Ideale Startbedingungen für den Wahlkampf

Seit Jahren führt die Partei die Listen der Beliebtheitswerte haushoch an, ihre Unterstützung in der Bevölkerung erlitt im Wesentlichen, von einigen kleinen Schwankungen abgesehen, keinerlei Einbußen. Die Wirtschaft floriert, das Budget steht auf stabilen Beinen, das Land hat es nicht nur geschafft, dem Bankrott zu entkommen, sondern legte auch einen spektakulären Neustart hin.

Dessen Ergebnisse werden immer mehr im Alltag der Menschen spürbar: Die Arbeitslosenzahlen sinken drastisch, es arbeiten immer mehr Menschen und es zahlt sich immer mehr aus, arbeiten zu gehen, denn auch die Löhne wachsen kontinuierlich. All das wird langsam auch schon von jenen Wirtschaftsexperten, Analysten und Fachleuten im In- und Ausland gleichermaßen anerkannt, die noch vor ein paar Jahren geradewegs gegen die Regierung arbeiteten oder die keinen lausigen Cent auf den Erfolg der nationalen Regierung gesetzt hätten.

Jetzt erst recht anpacken

Interessant, dass die Selbstsicherheit auch nicht vor der wachsenden Zahl an Aufgaben Halt macht, denn kein verantwortungsvoller Politiker könnte sich mit den Obengenannten einfach zufriedengeben. Es gibt noch sehr viel für die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, für die Nachhaltigkeit des Wirtschaftswachstums, für die Positionierung der KMUs und für die Anpassungen an das digitale Zeitalter zu tun. Und wir haben auch schon ein neues Schreckgespenst am Hals: den Arbeitskräftemangel, insbesondere in Hinblick auf hochqualifizierte Arbeitnehmer mit modernem Fachwissen.

Da würde es nach dem Parteitag schon reichen, die Opposition mit „Wir machen weiter!“-Transparenten zu ärgern. Die Wählerschaft wird die nationalen Bestrebungen schon zwischen den Zeilen herauslesen können, so etwa die Verhinderung der illegalen Migration, den effektiven Schutz der EU-Außengrenzen, die Bewahrung Ungarns als ungarisches Land und die Erhaltung der Traditionen wahrer europäischer Grundwerte, des Christentums sowie der griechisch-römischen Kultur.

Auf die wirklichen Probleme konzentrieren

Also eigentlich all das, was ein Mensch, der seine Heimat liebt und der auch etwas für sie zu tun bereit ist, für wichtig hält – für wichtiger, als aus jedem gerade aufstrebenden menschlichem Verlangen ein grundsätzliches Menschenrecht zu machen oder dass man unter siebzig verschiedenen Optionen die Wahl hat, wenn man sich gerade nicht entscheiden kann, ob man nun Mann oder Frau ist.

Apropos Opposition – wenn man die dahergelaufenen, miteinander streitenden, von Zusammenhalt schwafelnden Grüppchen, die den anderen aber keine Minute lang ertragen können, überhaupt als solche bezeichnen kann… Während sie die Regierung besserwisserisch belehrt, was sie zu tun hätte, vertritt sie ihre eigenen Interessen so kläglich schlecht, dass man sich nur wundert, wie ihr überhaupt irgendjemand Vertrauen schenken kann. Wer glaubt denn noch ernsthaft, dass sie fähig ist, auch nur einen Grashalm im Interesse Ungarns zu bewegen?

Negativpropaganda als Mittel zum Zweck

So könnte sich der Fidesz als haushoher Favorit nun wirklich ganz gemütlich zurücklehnen. Aber da muss man vorsichtig sein. Wir können nicht wissen, welche Spuren die Depressionspropaganda der servilen Oppositionsmedien in der Bevölkerung zurücklassen werden. Dass hier alles furchtbar wäre, dass hier nichts funktionieren würde, dass man hier nicht leben könne und man von hier fliehen müsse, sind systematisch eingedroschene Sätze, die viele täuschen könnten.

Das Gute wird hier nämlich bewusst verdrängt, was genauso schädlich ist, wie das Verschweigen von Problemen. Mit dieser Massenhypnose kann man vielen Menschen die Hoffnung rauben, die mit ihrem Schicksal grundsätzlich nicht zufrieden sind. Es ist kein Zufall, dass die hilflose Opposition das Terrain der politischen Arbeit dieser Propagandamaschinerie überlassen hat.

Sie vertrauen auf nichts anderes mehr und klammern sich nur noch verzweifelt an das letzte Fünkchen Hoffnung, dass der Oligarch Simicska – sich gar selbst opfernd – im Februar schon ein-zwei gute Storys aus dem Hut zaubern wird, die die öffentliche Meinung zu ihren Gunsten kippen könnten. Machen wir uns nichts vor: Es verrät schon sehr viel über den Geist der selbsternannten „Regime-Wechsler“, dass sie das Land den Launen eines rachsüchtigen Milliardärs ausliefern würden. Aber, was viel wesentlicher ist: Es wurde inzwischen eindeutig klar, dass Viktor Orbán höchstpersönlich im Visier der Opposition steht.

Gut, wenn sich die Favoriten während ihren Vorbereitungen das vor Augen halten.


Der hier wiedergegebene Kommentar erschien am 11. November auf dem Online-Portal der konservativen Regierungszeitung Magyar Idők.

Aus dem Ungarischen von Dávid Huszti

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