Der Ablauf folgte schon einer Tradition. An Anfang wurde die ungarische Nationalhymne gespielt, den Abschluss bildete die „Europa-Hymne“ – dazwischen gab es: eine Diplomübergabe, die Ansprache des Rektors, Grußworte der Alumni, eine Festrede und Danksagungen. Innerhalb dieses Rahmens zeigt sich die Andrassy Universität dieses Jahr dynamisch und selbstbewusst. Es sind immer mehr Absolventen einer wachsenden Zahl von Studiengängen, die feierlich ihre Abschlussdiplome überreicht bekommen.

Nicht zuletzt hat die Andrássy Universität mit Dietmar Meyer auch einen neuen Rektor, dem man Aufregung aber nicht anmerken kann. Kein Wunder, schließlich ist er im akademischen Leben Ungarns und auch an der Andrássy Universität schon seit langem „zu Hause“. Er beglückwünscht die Studienanfänger dazu, die womöglich „beste Entscheidung ihres Lebens“ getroffen zu haben. Der neue Prorektor für Lehre und Studierende, Betriebswirt Georg Trautnitz – zuvor Universität Bamberg – moderiert überzeugend, und die neue Prorektorin für Forschung, Ellen Bos, kann stolz von einer steigenden Zahl von Nachwuchswissenschaftlern an der interdisziplinären Doktorschule berichten. Die komplett neue akademische Universitätsleitung wirkt gewinnend und optimistisch: „Wir haben Pläne…“ ist eine bezeichnende wiederkehrende Wendung in der Festrede des Rektors.

Wie jedes Jahr wurde die Studienjahreröffnung der AUB von einigen Prominenten durch ihre Anwesenheit geehrt. So etwa vom neuen Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Ungarn, Volkmar Wenzel. Einen Teil des Festakts bildete der prägnante Vortrag zum europäischen Konzernrecht von Peter Hommelhoff, ehemaliger Rektor der Universität Heidelberg und über sieben Jahre Vorsitzender des Universitätsrats der Andrássy Universität. Ihm wird im Anschluss für seine Verdienste feierlich die Ehrensenatorenwürde verliehen.

Mit dem Start des neuen Masterstudiengangs „Management and Leadership“ ist es der AUB gelungen, sich stärker mit den Unternehmen in der Region zu vernetzen. Unter dem Titel „Diversität und Digitalisierung“ wurde ein Förderprogramm zur Unterstützung weiblicher Talente aufgelegt, an dem sich sechs Unternehmen mit einem eigenen Stipendien- und Mentoringformat beteiligen. Die Herausforderungen der Digitalisierung an Prozesse und Geschäftsmodelle stehen dabei im Mittelpunkt des Interesses. Sechs frischgebackenen Stipendiatinnen wurden die Stipendienurkunden persönlich überreicht.

Das Programm steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen Botschaft sowie der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer. Beteiligt haben sich Elmű/Émász (innogy), Siemens, Budapest Airport, Phoenix Group Hungary, Porsche Hungaria sowie Mercedes-Benz Manufacturing Hungary. Der Beauftragte für die Wirtschaftskontakte der AUB, Jörg Dötsch, betonte, dass es der AUB in erster Linie darum gehe, „Partner zu finden, die wie wir Phantasie in dieser Region und ihren Menschen sehen“. Daher sei dieses Programm ein wichtiges neues Format an der AUB. Die zündende Idee dazu stamme aus der Zusammenarbeit mit Dr. Marie-Theres Thiell. Sodann betonnte sie in ihrer Eigenschaft als CEO von Innogy Hungary aber auch als Vizepräsidentin der Kammer, dass sie gemeinsam mit der Botschaft dafür sorgen wolle, „dass dieses Programm erfolgreich und nachhaltig wird“.

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