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Bei Anruf Neukalkulierung

Nun trug es sich zu, dass Tállai am Samstag auf dem sozialen Netzwerk Facebook folgenden Post veröffentlichte: „Auf bürgerliche Initiative hin bin ich bezüglich der spürbaren Preissteigerung bei den Benzinpreisen in und um Mezőkövesd tätig geworden.”

Er habe sich in „Gespräche mit der MOL”, Ungarns führendem Mineralölkonzern, begeben und verkündete stolz das Ergebnis: Im Vergleich zum 31. Oktober ist Benzin um elf Forint und Diesel um fünf Forint billiger geworden. Zum Vergleich: Im Rest des Landes wurde Benzin im Schnitt 16 Forint und Diesel elf Forint teurer. Die Preisunterschiede bei der staatlichen Ölfirma MOL ergäben sich bei den Tankstellen in der Region zwar unter anderem aus dem Lieferweg, doch auch mittelfristig will Tállai die Preise sichern.

Dieses selbst für osteuropäische Verhältnisse ungewöhnliche Intermezzo zog sogar die Aufmerksamkeit des Auslands auf sich und schaffte es auf die Startseite des Onlineportals von Bloomberg News, einer der weltgrößten Nachrichtenagenturen. Was jedoch die internationale Schamgrenze erreicht, geht hier in Ungarn unter – oder wird sogar noch gelobt. So geschehen auch in diesem Fall. Premier Viktor Orbán gratulierte im Fernsehsender atv András Tállai dazu, dass es ihm gelungen sei, eine Preissenkung in seiner Region zu erreichen. Dies, so der Premier weiter, könne gern von jedem Bürger in Angriff genommen werden.

Wenn schon, denn schon

Obwohl die Ungarn die politischen Extravaganzen der Regierung sonst eher mit stoischer Ruhe hinnehmen, löste die Tállai-sche Preissenkung doch eine Welle des Spotts aus. So versuchten sich mehrere Aktivisten daran, ebenfalls Preissenkungen der verschiedensten Art zu erreichen. Das Nachrichtenportal index.hu wollte es Tállai gleichtun und wandte sich an die MOL beziehungsweise deren Kundenservice.

Die freundliche Callcenter-Mitarbeiterin war keineswegs erstaunt über den Anruf. Der Konzern habe vermehrt solche Anrufe erhalten. Die Daten eines jeden Anrufers würden aufgenommen und man werde sehen, was man in Sachen Preissenkung tun könne. Überraschend ist die Antwort der MOL nicht, schlicht schockierend ist jedoch, mit welcher Selbstverständlichkeit in Ungarn Vetternwirtschaft und politische Einflussnahme im Alltag vertreten sind. Ganz wie zu Zeiten der Planwirtschaft, als nicht der Markt, sondern das Politbüro die Preise diktierte.

Daran dürfte sich wohl auch eine ältere Dame erinnert gefühlt haben, die, vom Fernsehsender atv nach der Tállai-schen Preissenkung befragt, von „Genosse Tállai” spricht, bevor sie sich verbessert. Ein Freud’scher Versprecher par excellence, der derzeit neben aller Heiterkeit auch für immer mehr Sorgenfalten sorgt.

Konversation

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