Zukunftsmenschen … Überall nur Zukunftsmenschen …

Dass sie alle eines gemeinsam haben, ist schon unser Senf dazu: Sie alle sind Zukunftsmenschen, keiner von ihnen findet sich in der Vergangenheit wieder. Entweder sie finden nichts Evaluierbares in ihrer eigenen Vergangenheit oder sie müssen sie leugnen, wie MSZP-Spitzenkandidat László Botka. Darüber hinaus werden sie nächstes Jahr alle siegen, weil ihnen irgendjemand gesagt hat, dass nun sie an der Reihe wären. Sie fielen auch alle grob über Viktor Orbán her, der ihnen unverkennbar im Weg steht. Dieser äußerte nur behutsam die Bitte, für Geld und Macht nicht alles in Kauf zu nehmen. Und dem ebenfalls fest zur Regierungsübernahme entschlossenen Jobbik-Spitzenkandidat Gábor Vona legte er nahe, für die Regierungsarbeit ernsthaftere Mittel in Angriff zu nehmen als seine Augenbrauenpinzette.

Einziger wirklicher Zukunftspolitiker: Orbán

Jedenfalls geht das Gerücht um, in der Europäischen Union wäre immer mehr die Ansicht vertreten, dass auch in der jüngsten Vergangenheit nur Viktor Orbán der Mann der Zukunft gewesen wäre. Er erkannte nicht nur frühzeitig die Gefahren der illegalen Einwanderung, er tat auch effektiv etwas dagegen. Das kann man von seinen Wischiwaschi-Kritikern, die nur im Schlechtreden und im Drohen der ungarischen Führung aktiv wurden, nicht behaupten. Ihre mittlerweile todlangweilige gemeinsame europäische Lösung nahm bis zum heutigen Tag bloß in Form einer von niemanden eingehaltenen Zwangsquote – eine klägliche und hilflose – Gestalt an.

Die opportunistischen Herrschaften in der Zwickmühle

Dies ist für alle zukünftigen Auserwählten von Bernadett Szél (LMP) über László Botka bis Gábor Vona eine schlechte Nachricht, denn ihr neuer Standpunkt in der Migrationsfrage, welcher wohlgemerkt ausschließlich für den ungarischen Wähler bestimmt ist, demzufolge man den Zaun nicht abbauen müsste, erscheint im Gegensatz zur Formulierung des Regierungschefs, dass wir ein ungarisches Ungarn und ein europäisches Europa bräuchten, eher schwächlich. Noch dazu stellen sie sich dadurch auch den Soros-Plänen in den Weg, was ihnen durchaus Probleme bereiten könnte. Sie erwarten nämlich von jenen Politikern aus Brüssel Unterstützung bei der Beseitigung des Orbán-Regimes, die nachweislich von Soros finanziert werden. Wenn sie also am Zaun festhalten, können sie der Hilfe aus Brüssel gleich Lebewohl sagen.

Auch außerhalb des Parlaments gibt man Vollgas

Aber auch außerhalb des Parlaments herrscht derzeit Hochbetrieb. Wir konnten uns noch gar nicht so richtig vom Schock erholen, den die Wahlrechtsinitiative des linken Aktivisten Márton Gulyás auslöste, schon steht die Parade der durch LMP-Gründer Gábor Vágó initiierten Unterschriften-Sammelaktion gegen die Verjährung von Korruptionsstraftaten vor unserer Tür. Ich gehe sehr stark davon aus, dass dabei auch alle mitmachen werden, die der Regierung zwar aufgrund ihrer Orbán-Phobie die fünf Milliarden Forint [etwa 16 Millionen Euro] für das Quoten-Referendum nicht gönnen, jedoch sämtliche gegen die Regierung gerichtete teure Aktionen gerne befürworten. Allerdings schlug Fidesz-Vize Gergely Gulyás sogleich vor, einen entsprechenden Vorschlag zur Gesetzesänderung vorzulegen und zu diskutieren. Die Parlamentsparteien ergriffen diese Möglichkeit sofort und verabschiedeten wenig später die Gesetzänderung, woraufhin sie von Vágó der politischen Profitmacherei beschuldigt wurden. Was erwartet uns denn noch bis zum Frühling?

Eine kleine Schlägerei käme jetzt ganz gut

Währenddessen versuchen die Schüler von MSZP-Politberater Ron Werber, Saul Alinsky und dem serbischen Politaktivisten Srda Popovic fast schon Blut schwitzend eine Bewegung zusammenzuschmieden, durch die sie gegen sich selbst ein bisschen Gewalt provozieren können. Eine kleine Schlägerei käme jetzt ganz gut. Keine großartige Produktion. Und die öffentliche Meinung stünde sofort auf ihrer Seite. Aber vorerst stehen nicht die Regierung, sondern die 50-100 Menschen lächerlich da, die diesen Initiativen aufsitzen. Es ist auch nicht weiter verwunderlich, dass unter diesen Umständen András Fekete-Győr von der Momentum-Bewegung und seine Leute glauben, dass ausschließlich sie die Menschen der Zukunft seien. György Raskó bestätigt in ihren Reihen offenbar nur die Regel. Und im Hintergrund fragt sich Regisseur Árpád Schilling, wie es mit der Nationalen Sicherheit nun weitergeht. Insgeheim würde er aber lieber gute Theaterstücke machen.

Um es in der Sprache des Sports zu formulieren: Auf ein schönes Spiel können wir hier nicht mehr große Hoffnungen setzen.


Der hier wiedergegebene Kommentar erschien am 19. September auf dem Online-Portal der konservativen Regierungszeitung Magyar Idők.

Aus dem Ungarischen von Dávid Huszti

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