Man müsse abwarten, was in der Eurozone geschehe – diesen Standpunkt vertreten derzeit auch andere Länder. Auf lange Sicht ist es nicht gesund, parallel zur einheitlichen monetären Politik Abweichungen in der fiskalischen Politik zuzulassen, kritisierte Varga, der keine Bestrebungen für eine Harmonisierung sieht, welche den Euro stabilisieren könnte, während der Leitzins der EZB überall genauso gilt. Ungarn erfülle derzeit nur ein Eurokriterium nicht – die Wechselkursbindung –, was jedoch bewusst geschehe. Voraussetzung für den Beitritt des Landes zur Eurozone sei nach den Worten des Ministers eine entsprechende Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Solange die Produktivität der ungarischen Arbeitskräfte mehr als 10 Prozentpunkte hinter jener Deutschlands zurückbleibe, könnte Ungarn das gleiche Schicksal wie Griechenland oder Portugal ereilen.

Bezüglich der um sich greifenden protektionistischen Maßnahmen in Westeuropa sagte Varga, “wir müssen die Herausforderung annehmen”, wenn neuerdings Rechtsnormen in Ländern wie Österreich, Deutschland, Frankreich oder Belgien am Fließband erstellt werden, Unternehmen aus Mitteleuropa aus dem Markt zu drängen. „Frieden und Freundschaft sind wichtig, wir bleiben Verbündete und haben ganz und gar nicht vor, die EU zu verlassen“, stellte der Wirtschaftsminister klar.

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