Bayern und Ungarn verbinde eine lange Geschichte, angefangen von der Familie des ersten christlichen Königs Ungarns bis hin zum Audi-Werk in Győr, spannte Orbán einen großen Bogen, der sich bei den offenen und korrekten bayrischen Gesprächspartnern und Freunden bedankte. Die Positionen der CSU stimmten praktisch in allen Belangen mit jenen der ungarischen Regierungsparteien überein, vornan in der Frage der massenhaften Einwanderung. Sie hätten nämlich den „eindeutigen Volkswillen“ erkannt, wonach die Menschen nicht in Terrorangst leben wollten. Deshalb müssten jene aus dem Schengen-Raum gedrängt werden, die keinen Grund zur Teilnahme haben, forderte Orbán, der daran erinnerte, dass Ungarn mit dem Bau des Grenzzauns den Schengen-Vertrag verteidigte, während anderswo in Europa „Chaos und rechtsfreie Räume gefeiert“ wurden. Die Migrationskrise habe Europa ein Demokratieproblem beschert. In vielen Ländern hätten die Politiker nicht das getan, was das Volk wollte, doch 2018 werde der Volkswillen in Europa wiederhergestellt, prophezeite der ungarische Premier. Horst Seehofer lobte der Gast ausdrücklich für seine großartige Rede vom Dezember; schon lange habe man auf Worte gewartet, wonach Bayern ein christlicher Staat war und dies bleibe.

Orbán meinte zu Wirtschaftsbelangen, niemand könne vom Geld der anderen leben, jeder müsse eine eigene Leistung erbringen. Die Staatsschulden seien zu senken, das Budgetdefizit unter 3% am BIP zu halten, und jeder EU-Mitgliedstaat habe die „Hausaufgabe“, den heimischen Arbeitsmarkt zu reformieren. Ungarn sei gegen jede Art von Reformen, mit denen „nationale Unverantwortlichkeiten“ in eine gesamteuropäische Verantwortung umgemünzt würden.

Orbán wurde auf seiner Bayern-Reise von Außenminister Péter Szijjártó, HR-Minister Zoltán Balog, dem Minister im Kabinettbüro des Ministerpräsidenten, Antal Rogán, und Fidesz-Fraktionschef Gergely Gulyás begleitet.

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