Doch die beliebten Spielkarten gab es nicht nur mit Automotiven, auch Motorräder, Eisenbahnen und Flugzeuge waren toll zum Vergleichen und zum gegenseitigen Ausstechen. In Ungarn existiert nun sogar ein „Aufrührerquartett“. Das wird zwar noch nicht in Serie produziert, aber eine Kickstarter-Kampagne zur Finanzierung der Spielkartenproduktion ist ja bekanntlich schnell auf den Weg gebracht.

Farbbeutel sticht Mundgeruch

Der Karikaturist Grafitmensch illustrierte die Karten und legte sich dabei wie gewohnt ins Zeug. Auf dem Nachrichtenportal index.hu hat er eine tägliche Kolumne unter dem Titel „Die tägliche Zeichnung“ (ung.: napirajz), darin nimmt der Karikaturist das Tagesgeschehen aufs Korn. Aktuell sind es die von Szilárd Németh ausfindig gemachten „Aufrührer“, die den Grafitmenschen auf ganz „spielerische“ Weise inspirierten.

Zu seinem „Aufrührerquartett“ gehören unter anderem die bekannten Verdächtigen: Gábor Vágó, Márton Gulyás und Árpád Schilling. Neben Lebenspunkten und Krafteinheiten hat jeder von ihnen auch eine eigene Wunderwaffe. Im Falle Vágós ist dies eine abgelaufene Zugangskarte fürs Parlament. Gulyás und Schilling hingegen greifen mit Farbbeuteln und Strandlatschen an.

Doch außer den oppositionellen „Aufrührern“ gibt es auch noch Spielkarten aus dem Umfeld der Regierungsanhänger. Da wären beispielsweise der Säureonkel, Tante Magdika und die Glatzköpfe. Auch ihnen stehen Waffen zur Verfügung: Beim Säureonkel ist das – Überraschung – die Säure. Die Inspiration dafür lieferte ein Fidesz-Anhänger, der 2013, als oppositionelle Demonstranten die Parteizentrale des Fidesz stürmten, den jungen Oppositionellen für ihre Missetaten eine Salzsäurekur für ihr Gesicht androhte. Tante Magdika wiederum schlägt ihre Widersacher mit Mundgeruch in die Flucht. Die Kraft der Glatzköpfe liegt – wie zu erwarten war – nicht in ihrer geistigen Überlegenheit, sondern in ihrer Anzahl. Haben auch Sie Gefallen an diesem noch nicht ganz fertiggestellten Quartett gefunden? Wir jedenfalls sind offen für einen Spieleabend.

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