Orbán erläuterte diese Aussage als eine Absichtserklärung der Regierung, die das Karpatenbecken als jenen Raum betrachte, in dem sich die ungarische Nation und Kultur voll entfalten könne. Es gehe nicht nur darum, die Rechte und Gemeinschaften der Magyaren zu verteidigen, sondern die Zukunft der Region nach der eigenen Logik und gemäß den eigenen Interessen mitzugestalten. Jeder in der Region könne sehen: Wer mit den Magyaren zusammenarbeitet, fährt gut damit, wiederholte Orbán eine weitere These, die er unlängst bereits in Siebenbürgen geäußert hatte.

Der Ministerpräsident sieht ein starkes Mutterland als Voraussetzung für eine erfolgreiche Außenpolitik im Interesse der Auslandsungarn an. Nach seiner Ansicht sei in Fragen wie Staatsbürgerschaft, Stimmrecht und Autonomiebestrebungen ein Konsens erreicht worden. Orbán bat um volle Unterstützung für die Initiative „Minority SafePack“ des Ungarnbundes in Siebenbürgen, RMDSZ. Mit dieser werde Brüssel aufgefordert, sich mit den alteingesessenen europäischen Minderheiten zu befassen.

Zum Zustand der ungarischen Volkswirtschaft meinte Orbán, es sei nun geboten, Bescheidenheit an den Tag zu legen, denn die vorliegenden Ergebnisse begründeten diese stolze Bescheidenheit. Unter Berufung auf eine Studie der Notenbank erinnerte er an 50 Reformmaßnahmen, mit denen die Wirtschaft binnen sieben Jahren auf die rechte Bahn gerückt werden konnte. In den drei Schlüsselsegmenten Energie, Medien und Banken, ohne die es in der modernen Welt keine Souveränität gebe, wurde der Anteil des ungarischen Eigentums über 50 Prozent angehoben. Heute befinde sich Ungarn mit Deutschland und Tschechien im Wettstreit darum, wo die Industrie einen höheren Anteil am BIP erreicht.

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