Bedenken wir nur: Der Publizist schrieb über die Zivile, die während der Parlamentssitzung im Plenarsaal demonstrierten: „Man müsste ihnen die Fressen polieren und sie auf ihrem eignen Blut und Rotz von dort hinausschleifen“. Meiner Meinung nach fällt es vielen schwer, über einen solchen Satz einen vernünftigen Dialog zu führen. Natürlich stellte sich über den Besitzer des Fidesz-Parteibuches Nummer fünf des politischen Schlachthofs heraus, dass er um keine Spur besser ist, als Viktor Orbán selbst, der in Brüssel etwas völlig anderes sagt als vor „seinem Volk“. Bayer sagt aus seiner eigenen Redaktion heraus ebenfalls etwas ganz anderes als bei der Gegenüberstellung. Er macht sich klein, wenn ihm dies praktisch erscheint.

Aber die ganzen Marionettenmedien… Dort brodelt der Hasskessel schön weiter. Man kann das Zähneknirschen fast schon bis hierher hören, wie sie vor lauter Wut fast explodieren, weil sie an diesem einen Tag nicht, wie gewohnt, blutig-rotzige Sprüche klopfen können. Auf der Tagesordnung steht ja gerade das friedliche Theater. Die Gallenblasen schwellen an, die geschluckte Wut brennt schon so richtig im Magen.

Bei einem sonst eher weniger vornehm formulierenden Autor war die erzwungene Selbstzensur schon so richtig durchzuhören: „Wie die Toilette, so das Handtuch“, „das ungarische Volk ist weise und durchblickt die Bestrebungen der oppositionellen Provokateure, die Visionen eines gewaltvollen Regierungssturzes und hysterische gesellschaftliche Bewegungen an die Wand malen.“

„Die Zeiten von linken Aktivisten, wie Márton Gulyás, sind bereits untergegangen, bevor sie überhaupt in Erscheinung treten konnten.“

Und natürlich Soros, denn er ist im öffentlichen Gespräch der rechten Seite schon wie die Maggi-Würze in der Mensa-Suppe: Es wird durch ihn nichts besser, aber aus unerklärlichen Gründen kann man ihn nirgends auslassen.

Und was wir in einer wiederkehrenden, etwas schwerfälligen politischen PC selbst belächeln mussten: „Der linksliberale Wolf beschuldigt das rechte Schaf mit der Beschmutzung des Baches, während er selbst näher zum Oberlauf steht.“

Aber was kommt denn noch alles ab morgen auf uns zu...?

Der hier wiedergegebene Kommentar erschien am 17. Mai auf dem Online-Portal der linksliberalen Tagesszeitung Népszava.

Aus dem Ungarischen von Dávid Huszti

Konversation

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