Károly Nyári ist das Gesicht des ungarischen Schlagers. Der Győrer Jazzpianist, Sänger, Komponist und Showkünstler ist mit seinen 55 Jahren schon viel herumgekommen: In ganz Europa gab er bereits Konzerte und gewann sogar den renommierten Lyra-Preis der ungarischen Musik- und Tanzolympiade. Seine Weihnachtskonzerte sind bereits zur Tradition geworden. Auch dieses Jahr – am 27. Dezember – ist es wieder so weit: Das Gründungsmitglied des Budapester Jazz-Symphonieorchesters gibt um 15 und 20 Uhr je ein Konzert im Budapester Kongresszentrum. Wir trafen uns mit dem Musikkünstler und stellten ihm einige Fragen.

Wie unterscheiden sich Ihre Weihnachtskonzerte von Ihren anderen Auftritten? Warum freuen Sie sich besonders darauf?

Mein Weihnachtsprogramm findet dieses Jahr bereits zum zwölften Mal statt. Es ist für mich eine große Freude und Ehre, dass ich das Fest der Liebe Jahr für Jahr mit meinem Publikum verbringen darf. Teil des Programms werden die schönsten Weihnachtslieder, aber auch jene Songs sein, die meine Karriere am meisten beeinflusst haben. Mit meinen Stargästen werde ich Duette singen und auch das Bühnenbild unterscheidet sich von dem meiner herkömmlichen Konzerte – es wird ganz außergewöhnlich!

Welche Bedeutung hat Musik für Sie?

Die Musik und meine Familie sind das Wichtigste für mich. Dass ich mit meinen Töchtern Aliz, Edit und Karcsi teilweise auf der Bühne stehen und mit ihnen und meiner Frau die Musik teilen kann, ist für mich das größte Geschenk. Ich bin sehr dankbar dafür. Ohne meine Familie hätte ich es niemals geschafft, heute so viel unterwegs zu sein und meine größte Leidenschaft mit meinen Fans zu teilen. Das Band zwischen meiner Familie und mir ist so stark, dass es niemand zerreißen kann. Es basiert auf Liebe, Vertrauen und Zusammenhalt. Das erfüllt mich mit Stolz. Und dass die Musik von all dem Teil ist, ist für mich das Größte überhaupt – und ich denke, das Publikum spürt das ebenfalls.

Was ist Ihr Lebensziel?

Ich möchte mit meiner Musik ehrliche, menschliche Gefühle und die wahre Liebe transportieren. Ich habe viele Pläne für künftige, tolle Konzerterlebnisse, die ich meinen Fans bieten will. Ich möchte alle Menschen – egal welcher Altersklasse – damit erreichen, denn die Gefühle, die ich übermitteln will, sind für jeden wichtig.

Was war das größte Highlight Ihrer bisherigen Karriere?

Ich bewahre viele Erinnerungen an meine Konzerte in meinem Herzen, aber das diesjährige Sommerkonzert am 7. Juli in der Ungarischen Staatsoper war definitiv ein Höhepunkt. Es war für mich als Künstler eine große Ehre, vor ausverkauftem Publikum auf einer Bühne wie dieser meine Musik vorzustellen.

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Haben Sie Vorbilder?

Für mich sind die größten Inspirationen Menschen, die sich nicht nur auf ihr Talent verlassen, sondern Tag für Tag hart daran arbeiten, dass dieses Talent auch Früchte tragen kann. Der Jazzpianist Oscar Peterson zählte für mich seit meinen Kindheitstagen zu dieser Sorte Mensch. Ihn hörte ich manchmal tagelang. Sein Talent und seine Hingabe an die Musik, für die er alles getan hätte, inspirieren mich immer wieder neu. Auch einige der Menschen, die ich im Laufe meiner Karriere treffen und mit denen ich teilweise sogar spielen durfte, haben mich tief beeindruckt, zum Beispiel Robbie Williams, Luciano Pavarotti und Chaka Khan.

Was gefällt Ihnen am besten am Konzertleben?

Mir ist es wichtig, immer bestmöglich vorbereitet zu sein. Dazu gehört natürlich das regelmäßige Üben. Ich glaube, es ist wichtig, auf dem Boden zu bleiben, das Publikum zu ehren und sich der Musik unterzuordnen. Am meisten gefällt mir, was erst dann dabei herauskommt: Liebe.

Was war das Peinlichste oder Witzigste, das Ihnen jemals passiert ist?

2016 waren wir für ein Symphoniekonzert zu meinem 30-jährigen Jubiläum im Budapester MüPa (Palast der Künste). Meine Töchter sollten auch auftreten, weswegen ich wirklich aufgeregt war. Ich wartete also, dass es losging, und vergaß dabei total, dass ich eigentlich dafür verantwortlich war, die Einleitungsmusik zu spielen. Das 40-köpfige Orchester wartete auf mich – vergeblich. Damit ziehen sie mich heute noch auf.

Noch eine letzte Frage: Warum sollte jemand zu Ihrem Weihnachtskonzert kommen, der Sie nicht kennt? Was kann das Publikum erwarten?

Passend zum Weihnachtsfest kleiden wir nicht nur das Haus und den Saal in festliche Lichter, sondern auch unsere Herzen und Seelen. Ich glaube, dass dieser Zauber während des Konzerts rüberkommt und dass unsere Zuschauer mit ihren Freunden und Lieben diese Magie spüren werden und teilen können – mithilfe der Musik, die all dies übermittelt. Jeder, der kommt, wird nach dem Abend um ein unvergessliches Weihnachtskonzerterlebnis reicher geworden sein. Ich freue mich über jeden Einzelnen, der unsere Vorstellung besucht.

Wir danken Károly Nyári für dieses herzerwärmende Interview und freuen uns schon auf das Konzert. Karten gibt es unter www.nyarikaroly.hu und www.charlesmusic.hu.

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