Warschau, Prag, Bratislava und Budapest reden mit einer Stimme – das sei eine großartige Sache. Wie sich die Zeiten ändern, zeige sich daran, dass Obama 2009 seine erste Auslandsrede in Kairo hielt, während Trump in Warschau erklärte: „Wir kämpfen wie die Polen für die Familie, Freiheit, das Land und Gott.“ Ungarn stehe im internationalen Kampf auf der guten Seite der Patrioten, gegen die globalistische Elite.

Orbán formulierte ein Dutzend Kriterien des starken Staates, darunter Wirtschaftswachstum, nationale Kontrolle über die strategischen Wirtschaftszweige und Vollbeschäftigung. Ungarn habe in der Zwischenzeit ungefähr 1.000 Mrd. Forint (gut 3 Mrd. Euro) für den Rückkauf strategischer Gesellschaften aufgewendet, die früher ungerechtfertigt privatisiert worden waren. Im Jahre 2010 arbeiteten 3,6 Mio. Ungarn, von denen die Hälfte auch Steuern zahlte, heute arbeiten 4,4 Mio. Ungarn, die allesamt Steuern zahlen. Die gegenüber den Multis erhobenen Sondersteuern dienten dazu, ein familienfreundliches Umfeld zu schaffen.

Orbán forderte seine Zuhörer auf, die politischen Geschehnisse nicht nur zu beobachten, sondern sich zu registrieren und wählen zu gehen. Ein starkes Mutterland sei für die ungarischen Minderheiten außerordentlich wichtig; deshalb dürften in Budapest nicht Parteien an die Macht gelangen, die Ungarn schwächen wollen. Die wirtschaftlichen Probleme mit Migranten aus einem anderen Kulturkreis lösen zu wollen, sei falsch. Orbán brachte hier das Beispiel der im europäischen Kulturkreis erwünschten Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, während im Islam die Frau dem Mann untergeordnet sei. Auch eine auf Umerziehung bauende Integration sei verfehlt, wenn die Muslime die eigene Kultur als der christlichen Kultur überlegen ansehen – der Stärkere aber wird sich nie dem Schwächeren angleichen. Orbán wiederholte seine Theorie vom Soros-Plan, wonach jährlich 1 Mio. Migranten in die EU geholt werden sollen, denen man pro Kopf 15.000 Euro Startkapital gewähren wolle, woraufhin die Einwanderer auf die Mitgliedstaaten aufgeteilt würden, was eine europäische Einwanderungsbehörde zentral zu regeln hätte. Damit Europa leben kann, resümierte der Premier, müsse es seine Souveränität gegenüber dem Soros-Imperium zurückerlangen und sich anschließend reformieren. „Vor 27 Jahren glaubten wir hier in Osteuropa, Europa sei unsere Zukunft. Heute fühlen wir, dass wir die Zukunft Europas sind.“

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