Zum Auftakt der Veranstaltung stellte Kammerpräsident Dale A. Martin die Ergebnisse der Herbstkonjunkturuntersuchung der DUIHK mit ihren zahlreichen positiven Rekordwerten vor. Da es bei der Bewertung der Standortbedingungen zwar nur noch einen immer kleineren, aber immerhin noch vorhandenen Spielraum nach oben gibt, wies Martin abschließend darauf hin, dass die Kammer immer für Anregungen bezüglich einer weiteren Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dankbar sei.

Diese Bitte wiederholte auch der zweite Eröffnungsredner, der Präsident des Investitionsförderers HIPA, Róbert Ésik. Nachdem er darauf hingewiesen hatte, dass es seiner Organisation nicht nur wichtig sei, immer neue Investoren nach Ungarn zu holen, sondern auch, sich um das Wohlbefinden der bereits hier ansässigen Investoren zu kümmern, bat er die Anwesenden, sich jederzeit an die HIPA zu wenden, wenn sie Anregungen hätten, wie die Standortbedingungen noch weiter verbessert werden könnten.

Der Hauptredner des Abends, der Stellvertretende Minister für Außenwirtschaft und auswärtige Angelegenheiten, Levente Magyar, der kurzfristig für den verhinderten Minister Péter Szijjártó eingesprungen war, wies in seinem Referat unter anderem darauf hin, dass die Standortfaktoren „Sicherheit“ und „politische Stabilität“, bei denen Ungarn vor den meisten europäischen Ländern liegt, zunehmend an Bedeutung gewinnen. Abschließend unterstrich er die Verpflichtung Ungarns gegenüber den europäischen Werten. „Es gibt kaum ein europäischeres Land als Ungarn“, formulierte Magyar etwas zugespitzt.

Sodann äußerte sich Dr. Marco Wagner, Volkswirt der Commerzbank AG, zum Zustand der – für eine offene und stark exportabhängige Volkswirtschaft wie Ungarn maßgeblichen – Weltwirtschaft und speziell zur konjunkturellen Lage in Deutschland. „Die Frühindikatoren befinden sich weltweit auf sehr hohem Niveau“, legte er eingangs den optimistischen Grundton seiner Einschätzungen fest. Besonders gut laufe es derzeit in Deutschland. Nachdem 2016 noch davon die Rede war, dass sich die deutsche Wirtschaft „quälend langsam“ erhole, sei etwa im Frühjahr 2017 „der Knoten geplatzt“. Die Wirtschaftsakteure schauen so zuversichtlich wie schon lange nicht mehr in die Zukunft. Der ifo-Geschäftsklimaindex war seit einem halben Jahrhundert nicht mehr so gut wie heute. Positiv sei auch, dass sich der in Deutschland bisher überwiegend vom Konsum getragene Aufschwung zunehmend verbreitere und der Export sowie die Investitionen immer mehr zum Wachstum beitragen würden.

All das dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Probleme im Euro-Raum insbesondere die hohe öffentliche und private Verschuldung nach wie vor vorhanden seien. Anders als in den USA, wo die Krise zu einem deutlichen Rückgang der Verschuldung geführt habe, sei es in der Euro-Zone nicht dazu gekommen. Insbesondere die Banken in Italien, Portugal, Spanien und Irland seien noch immer „vollgestopft“ mit faulen Krediten, was sich natürlich wachstumshemmend auswirke.

Dass es um die Konjunktur im Euro-Raum dennoch nicht so schlecht stehe wie es eigentlich müsste, habe in erster Linie damit etwas zu tun, dass die EZB die Märkte weiterhin massiv flute. Wagner präsentierte auf einem Slight seiner Präsentation völlig alleinstehend die Zahl von 2.180.526.000.000 Euro. Genau diesen Betrag habe die EZB bis Oktober 2017 in Anleihenkäufe investiert. Um diesen „unvorstellbaren Betrag“ zu illustrieren, rechnete Wagner aus, dass er ungefähr 65 Millionen Audi A4 entspräche. Nachdem die Flutung der Märkte anfangs ohne jegliche konjunkturelle Effekte verpuffte, steige jetzt zumindest langsam die Kreditvergabe der Banken etwas an.

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