Mit diesem Preis werden seit mehr als einem Jahrzehnt herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Agrarforschung in Ungarn ausgezeichnet. In seinem Grußwort stellte der Präsident der DUG, Dr. Peter Spary, die Arbeit der Gesellschaft vor und betonte die historisch gewachsene Bedeutung der Agrarforschung. Dies wurde auch in dem kurzen Grußwort von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt unterstrichen, der selber auch Mitglied der DUG ist.

Ausgezeichnet in der Masterkategorie wurde in diesem Jahr Lilla Dénes, die eine Arbeit zum Thema „Einbau des ama1 Gens vom Amaranth ins Reisgenom und Untersuchung des Einflusses der Amaranth Albumin Proteine auf die Backeigenschaften von Reis-Brot“ vorgelegt hatte. Der besondere praktische Wert dieser Arbeit besteht darin, dass es der Preisträgerin gelungen ist, durch Genübertragung die Backeigenschaften von Reismehl so zu verbessern, dass man daraus glutenfreies Brot backen kann. „Die Arbeit kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Menschen, die an einer medikamentös nicht heilbaren Autoimmunkrankheit leiden, mit gesunder Nahrung zu versorgen“, so Spary.

Ebenfalls einen hohen praktischen Wert hat die in diesem Jahr mit dem Preis ausgezeichnete Arbeit von Dr. Ibolya Ember. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit der Epidemologie der Schwarzholzkrankheit (Bois Noir) und der Wirkung der Krankheit auf den Rebenertrag und die Weinqualität in Ungarn. Die Preisträgerin erlangte den Doktortitel an der Gartenbauwissenschaftlichen Fakultät der Hl. Stephan Universität in Budapest. Zuvor schloss sie das Studium als Diplom-Agraringenieurin an der Universität von Debrecen ab.

Die Schwarzholzkrankheit ist nicht nur bei ungarischen Reben weit verbreitet. Um hier die durch die Krankheit auftretenden Schäden zu reduzieren, war es erforderlich, diese bis hinunter auf die molekulare Ebene zu erforschen. Im Rahmen ihrer Arbeit gelang es der Preisträgerin, eine in der Weinwirtschaft besonders schwerwiegende Krankheit durch die Identifizierung ihrer Überträger zu lokalisieren. „Ihre Ergebnisse lassen die berechtigte Hoffnung zu, dass durch die Schwarzholzkrankheit verursachten Schäden demnächst deutlich reduziert werden können“, so Spary.

In weiteren Reden würdigten Prof. Dr. Tamás Németh, Vorsitzender der Agrarwissenschaftlichen Abteilung der Akademie der Wissenschaften, Prof. Dr. Attila Hegedűs und Prof. Dr. Jan Lelley die Arbeit der Preisträger, bevor diese ihre Arbeit anschließend dem Publikum vorstellten.

Den Ehrungen in der Akademie mit Urkunde und Preisgeld schlossen sich ein kurzer Empfang sowie ein festliches Abendessen an, bei dem DUG-Vizepräsident Prof. Dr. Jan Lelley die Preisträger noch einmal ausführlich würdigte.


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