Das Treffen bot eine der seltenen Gelegenheiten zum offenen Austausch, denn die Teilnehmer diskutierten hinter verschlossenen Türen. Wie Bertalan Havasi, Pressechef des Ministerpräsidenten, die Tageszeitung Blikk – das ungarische Pendant der Bild-Zeitung, deren Herausgeber ebenfalls Axel Springer ist – vorab informierte, sprach Orbán darüber, dass Europa seine christlichen Wurzeln bewahren muss und die EU als Gemeinschaft der Nationen erfolgreich sein kann. Besondere Betonung in der Rede Orbáns lag auf der Kritik der EU-Einwanderungspolitik. Er sagte, dass jetzt das Schengen-System geschützt werden müsse, „wenn wir unsere Wettbewerbsfähigkeit bewahren wollen“. Mitteleuropa müsse im Bereich der Infrastruktur deutlich aufholen, deswegen brauche es Fördergelder. Sollte die EU keine finanzielle Unterstützung gewähren, so werde sich Ungarn an China wenden. In Verbindung mit der Flüchtlingskrise sagte Orbán, dass 2018 der Wille des Volkes in ganz Europa zum Tragen kommen müsse.

Der Zeitung zufolge wurde Orbán vom Musiker Leslie Mandoki nach Berlin begleitet. Orbán hatte ihn bei seinem Besuch in Bayern in der vergangenen Woche in seiner Wohnung besucht; bei dem informellen Treffen waren zahlreiche Vertreter der deutschen Wirtschaftselite zugegen.

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