Ein Besuch im Museum wird oft als eher langweiliger Zeitvertreib eingestuft. Gerade bei strahlendem Sonnenschein zieht man Aktivitäten unter freiem Himmel, wie einen Besuch im Schwimmbad oder Zoo, dem Museum um Längen vor. Um mehr Schwung in die Museumswelt zu bringen, gibt es in Deutschland deshalb seit 1997 die Initiative der „Langen Nacht der Museen“. Dabei dehnen teilnehmende Institutionen ihre Öffnungszeiten bis in die späten Abendstunden aus und locken Besucher mit einzigartigen Programmen. Auch in Ungarn hat der Trend zur „Museumsnacht“ längst Fuß gefasst und lockt Jahr für Jahr Tausende Gäste.

Schätze der Vergangenheit

Am 24. Juni ist es nun schon zum 15. Mal so weit: Von Ungarns zweitgrößter Stadt Debrecen im Nordosten, die den diesjährigen Vorsitz für die Museumsnacht übernimmt, über Budapest, Kecskemét und die Balatonregion bis nach Sopron im Nordwesten sind landesweit die Museen an diesem Tag an 380 Standorten von 18 Uhr bis nachts um 2.30 Uhr geöffnet. Dabei werden den Besuchern insgesamt 2.100 unterschiedliche Programmpunkte geboten.

„Die 'Lange Nacht der Museen' zeigt unseren wahren Reichtum: die Vielzahl an schönen, interessanten und erstaunlichen Schätzen, die einst Teil unseres Lebens waren und jetzt darauf warten wiederentdeckt zu werden“, so Zoltán Balog, Minister für Humanressourcen und Hauptunterstützer der Museumsnacht. Balog ist davon überzeugt, dass jeder Besucher bei der großen Auswahl an teilnehmenden Museen etwas für seinen Geschmack finden wird. Der Minister dankt in seiner Willkommensansprache im Programmheft der Museumsnacht all den fleißigen Helfern, die seit Monaten hinter den Kulissen daran arbeiten, die Helden der Vergangenheit in das Rampenlicht der Gegenwart zu stellen.

Und in Budapest?

Dass Budapest eine Kulturhochburg mit einer Vielzahl an Museen, Galerien und Theatern ist, ist nichts Neues. Doch zur diesjährigen Museumsnacht wird die Auswahl noch schwerer fallen: Das Zeitfenster ist eng gesteckt und die Zahl der Sonderprogramme beachtlich. Und wie Zoltán Balog ganz richtig feststellt, würde sogar ein ganzer Sommer nicht reichen, um alle Schätze zu entdecken, die Ungarns Museen beherbergen. Deshalb gilt es, sich im Vorfeld in die Palette von Familienprogrammen, Abenteuer-, Wissenschaft- und Kulturangeboten einzuarbeiten und so die richtige Mischung zu finden.

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Einen Besuch wert ist auch das Museum für Handel und Tourismus, in dem das Zusammenspiel von Gastronomie, Handel und Tourismus präsentiert wird. (Foto: MTI / Zoltán Máthé)

Hier ein paar Anregungen: Ein buntes Kinderprogramm erwartet die kleinen und großen Gäste unter anderem im Burgmuseum mit Malangeboten und Rittershow sowie im Märchenmuseum, das mit magischen Vorstellungen verzaubern wird. Auch Gaumenfreuden bleiben im Rahmen der Museumsnacht nicht auf der Strecke. So können sich Liebhaber des ungarischen Schaumweins Törley im Besucherzentrum der Kelterei im XXII. Bezirk bei einem Glas Schampus in die Produktionsgeschichte einweihen lassen. Und wer wirklich ein Museumsabenteuer wie in „Nachts im Museum“ erleben möchte, sollte sich ins Burglabyrinth begeben – hier sorgt Graf Dracula höchstpersönlich mit seinen Konsorten für eine unvergesslich gruselige Nacht!

In der Hauptstadt sind Eintrittsbändchen für die Lange Nacht der Museen für gerade einmal 1.700 Forint für Erwachsene und 800 Forint für Kinder und Jugendliche (zwischen sechs und 18 Jahren) erhältlich. Inklusive sind während der gesamten Öffnungszeit sowohl öffentliche Verkehrsmittel als auch der sogenannte Museumsbustransfer. Wer umweltbewusst durch die Museumsnacht ziehen möchte, dem bieten sich viele Möglichkeiten: Zum Beispiel bringen auch dieses Jahr wieder elektrische Minifahrzeuge namens Pegazus, Kaleidoszkóp und Paletta ihre Gäste direkt vor die Haustür kleinerer Museen. Die umweltfreundlichen und noch dazu sportlichen Besucher können sich zudem über Rabatte bei den Fahrrädern des Verleihs MOL BUBI freuen und mit dem Drahtesel von Ausstellung zu Ausstellung radeln.

Weitere Informationen zu teilnehmenden Museen sowie zu den Eintrittskarten finden Sie unter www.muzej.hu/ oder www.museum.hu/muzeumokejszakaja

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