Internationale Talfahrt der Linken

Es wird offenbar einige geben, die damit argumentieren, dass linke Parteien auch international generell an Boden verloren hätten. Werfen wir nur einen Blick auf das klägliche Fiasko der deutschen Sozialdemokraten! Oder denken wir an die Blamage der Linken in Großbritannien oder das Verschwinden der französischen Sozialisten. Ebenso an das Scheitern der österreichischen Sozialdemokraten oder die große Schlappe der US-Demokraten.

Das alles muss deshalb erwähnt werden, weil die MSZP eine Nachfolgepartei ist, die historisch immer von der Unterstützung durch das Ausland abhängig war. Auch damals, als noch die große Sowjetunion hinter ihr stand, aber auch seit sie ihren selbst gewählten Horizont in Richtung Westen, auf Amerika und die Europäische Union verlagerte, wobei sie sich von den neuen großen Brüdern Unterstützung erhoffte.

Kein Kandidat, keine Parteizentrale – keine Partei, keine Ziele?

Aber auch das eingetrocknete internationale Umfeld kann kein ausreichender Grund dafür sein, dass sich eine Partei so einfach von der Bildfläche tilgt, wie das die MSZP gerade in immer schnelleren Tempo mit sich selbst macht. Wie kann es sein, dass eine Partei, die vor acht Jahren noch die Regierung stellte, nun nicht einmal mehr in der Lage ist, einen Ministerpräsidenten-Kandidaten aufzustellen? Das können inzwischen selbst Mikro-Parteien!

Was versprechen sich die Wähler von einer Partei, die schon seit Jahren nicht fähig ist, zumindest eine Parteizentrale in der Größe einer Besenkammers zu erwerben?

Parteichef Gyula Molnár hat in seiner aktuellen Position quasi die Rolle eines Liquidators inne. Das sehen nur die Menschen nicht, die das schlicht nicht wahrhaben wollen. Fortschritte erzielt Molnár nur noch beim weiteren Auslöschen seiner Partei.

Vielleicht sollte man den Todeskampf der MSZP aber aus dem Blickwinkel einer anderen Gruppierung betrachten. Der Aufstieg der von Ferenc Gyurcsány angeführten Demokratischen Koalition ist eine Art absurdes Märchen, in dem der kleine Fisch den großen frisst. So könnte man gleichzeitig auch den gewaltigen und beim besten Willen nicht tilgbaren Schuldenberg, den die MSZP bis zum heutigen Tag vor sich herschiebt, verschwinden lassen.

Ferenc Gyurcsány und die EU

An der Spitze des neu gemixten linken Spektrums darf erneut der vom Volk vertriebene ehemalige Regierungschef stehen. Nach wie vor wird er von Brüssel offen mit Aufträgen versorgt und dadurch finanziell unterstützt, obwohl selbst ihre eigenen Institutionen inzwischen seine Korruptionsgeschichten aufgedeckt haben.

Was bloß die Veteranen der Sozialisten zu diesem Verrat sagen? Trotz ihrer ganzen Fehler verkörperten sie immerhin noch ein gewisses Maß an Niveau. Ganz im Gegensatz zu den heutigen MSZP-Spitzenpolitikern. Trauen sie sich nicht, sich zu Wort zu melden? Oder sind sie schon auf dem Weg zur Truppe von Gyurcsány?

Der hier wiedergegebene Kommentar erschien am 16. November auf dem Online-Portal der konservativen Regierungszeitung Magyar Idők.

Aus dem Ungarischen von Dávid Huszti

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