Gast des Budapester Danube Instituts war an diesem Abend Dr. Rachel Ehrenfeld, eine der bekanntesten Forscherinnen und Streiterinnen gegen den islamistischen Terrorismus. Mit ihrem Buch „Funding Evil” hatte die Gründerin des amerikanischen Zentrums für Demokratie 2003 weltweit Aufsehen erregt. Darin legte sie zum ersten Mal schwarz auf weiß dar, was die Geheimdienste hinter vorgehaltener Hand bereits seit langem wussten: terroristische Organisationen wie Hezbollah, Al Qaeda, Al Nusra und auch der so genannte islamische Staat werden auf der internationalen Bühne von vielen Seiten finanziert und unterstützt.

Westliche Staaten beteiligen sich an der Finanzierung des islamistischen Terrorismus

Zu den Mäzenen des Terrorismus zählen saudi-arabische Prinzen, wie der 2009 verstorben Khalid bin Mahfouz, und auch Staaten wie der Iran, Syrien, Indonesien, Libyen, Nordkorea und Malaysia und selbst die UNO, die Europäische Gemeinschaft, die US-Regierung unter Barack Obama und bestimmte Zweige der russischen Mafia. Sie alle waren oder sind noch immer direkte oder indirekte Förderer des islamistischen Terrorismus. Dabei tritt der Terrorismus in so vielfältigen Formen auf, dass er kaum noch zu kontrollieren ist. Die direkte Bombengefahr und die Messerattacken sind nur zwei Aspekte unter vielen. Dazu gehören ebenso Cyberattacken gegen westliche Firmen, Drogenkartelle, Radikalisierungslager, aktive Beeinflussung und Propaganda in den öffentlich-rechtlichen Medien in Europa.

Der Vortrag von Rachel Ehrenfeld war von daher in erster Linie ein Appell an die breiten Schichten der europäischen Bevölkerung und an deren politische Führung: Der islamistische Terrorismus wird eben nicht nur von einer kleinen fanatischen Minderheit organisiert, sondern ist in Wirklichkeit eine großräumig aufgestellte Angelegenheit, eine weit verzweigte Kriegsmaschinerie, die sich teilweise sogar aus westlichen Geldern speist.

Rund 5,6 Milliarden Euro hat die EU in den letzten 20 Jahren an Fördergeldern an die palästinensischen Gebiete überwiesen, um die Lebensbedingungen der dortigen Bevölkerung zu verbessern. Doch Hintermänner in der palästinensischen Verwaltung leiten hohe Beträge einfach um, ohne dass von europäischer Seite darauf Einfluss genommen werden könnte. So werden mit europäischen Fördergeldern an palästinensische Flüchtlinge weder Krankenhäuser, noch Schulen finanziert, sondern militaristische Kinderlager, antijüdische Hetzkampagnen, hohe Gehälter für aktive Terroristen und eine nicht minder gefährliche Propaganda zur Unterstützung islamistischer Interessen in den westlichen Medien. Das führt dazu, dass heute ein palästinensischer Terrorist – dank des europäischen Steuerzahlers –wesentlich mehr verdient, als ein palästinensischer Angestellter.

Auch Drogenkonsumenten finanzieren den islamistischen Terrorismus

Nicht minder absurd sind die horrenden Geldsummen, die dank des Abkommens von Barack Obama mit dem Iran ungehindert in das nun von Sanktionen befreite Land fließen können. Experten, so Rachel Ehrenfeld, haben berechnet, dass der Iran, der seit 37 Jahren nachweislich in der ganzen Welt den islamistischen Terror unterstützt, durch die Aufhebung der Sanktionen rund 150 Milliarden Dollar an Investitionen verzeichnen kann. Wieviel davon an terroristische Organisationen weitergeleitet wird, bleibt im Dunkeln.

