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Unter schlechtem Stern

Nur wenige Hundert Meter von der Markthalle entfernt liegt der Wal an Land. Eine prestigeträchtige Lage für Geschäfte, Galerien und andere Einrichtungen, möchte man meinen. Doch seit Anbeginn sind die einzigen Geschäfte, die hier gut funktionieren, die zahlreichen gastronomischen Einrichtungen, die, dank des umwerfenden Donaupanoramas, insbesondere im Sommer bis zum Bersten gefüllt sind. Doch die Bars und Restaurants belegen nur den kleineren Teil der Geschäftsflächen, der Großteil steht seit Jahren leer.

Dabei war die Idee hinter dem 2013 eröffneten Gebäudekomplex eigentlich gut: Dank des Architekten Kas Oosterhuis war es gelungen, einen ehemaligen Schandfleck der Stadt – einige bereits 1881 errichtete, aber dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallene Lagerhallen – in ein architektonisches und das Stadtbild prägendes Meisterwerk zu verwandeln, das Vergangenheit und Moderne harmonisch miteinander verbindet. Ein Premiumeinkaufszentrum sollte der Bálna werden, in dem neben Mode und Kunst auch ein Lebensmittelmarkt Platz findet. Doch der einstige Biomarkt, ausgelagert aus der großen Markthalle, ist ausgezogen. Gekommen sind kleine, aber hochwertige Läden, die jedoch kaum über den allgemeinen Leerstand im Bálna hinwegtäuschen können.

Es gab Zeiten, in denen der Walfisch stärker bevölkert war: Noch vor der Eröffnung, in CET-Zeiten waren laut Angaben der damaligen Besitzer rund zwei Drittel der Flächen bereits per Vorvertrag vermietet. Doch dann begann das Chaos. Von fehlenden Genehmigungen und Scharmützeln seitens der Bezirksverwaltung entmutigt, beschloss der damalige Besitzer, die Porto Investment Hungary Kft. das Gebäude an die Stadt zu verkaufen, die dieses dankend übernahm. Trotzdem besserte sich die Lage nicht wirklich. Auch heute steht der Walfisch nach wie vor zu großen Teilen leer. Der einstige Gedanke, aus dem Bálna ein Kunsthandwerk-Einkaufszentrum zu machen, wurde mittlerweile aufgegeben. Stattdessen wird ein Drittel des Baus nun von Behörden der Bezirksverwaltung belegt.

Wer will noch mal? Wer hat noch nicht?

Die Anzeige auf dem ungarischen Immobilienportal ingatlan.hu ist im schönsten Beamtenungarisch geschrieben: Von einer „Immobilie mit dem Erscheinungsbild eines wirtschaftlichen und kulturellen Zentrums“ ist die Rede, dessen ausschließliche Eigentumsrechte im Rahmen einer öffentlichen Auktion erworben werden können.

Sollte jemand spontan Interesse an der Unglücksimmobilie haben, das Mindestgebot liegt bei elf Milliarden Forint. Doch auch das Drumherum muss erstanden werden, allerdings gibt es das schon zum Spottpreis von sechs Millionen Forint. Ein Schnäppchen, bedenkt man die derzeitigen Wohnungspreise in Budapest. Doch Spaß beiseite, der Walfisch ist auf Grund gelaufen. Dabei hätte er es wirklich verdient, endlich die Aufmerksamkeit und Anerkennung zu erhalten, die einem Bauwerk seiner Klasse gebührt.

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