Ja mehr noch: um die Wirkung von gefühlsbetontem Text und balladenartiger Musik zu steigern, ließ er beides von einer Ballett-Tänzerin visualisieren. Herausgekommen ist ein professionelles Video, das es bei Youtube (Titel: „Joseph Felfoldi – Brexit ballet“) innerhalb von knapp drei Wochen auf fast eine halbe Million Aufrufe gebracht hat. Sehnlichster Wunsch von Felföldi ist es jetzt, dass möglichst viele Briten von dem Werk Notiz nehmen.

Dahinter verbirgt sich der Wunsch von Felföldi, dass die für ihn als großen Freund der Briten und ihrer Lebensart schmerzhafte Entscheidung am Ende vielleicht doch noch irgendwie rückgängig gemacht wird. Davon mögen sicher auch viele Eurokraten träumen. Um ihrem Traum näher zu kommen, entwerfen sie häufig das Bild eines möglichst schmerzhaften Brexit und ergehen sich in Rachegelüsten.

Ganz anders Felföldi. Aus jeder Zeile seines Brexit-Gedichts spricht ein großer Respekt für die Briten und ihre Entscheidung. „Als Ungar möchte ich den Briten mitteilen, dass ich deren Entscheidung und Unabhängigkeit absolut respektiere“, so der Unternehmer gegenüber der Budapester Zeitung.

Zwar stellt er gleich in der ersten Zeile klar, dass zwar Sterne gemeinsam heller scheinen und wenig später sagt er frei heraus, dass er wünschte, dass es nicht so gekommen wäre. Aber wenn der Stern nun einmal fallen soll, dann wünsche er ihm sichere Landung. Zu den emotionalsten Momenten des Videos gehört sicher die Schlussszene, in der er die am Boden liegende Ballett-Tänzerin, also den gefallenen britischen Stern, zärtlich berührt.

Zuvor aber lässt Felföldi, der privat und beruflich häufig auf den britischen Inseln zu Besuch ist, die britischen Lebensart und ihre große Geschichte der Inselbewohner Revue passieren. Am Ende münden all diese Erinnerungen in das Bekenntnis, dass der EU ohne Großbritannien etwas Wesentliches fehlen wird. „Oft wissen wir Dinge erst dann richtig zu schätzen, wenn sie nicht mehr da sind“, so Felföldi. Und auch in diesen Worten schwingt wieder die Hoffnung mit, dass in Sachen Brexit vielleicht doch noch nicht das letzte Wort gesprochen wurde.

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Singender Süßwarenproduzent

Das Singen ist für den Unternehmer József Felföldi nur ein Hobby. „Andere spielen Golf, ich singe.“ Es ist sogar ein sehr intensives Hobby: Innerhalb von etwa 30 Jahren hat er rund 500 Lieder beziehungsweise Gedichte geschrieben.

Die Freiheit, sein Hobby auszuleben und unter anderem unter dem Label Felfoldi Music zahlreiche, absolut professionell gemachte – ergo sicher nicht billige – Videos zu produzieren, hat er sich durch den Aufbau einer höchst erfolgreichen Süßwarenfabrik mit zahlreichen innovativen Produkten erarbeitet. Das bekannteste der etwa 30 verschiedenen Produkte der Felföldi Édességgyártó Kft. ist sicher der Magic Sipper, ein mit Granulat gefüllter Plastikstrohhalm, dessen süßer Inhalt sich mit der Milch verbindet, die man durch ihn saugt. Inzwischen sind für die Unternehmensgruppe rund 300 Mitarbeiter tätig, die von Debrecen aus rund 70 Exportmärkte versorgen, darunter Deutschland, Japan, Korea, Australien, Russland und natürlich Großbritannien.

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