Die Liste der Geldquellen des islamistischen Terrors ist damit noch lange nicht erschöpft. Neben den Ölvorkommen in den vom IS besetzten Gebieten, in Afghanistan und Turkmenistan, gibt es in Afghanistan auch noch den Opiumanbau, der von den Taliban vor Ort gefördert wird. In den Jahren zwischen 2010 und 2016 wurden dort über 10.000 Tonnen Opium angebaut, zum Zweck des Imports in die westlichen Länder. Auch wenn die Zahl der Drogentoten in den letzten Jahren in der EU stark zurückgegangen ist, so sind es doch auch diese Toten und zahlreichen Drogenabhängigen, die über ihren Drogenkonsum den islamistischen Terror mit finanzieren.

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Daneben, so Rachel Ehrenfeld, sollte man sich auch vor Flüchtlingshilfen jeglicher Art in Acht nehmen, denn hohe Summen an Sozialhilfe, Kinder-und Wohngeld fließen an bereits wieder ausgereiste Islamisten und nicht an deren nur scheinbar in Europa lebenden Familien. Islamisten kommen nicht nur mit bis zu zehn unterschiedlichen Pässen nach Europa. In Dänemark etwa fand der Geheimdienst heraus, dass Dschihadisten weiterhin Gelder vom Staat erhielten, obwohl sie schon lange wieder im Nahen Osten lebten. 29 solcher Personen erhielten so seit 2015 rund 90.000 Euro.

Gesamte westliche Welt ist im Visier der Islamisten

Der Westen muss sich darüber im Klaren sein, so Rachel Ehrenfeld, dass all das sich nicht nur gegen Israel richtet, sondern gegen die gesamte westliche Welt. Unter dem Motto: „wir rechnen mit dem alten europäischen Kolonialismus und mit dem amerikanischen Imperialismus ab”, geht es dem islamistischen Terrorismus heute nicht mehr nur darum, „alle Juden ins Meer zu jagen”, er will vielmehr die gesamte westliche Welt in seinem Sinne umgestalten.

Wird dem nicht bald ein Ende gesetzt, droht eine schleichende Islamisierung. Die ersten Anzeichen, so die Referentin, seien bereits sichtbar. Der „Hijab”, das Kopftuch, hat sich in den USA und in Europa bereits durchgesetzt – Dank einer Finanzierungskampagne aus Saudi-Arabien, in deren Rahmen jeder Muslima, die in der Öffentlichkeit einen solchen Hijab trägt, 100 Dollar pro Monat auszahlt werden. Das Resultat: Vor zehn Jahren war dieses Kleidungsstück selbst in den muslimischen Ländern noch ein Zeichen von Armut und Unterwicklung, heute ist es aus dem westeuropäischen und amerikanischen Straßenbild kaum mehr wegzudenken. Der Hijab gilt mittlerweile als ein Zeichen für den Islam schlechthin, was bis in die neunziger Jahre hinein ein Unding war, denn es gibt ganze muslimische Bevölkerungsgruppen, wie zum Beispiel die Berberfrauen in Nordafrika, die diese Kopfbedeckung zuvor traditionell überhaupt nicht getragen haben.

Rachel Ehrenfeld: „Es geht um das Überleben unserer demokratischen westlichen Welt”

Rachel Ehrenfeld machte trotzdem klar, dass es ihr nicht um einen Kampf gegen den Islam geht. Vielmehr sollen mehr Transparenz und eine ständige Überwachung von Subventionen und Hilfsgeldern jeglicher Art endlich dazu führen, dass dem Terrorismus und der damit verbundenen schleichenden Islamisierung die Geldquellen abgegraben werden. Bislang haben die internationalen Organisationen und viele westliche Staatsmänner die Augen vor dem Offensichtlichen verschlossen. Sollten sie ihre Haltung nicht bald ändern und dem Missbrauch von Subventionen ein Ende setzen, wird es für die westliche Welt eng. „Die Rechnung ist einfach”, erklärte Rachel Ehrenfeld am Ende. „Es geht um das Überleben unserer demokratischen westlichen Welt.”

Die Autorin publiziert Artikel und produziert Radiosendungen zu politischen Themen und religionshistorischen Debatten in Europa und Israel. Sie wuchs in Heidelberg auf, studierte in Paris und lebt seit 1990 in Bukarest, Paris und Budapest.

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