Natürlich mit komplett neuen Lokalen, ausgewählt von Skorzitza nach Inneneinrichtung, Design, Service, Preis-Leistungs-Verhältnis und Originalität. Das Hilda zum Beispiel sei ein Lokal, welches von außen aussehe, als gingen nur „gut betuchte Leute“ hinein. Das Design sei edel und man könne einen roten Faden erkennen, was Skorzitza sehr schätzt. Darüber hinaus sei der Service unglaublich gut und man bekomme einen ausgezeichneten Cappuccino bereits ab 550 Forint. „Das Gesamtpaket zählt“, ist der Halbspanier überzeugt und empfiehlt das Hilda weiter.

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Mit seiner Karte könne man einen schnellen Überblick über die Stadt bekommen, und das zum Preis von 5 Euro, beziehungsweise 1.500 Forint – wenn man sie bei ihm kaufe. Kaufe man die Karte im Laden, bekäme man sie meist mit einem kleinen Aufpreis für rund 2.500 Forint. „Ich schaue immer, dass der Preis für meine Kunden so niedrig wie möglich bleibt“, beteuert Skorzitza.

Volume 1 gibt es jetzt gratis

Auf der Produktwebsite, erzählt Skorzitza, stehe Volume 1 mittlerweile zum kostenlosen Download bereit. „Es sind ja in der ersten Version auch Restaurants oder Bars drin, die bereits wieder geschlossen haben – das ist für mich dann kein Produkt mehr, das ich verkaufen möchte. So haben meine Käufer die Möglichkeit, sich beide Karten anzuschaffen und wenn sie wollen, eine Kleinigkeit zu spenden, um mich und mein Team zu unterstützen. In den Karten stecken nämlich schon viel Arbeit und vor allem Zeit drin“, erklärt Skorzitza.

Den Halbspanier verschlug es das erste Mal 2011 nach Budapest. Mit zwei Freunden war er zum Sziget-Festival gekommen – und war sofort fasziniert von der Schönheit der Stadt. Nach zwei weiteren Besuchen entschloss er sich, aus seiner Heimat Karlsruhe wegzuziehen und seinen Job als Grafikdesigner, welchen er in Frankfurt erlernt hatte, in Budapest weiterzuführen.

Dass ihm sein Projekt wirklich Spaß macht, ist nicht zu übersehen: Leidenschaftlich erzählt er über seine Erlebnisse und möchte diese gern mit der Welt teilen. Als Landsmann empfehle er unter anderem auch das Pata Negra auf der Frankel Leó út. Dort gebe es original spanische Tapas, wie er sie selbst in Deutschland in dieser Form noch nicht gefunden habe.

Weitere Infos über die neue Karte gibt es unter www.mymapofbudapest.com, auf Facebook unter www.facebook.com/mymapbudapest sowie auf Instagram unter www.instagram.com/mymapofbudapest.

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