Oxfam berechnete auch, dass sich die Hälfte des Weltvermögens, also etwa 110.000 Milliarden Dollar, in den Händen von einem Prozent der Weltbevölkerung befindet. Der Unterschied zwischen den Reichen und den Armen ist in den vergangenen 30 Jahren angestiegen. Laut der Organisation hat all das eine ernste Auswirkung auf die politische und wirtschaftliche Ordnung der Länder, da sich die Durchschnittsbürger immer mehr von der wirtschaftlichen und politischen Macht abkoppeln. Dies kann wiederum gesellschaftliche Spannungen auslösen, welche ein totales Chaos zur Folge haben können. Im Oxfam-Bericht steht auch, dass laut Schätzungen der Organisation die Reichen der Welt 18,5 Milliarden Dollar auf Offshore-Konten versteckt halten.

Tendenz: Reiche noch reicher, Arme noch ärmer

Im Oxfam-Bericht 2016 (oxfamamerica.org, 2016) steht bereits, dass das Vermögen der 62 reichsten Menschen der Welt dem Vermögen der ärmeren Hälfte der Gesamtbevölkerung, also von 3,5 Milliarden Menschen, gleichkommt. Hier wird angemerkt, dass dazu vor fünf Jahren noch das Vermögen von 388 Superreichen erforderlich war. In der Zwischenzeit wurden die Reichsten also noch reicher und die Armen noch ärmer.

Nebenbei stieg seit 2010 das Vermögen der 62 reichsten Menschen um 44 Prozent auf 1.760 Milliarden Dollar an, während das Vermögen der 3,5 Milliarden ärmsten Menschen um 41 Prozent abgenommen hat. Was jedoch am meisten verblüffend ist, steht im Oxfam-Bericht 2017: Daraus können wir bereits herauslesen, dass im Gegensatz zu den 62 Personen von 2016 nun mehr die acht (!) reichsten Menschen der Welt über ein Vermögen verfügen, das dem Vermögen der ärmeren Hälfte der gesamten Weltbevölkerung, also von 3,5 Milliarden Menschen, gleichkommt (oxfamamerica.org, 2017).

Die Konzentration des Weltvermögens in den Händen eines sehr kleinen elitären Kreises ist jedoch nur die eine eher spektakulärere Seite der Medaille. Das wirklich Ausschlaggebende für das Zustandekommen der globalen Elitokratie waren die Verflechtungen der transnationalen Firmen mit den Geldinstituten, die gemeinsam den internationalen Markt definieren, sowie die unglaublich stark ausgeprägte Konzentration der Macht innerhalb eines sehr engen, hauptsächlich aus Banken bestehenden Kreises.

Geld regiert die Welt: Die Weltherrschaft als oberstes Ziel

Eine Studie der Universität Zürich untersuchte 43.060 transnationale Unternehmen der Welt sowie das Netzwerk zwischen deren Eigentümern. Aufgrund dieser Studie wurde eine Karte über den Kern der globalen Wirtschaft entworfen, die 1.318 Unternehmen darstellt.

Die Studie zeigte, dass innerhalb dieser Gruppe 147 Unternehmen eine Super-Einheit bilden, die über 40 Prozent des Gesamtgruppenvermögens verfügt. Sie alle sind anteilig oder auch gänzlich Eigentümer der anderen Firmen. Laut James Glattfelder, Systemtheorieforscher des Zürcher Staatsinstituts, werden 40 Prozent des gesamten Netzwerks von nicht einmal einem Prozent aller Firmen gesteuert. All dem sei noch hinzuzufügen, dass sich die 147 Firmen und Geldinstitute in den Händen von 300 superreichen Bankhausdynastien befinden (David Rothkopfs Werk Superclass aus dem Jahr 2008 gibt detaillierten Aufschluss über die Spitzenelite).

Einer solchen Elite aus einem außerordentlich engen, aber umso mächtigeren Kreis des globalen Marktes steht eine neue, einheitliche Weltordnung und eine Art konzentriertes, globales Institutionensystem sowie der Ausbau einer Weltregierung durchaus nicht fern – ihren Interessen und Zielen wäre durch einen derartigen Paradigmenwechsel deutlich besser gedient.

Organisierte Privatgewalt vs. gewählte öffentliche Gewalt

Es gibt Autoren, die die oben genannte Spitzenelite als organisierte Privatgewalt bezeichnen – gut begründet im Gegensatz zur organisierten öffentlichen Gewalt, zum Staat, genauer gesagt zum Nationalstaat. Diese Gegenüberstellung ist auch schon deshalb angemessen, da die organisierte Privatgewalt von niemandem gewählt wurde und sie nur sich selbst repräsentiert, während die organisierte öffentliche Gewalt eine gewählte, also demokratische, legitime Macht ist.

Es steht eine Elitokratie, die eine informelle Gewalt ausübt, einem gewählten, kontrollierten, demokratischen Nationalstaat gegenüber. Anders formuliert: Man kann begründet von einer Bruchlinie zwischen der organisierten Privatgewalt und der gewählten öffentlichen Gewalt und – sehr wohl – von einem Kampf auf Leben und Tod reden, in dem gerade die öffentliche Gewalt Donald Trumps den wichtigsten Kampf gegen die Privatgewalt austrägt; gelinde gesagt: mit wechselndem Erfolg.

Auf info-direkt.at („Rothschild und die Asyl-Industrie“) kann nachgelesen werden, dass der Betrieb einiger österreichischer und deutscher Flüchtlingslager von einer schweizerischen Firma namens ORS durchgeführt wird, in der die Barclays Bank, die Hauptbank der Rothschild-Dynastie, Mehrheitseigentümerin ist. George Soros ist mit den Rothschilds über tausende Fäden verbunden. Und die Flutung Europas mit Migranten schwächt offenbar die europäischen Nationalstaaten.

Mal Soros für sich sprechen lassen

Und zum Schluss würde ich gerne das ewig rauf und runter gespielte Lied der Linken ansprechen, wonach es in Verbindung mit der Migration und den Nationalstaaten so etwas wie einen Soros-Plan gar nicht gäbe. Ihrer Meinung nach gibt es sicherlich auch keine globale Finanzelite. In Ordnung. Dann sollte es doch zumindest reichen, George Soros selbst zu zitieren. Soros äußerte sich unlängst bezüglich der Migrantionspolitik der ungarischen Regierung folgendermaßen: „Orbán betrachtet den Schutz der Nationalgrenzen als Ziel, die Flüchtlinge als Hindernis. Unser Plan betrachtet den Schutz der Flüchtlinge als Ziel und die Nationalgrenzen als Hindernis.“

Darüber hinaus gab Soros seine Pläne in puncto Migration in den vergangenen zwei Jahren zahlreiche Male schriftlich (zum Beispiel auf seiner Website Project Syndicate) und mündlich bekannt. Schon im Juli 2016 konnte er vor dem Europäischen Parlament seine Vorstellungen dazu näher erläutern. Im Frühling dieses Jahres konnte er das auf den höchsten Foren der Europäischen Union mehrmals wiederholen. Aber es gibt ja bekanntlich keinen Soros-Plan…

Ich denke, dass diejenigen, die in Ungarn von einer Nicht-Existenz des Soros-Plans sprechen, in Wirklichkeit schon längst ein Teil dieses Plans sind.

Der Autor ist Politologe.

Der hier wiedergegebene Kommentar erschien am 2. Oktober auf dem Online-Portal der konservativen Regierungszeitung Magyar Idők.

Aus dem Ungarischen von Dávid Huszti

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