In der ersten Phase werden zunächst 15 e-Fahrzeuge in Betrieb genommen. Um die Dimension dieses Schrittes zu verstehen, muss man wissen, dass die bisher bei der Eröffnung von immer neuen Ladestationen sehr aktive Gruppe selbst nur drei vollständig elektrisch angetriebene Fahrzeuge in ihrer Flotte hatte. Einen Peugeot, einen Citroen und einen Mitsubishi. Neu in die Flotte des Energieunternehmens kommen nun nach gründlicher Marktforschung e-Fahrzeuge der Marken Renault, Nissan und Hyundai. Die deutsche Automobilindustrie wird wegen fehlender Angebote in der benötigten Klasse lediglich mit einem einzigen Fahrzeug in der Flotte vertreten sein, nämlich mit einem BMW i3, den eine Top-Managerin der Gruppe aus Miskolc fahren wird.

Konsequente Konvertierung des Fuhrparks

Erklärtes Ziel der Typenvielfalt ist es unter anderem, Erfahrungen zu sammeln, auch generell, was das Fuhrparkmanagement einer nun beachtlichen und ständig wachsenden e-Flotte betrifft. „Ab sofort wollen wir beim Neuerwerb von Firmenfahrzeugen in Klassen, bei denen es e-Auto-Alternativen gibt, möglichst nur noch e-Fahrzeuge anschaffen“, beschreibt Dr. Thiell die nun eingeschlagene Fuhrparkpolitik ihrer Firma. Schrittweise soll die konventionelle Flotte der Firmengruppe in den kommenden Jahren in eine „e-Flotte“ konvertiert werden.

Eine komplette Umstellung des Fuhrparks mit immerhin rund 800 Fahrzeugen wird es allerdings mit Blick auf das derzeitige Angebot an e-Fahrzeugen nicht geben können. So gibt es bisher etwa bei geländegängigen Fahrzeugen mit Allrad-Antrieb noch keine e-Alternativen. Auch bei Fahrzeugen, die etwa von Managern auch privat mit der Familie genutzt werden, vermisst die Vorstandsvorsitzende noch immer ausreichend große und bezahlbare Fahrzeuge von Seiten der Automobilindustrie. Abgesehen vom derzeitigen Typen-Angebot sieht sie vor allem den noch immer recht hohen Preis von e-Fahrzeugen als Hemmschuh für einen weiteren Raumgewinn der e-Mobility. „Zu begrüßen ist aber auf jeden Fall, dass bei betrieblich genutzten Fahrzeugen die Reichweite inzwischen kein Problem mehr darstellt“, so Dr. Thiell.

Staat macht hohe Preise erträglicher

Um e-Fahrzeuge preislich zumindest etwas attraktiver zu machen, gibt es von Seiten des Staates aber immerhin ein Förderprogramm und diverse sonstige Vergünstigungen. Das Programm unterstützt bisher die Anschaffung eines e-Fahrzeuges mit bis zu 21 Prozent des Kaufpreises beziehungsweise maximal 1,5 Millionen Forint. Auch die ELMŰ-ÉMÁSZ-Gruppe kam jetzt in den Genuss dieser Unterstützung. Insgesamt unterstützte der Staat die Anschaffung der 15 Fahrzeuge mit 22,5 Millionen Forint. Die Gesamtinvestitionssumme beträgt übrigens mehr als 200 Millionen Forint, wobei in diesem Preis auch der Kauf und die Installation von 11 zusätzlichen Ladestationen inbegriffen ist.

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Sowohl für die Bedeutung des Startschusses für den e-Flottenaufbau bei ELMŰ-ÉMÁSZ als auch natürlich für die Firmengruppe selbst und ihre inzwischen wieder hervorragenden Beziehungen zum Staat sprach, dass sich am Dienstagvormittag gleich zwei Staatssekretäre die Zeit genommen hatten, um den Festakt mit ihrer Anwesenheit aufzuwerten: István Lepsényi, verantwortlich im Wirtschaftsministerium für Wirtschaftsentwicklung und Regulierung, und Dr. András Aradszki, der im Entwicklungsministerium für das Energiewiesen zuständig ist. Ja mehr noch, sie kamen nicht mit leeren Händen.

Förderprogramm wird ausgeweitet

So nutzte Lepsényi den Anlass, um die frische Nachricht zu verkünden, dass die Regierung soeben beschlossen habe, den Förderkreis für den Kauf von e-Autos auszuweiten. So soll die Anzahl geförderter Autos beim Kauf durch Rechtspersonen von 5 auf 35 Fahrzeuge pro Firma steigen, bei staatlichen Einrichtungen wurde die Obergrenze sogar ganz gestrichen. Darüber hinaus soll der Kreis von förderfähigen Firmen ausgeweitet werden. Als konkretes Beispiel nannte der Staatssekretär Rechtsanwaltskanzleien, die nun auch geförderte e-Fahrzeuge als Firmenwagen in Betracht ziehen können. Das entsprechende Förderprogramm laufe zwar im Mai 2018 aus. Der Staatssekretär gab sich aber zuversichtlich, dass das Programm auch darüber hinaus fortgesetzt werde.

Mit verschiedenen Maßnahmen und Förderprogrammen wird sich der Staat auch für einen forcierten Ausbau der Infrastruktur von Ladestationen einsetzen. Den Plänen der Regierung zufolge sollen entlang der Hauptverkehrsstrecken alle 80 km elektrische Hochleistungs-Ladestationen errichtet werden. Kommunen können wiederum mit 100 Prozent staatlicher Unterstützung neue e-Ladestationen errichten, damit eine landesweite Abdeckung gewährleistet ist, sagte Lepsényi weiter. Bislang wurden die Anträge von 75 Kommunalverwaltungen für 443 Ladestationen im Wert von 535 Mio. Forint abgesegnet. Derzeit seien in Ungarn bereits mehr 3.000 e-Fahrzeuge zugelassen.

Arbeit an innovativen e-Mobilitätslösungen dank ruhiger Rahmenbedingungen

Im Anschluss an die beiden Eröffnungsvorträge gab es unter Mitwirkung der beiden Staatssekretäre, der Vorstandsvorsitzenden Dr. Thiell sowie von Martin Herrmann, Vertriebsvorstand der innogy S.E., dem Eigentümer der ELMŰ-ÉMÁSZ-Gruppe, eine Talkrunde, bei der es unter anderem um die Trends und Zukunft der e-Mobility ging. Herrmann, der bei innogy für den Bereich e-Mobility zuständig ist, unterstrich dabei: „Ich bin beindruckt von der führenden Position Ungarns in der Region bei der e-Mobility.“

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Vom Moderator auf ihre Zukunftswünsche in Sachen e-Mobility angesprochen erklärte Dr. Thiell dabei wörtlich: „Wir sind glücklich, dass die Energiewirtschaft im Moment in ruhigem Fahrwasser arbeiten kann. Ich hoffe, dass das so bleibt und wir dadurch weiterhin die Freiheit haben, um in und für Ungarn unter anderem an innovativen e-Mobilitätslösungen zu arbeiten.“ Die beiden Staatssekretäre ließen in ihren Wortmeldungen und Reaktionen danach erkennen, dass nach ihrem Dafürhalten die Zeichen von Seiten der Regierung auch weiterhin eher auf einem partnerschaftlichen Miteinander stehen. So endete die Talkrunde betont harmonisch.

Sodann begab man sich auf den ELMŰ-Hof, um die neuen Fahrzeuge an die Mitarbeiter zu übergeben und neugierig Proberunden mit den leisen Fahrzeugen zu drehen.

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