In der Kunsthalle Budapest (ung.: Műcsarnok) fand am 11. November erneut die alljährliche Preisverleihung des Fotowettbewerbs „Blickpunkt“ statt. Veranstaltet vom Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrum und unterstützt durch zahlreiche Partner, unter anderem die Deutsche Botschaft Budapest, das Ministerium für Humanressourcen und die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, konnte der „Wettbewerb der Bilder“ in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal ausgetragen werden. Als endlich die Gewinnerbilder und ihre Fotografen bekannt gegeben wurden, füllten geschätzt 150 Gäste den Raum im Untergeschoss der am Budapester Heldenplatz gelegenen Kunsthalle.

„Lass Dich fotografieren!“

„Selfie“ lautete der Name einer der Wettbewerbskategorien in diesem Jahr. Hierbei sollten die Bewerber unter dem Motto „Lass Dich fotografieren!“ ein Foto von sich selbst schießen. Die einzigen Bedingungen: Das Gesicht sollte sichtbar und ein ungarndeutscher Bezug zu erkennen sein. Möglich war es auch, eine Collage aus mehreren Bildern zu erstellen. Bis zum 7. November konnte man die fertigen „Kunstwerke“ auf der Fotoplattform Instagram veröffentlichen und so am Wettbewerb teilnehmen. Darüber, welches Bild ausgezeichnet und in der abschließenden Ausstellung gezeigt werden sollte, entschied eine Jury, welche aus dem ungarndeutschen Journalisten Ottó Heinek, dem Fotografen János Eifert und Gabriella Jaszmann, der stellvertretenden Direktorin der Jakob-Bleyer-Lokalgeschichtssammlung, bestand. Gewinnerin in dieser Kategorie wurde 2017 Eszter Möllmann, die mit ihrer Fotografie „Wer kommt mit mir Milch holen?“ den Hauptgewinn – eine Fujifilm-Instax-Mini-8-Kamera – zugesprochen bekam.

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Sowohl der Hauptveranstalter, das Zentrum, als auch seine Partner verliehen auch in weiteren Kategorien Haupt- und Nebenpreise. Diese Kategorien bildeten vielseitige Sparten ab, beispielsweise „Foto“, „Postkarte“ und „Archivbild“. Für letztere Kategorie waren die Teilnehmer aufgefordert, Fotografien aus der Vergangenheit hervorzukramen – blickt man auf die Bilder, die in dieser Kategorie ausgestellt werden, spürt man, ein Stückchen Geschichte zum Leben erwachen.

„Jedes Foto erzählt eine Geschichte“

Mónika Ambach, die Direktorin des Zentrums, führte durch den Nachmittag und wies darauf hin, dass das Zentrum besonders stolz darauf sei, in den vergangenen zehn Jahren mehr als 50 Ausstellungen im In- und Ausland auf die Beine gestellt zu haben. „Jedes der Fotos erzählt eine Geschichte, die es wert ist, weitererzählt zu werden“, so Ambach. Sie teilte auch mit, dass dieses Jahr insgesamt 330 Fotos beim Wettbewerb eingereicht wurden. Zusätzlich kämen weitere 135 „Selfies“ auf der Plattform Instagram hinzu. Alle Fotos wurden vor der Verleihung in Form einer Leinwandpräsentation gezeigt. Musikalisch untermalt wurde die Slideshow auf dem Akkordeon von Zoltán Marosi.

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Die Themen Tradition, Freundschaft, Liebe, Glaube, Kirche, Musik und Familie kamen auf den Fotos ebenso zur Geltung, wie die Verschiedenartigkeit der Kompositionen: Von Schwarz-Weiß-Fotografien über Sepialandschaften bis hin zu hochmodernen Einstellungen war alles dabei.

„‚Blickpunkt 2017‘ bringt zum Ausdruck, wie wichtig das Sinnesorgan Auge für uns ist und welche Momente wir mit der Hilfe unserer Augen für immer in Erinnerung behalten“, betonte Ambach.

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

„Der Fotowettbewerb ist mehr als nur ein Wettbewerb“, bekräftigte auch Jurymitglied Gabriella Jaszmann. „Die Bilder sind Vergangenheit – der Nachlass unserer Ahnen –, Gegenwart und Zukunft.“ Hinter jedem Foto stecke ein Zweck, den der Fotograf vermitteln wollte. Ob dieser beim Betrachter auch ankomme, sei jedoch eine Frage für sich. Deshalb solle man beim Betrachten eines Fotos immer hinterfragen: „Was wollte der Fotograf damit bezwecken?“

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Das Buch zur Ausstellung „Blickpunkt 2017“ sowie der „Blickpunkt“-Kalender für 2018, mit vielen der ausgezeichneten Fotografien darin, ist ab sofort im Zentrum oder online unter www.zentrum.hu erhältlich.

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