Wie zwei der betroffenen Parteien noch am Mittwochabend bestätigten, wurden nach der skandalumwitterten Strafe von umgerechnet mehr als 2 Mio. Euro an die Jobbik auch die anderen genannten Parteien mit Strafen belegt – dem Vernehmen nach handelt es sich hier um Beträge zwischen 5 und 10 Mio. Forint, also nur um einen Bruchteil der Summe, zu der die Jobbik verdonnert wurde. Die durch den Ex-Abgeordneten des Fidesz, László Domokos, geleitete Institution prüft im Vorwahljahr einzig die Regierungsparteien nicht.

Der ÁSZ hatte früher nie Strafen wegen unregelmäßiger Parteienfinanzierungen verhängt, die Linken werden nun für Dinge belangt, die in früheren Jahresberichten vom gleichen Rechnungshof noch als korrekt geprüft worden waren. So wurden Mieten von Parteibüros beanstandet, die 2014 noch in Ordnung waren; in einem Fall sorgt das Parlamentsamt selbst für die Verpachtung der Räumlichkeiten. Párbeszéd und Együtt wird unterstellt, Plakataktionen unter den üblichen Marktpreisen durchgeführt zu haben – die Beschuldigten meinten dazu, der ÁSZ wolle sie in eine Ecke mit der Jobbik rücken.

Die LMP sprach am Donnerstag von einem unglaublichen Verfahren des ÁSZ, der die Partei mit 2x8 Mio. Forint Strafe belegen will. Der Vorwurf laute, die Oppositionspartei miete ihren Zentralsitz für zu wenig Geld. Die LMP zahlt seit 2012 monatlich 400.000 Forint für die Wohnung mit 260 m2 im XIII. Stadtbezirk. „Es sieht ganz so aus, beim Fidesz ist alles bestens, die LMP aber ist das größte Demokratiehindernis“, kommentierte der Co-Vorsitzende Ákos Hadházy.

Derweil hat die mit einer Rekordstrafe von 660 Mio. Forint belegte Jobbik auf 25 Seiten (!) Anmerkungen und Einwände zum ÁSZ-Bericht aufgelistet. Bei der Übergabe des Dokuments erklärte Fraktionsvorsitzender János Volner am Donnerstagnachmittag am Sitz des Rechnungshofes, dieser sollte die Wahlkampfgelder des Fidesz mit jenen der Jobbik vergleichen.

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