Mehr als Zweihundert betrug die Zahl der Grund- und Mittelschulschüler, die die regionalen Vorentscheide bestens gemeistert für den 19. Mai 2017 zum Landesfinale in die hauptstädtische, von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen getragene Schule eingeladen wurden.

Die hohe Zahl der Anmeldungen zeige, dass die Pflege der deutschen Sprache und des ungarndeutschen Brauchtums an Beliebtheit keineswegs verliere, und dass die Auseinandersetzung mit den eigenen kulturellen Wurzeln unter den Kindern und Jugendlichen nach wie vor einen hohen Stellenwert habe – meinte Linda Gáspár, Mitarbeiterin des Kulturreferats der Deutschen Botschaft Budapest, die sich in ihrer offiziellen Eröffnungsansprache an die Landesfinalisten wandte: „Der Wettbewerb ermöglicht es euch, durch das Erlernen verschiedener Texte in unterschiedlichen Variationen der deutschen Sprache mit eurer Vergangenheit, euren kulturellen und familiären Wurzeln, mit der Geschichte eurer Vorfahren in Kontakt zu treten. Ich ermutige euch, die deutsche Sprache und die Mundarten weiter zu bewahren, und euch selbstbewusst und stolz mit eurer ungarndeutschen Identität auseinanderzusetzen.“

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Schülerinnen und Schüler der 1. bis 12. Klassen wetteiferten in vier Mundart- und in sechs Hochdeutsch-Kategorien. Die Jurys – bestehend aus Experten aus dem In- und Ausland – bewerteten alle Beiträge nach gemeinsamen Kriterien: die Punktzahlen wurden nach Richtigkeit der Phonetik und Intonation, nach der inhaltlichen Angemessenheit des rezitierten Textes und nach Kohärenz und Flüssigkeit des Vortrages vergeben.

„Der Pforre sei Paung“ – so lautete der Titel einer Mundartgeschichte über eine schiefgelaufene Schlittenfahrt, die Tamás Radnai, Sechstklässler der Deutschen Nationalitätengrundschule Sanktiwan vortrug. „Die Story, die zur Grundlage diente, erzählte mir der Kantor unseres Dorfes“, so Erik Richolm, Tamás‘ Onkel, der seinem Neffen den Mundarttext verfasste und einstudierte und somit sehr viel zum Erfolg beitrug: „Die authentische Pointe habe ich beibehalten, andere Handlungen und Details schrieb ich aber etwas um, und mit der Hilfe älterer Leute aus dem Dorf entstand letztendlich die endgültige Fassung der humorvollen Geschichte.“ „Diese enthält auch persönliche Erlebnisse, ich konnte mich mit dem Hauptdarsteller Taumasch sehr gut identifizieren“, übernahm das Wort der Landesfinalist Tamás Radnai. „Ich bin sehr froh, den ersten Platz erreicht zu haben. Eigentlich müsste ich jetzt mit meiner Schulklasse in einem Abenteuerpark sein, es ist auch sehr schade, dass ich am Ausflug nicht teilnehmen kann, aber es hätte mir noch mehr leidgetan, wenn ich bei diesem Wettbewerb nicht hätte dabei sein können.“

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Sehr beeindruckt zeigten sich alle Jurys, als sie die Darbietungen bei der feierlichen Preisverleihung allgemein bewerteten. Mit sorgfältig ausgewählten Texten, gewissenhaft vorbereitet, mit selbstsicherer Vortragsweise und mit Freude am Rezitieren seien die Kandidaten vor die Juroren getreten.

An der feierlichen Siegerehrung durften die Besten aller Kategorien ihre Stücke vor einem breiten Publikum noch einmal vortragen. Alle Erst-, Zweit- und Drittplatzierten erhielten wertvolle Buchgeschenke, und die Ersten ab der 7. Klasse dürfen auch dieses Jahr an einer Rundreise nach Baden-Württemberg teilnehmen.

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Förderer der Veranstaltung waren die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, das Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek, das Deutsche Nationalitätengymnasium und Schülerwohnheim, der Fondverwalter für Humanressourcen des Ministeriums für Humanressourcen und das Goethe Institut Budapest.
Konversation

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