Als gemeinsame „deutsch-ungarische Erfolgsgeschichte“ bezeichnete der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán das Engagement von OBO Bettermann. „Hier wird dank der Familie Bettermann und der über tausend ungarischen Mitarbeiter auf höchstem internationalen Niveau produziert“, würdigte Orbán vergangene Woche Freitag bei der Eröffnung des OBO Europa Forums auf dem Werksgelände in Bugyi bei Budapest.


Zu Beginn der Veranstaltung enthüllte Barbara Genscher gemeinsam mit Ulrich Bettermann eine Büste ihres vor einem Jahr verstorbenen Ehemannes Hans-Dietrich Genscher. Der OBO-Unternehmenschef war mit dem ehemaligen deutschen Außenminister jahrzehntelang eng befreundet und hat das für 10 Millionen Euro errichtete Forum dessen Lebenswerk gewidmet. Offiziell heißt das vor allem für Aus- und Weiterbildungszwecke genutzte Forum nun: OBO Europa Forum im Hans-Dietrich Genscher-Haus. Vor dem Forum wird die Büste einen ständigen Platz bekommen. „Keine Macht der Welt kann Menschenwürde und Freiheit auf Dauer stoppen“, steht auf dem Sockel der Bronzeplastik. Der politische und persönliche Einsatz seines Freundes für Europa bleibe Bettermann Verpflichtung. „Ganz im Sinne Hans-Dietrich Genschers soll das Zentrum ein Beitrag für die Einheit Europas sein“, versprach Bettermann.

Eine Freundschaft fürs Leben

In seiner Eröffnungsansprache erinnerte sich Bettermann an die 70er Jahre, als ihm vom bayrischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß, mit dem er damals bereits gut befreundet war, eines Tages Hans-Dietrich Genscher vorgestellt wurde und eine Freundschaft fürs Leben begann. Sodann erinnerte er an den Beginn einer anderen guten Beziehung. Im Dezember 1999 nahm er in Begleitung von Genscher in Zagreb an der Beerdigung des vormaligen kroatischen Staatspräsidenten Franjo Tudjman teil. Es begab sich, dass er dabei zufällig neben dem ungarischen Ministerpräsident Viktor Orbán stand und einige Worte mit ihm wechselte.

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Unternehmer Ulrich Bettermann: „Ganz im Sinne Hans-Dietrich Genschers soll das Forum ein Beitrag für die Einheit Europas sein.“

Seitdem habe sich zwischen beiden ein respektvolles gutes Verhältnis entwickelt. Mehrfach habe man sich zu vertrauensvollen Gesprächen getroffen. Ausdruck des offensichtlich ausgezeichneten Verhältnisses der beiden war nicht nur, dass Orbán einige Stunden Zeit gefunden hatte, um ausnahmsweise auch einmal bei einem ausländischen mittelständischen Unternehmen vorbeizuschauen, sondern dass er sogar mit seiner Frau Anikó Lévai erschienen war, die bei Firmenbesuchen sonst gewöhnlich nicht mit dabei ist. In seiner Ansprache wurde Orbán von Bettermann als „bedeutender, durchsetzungsstarker Regierungschef“ gewürdigt. Er habe Ungarn wirtschaftliche Prosperität beschert und es zum Vorzeigeland der Region gemacht. Statt auf planlose Einwanderung setze Orbán auf eine wirkliche Familienpolitik.

Anerkennung für ungarische Mitarbeiter

„Der Erfolg der Firma OBO Bettermann ist das gemeinsame Ergebnis von Deutschen und Ungarn, das ungarische Bettermann-Werk ist die erfolgreichste Tochter des deutschen Unternehmens“, würdigte wiederum Ministerpräsident Viktor Orbán in seiner Ansprache. Orbán zufolge habe die Bettermann-Gruppe in Ungarn deswegen permanent investiert, weil die ungarischen Mitarbeiter bewiesen haben, dass sie auf höchstem deutschem Niveau arbeiten können.

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Orbán dankte zugleich auch allen in Ungarn aktiven deutschen Unternehmen, dass sie nach dem Zusammenbruch des Kommunismus in Ungarn investiert und daran geglaubt haben, dass das Land eine Zukunft hat. „Sie haben in Ungarn Werke errichtet und Arbeitsplätze geschaffen.“ Der ungarische Regierungschef nannte Ulrich Bettermann einen „herausragenden europäischen Unternehmer, der nicht nur unter vier Augen zu Ungarn steht, sondern immer und überall.“ Hans-Dietrich Genscher würdigte Orbán als mutigen Staatsmann, der die Bedeutung Ungarns für die Überwindung der deutschen und europäischen Teilung nie vergessen habe.

„Lektion für Ungarn“

Neben Genscher hob Orbán in seiner Ansprache auch den ehemaligen bayrischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß sowie Altkanzler Helmut Kohl hervor, die niemals den Gedanken an ein einheitliches Deutschland aufgegeben haben. Ihnen sei es zu verdanken, dass die deutsche Einheit zustande kam – „die Voraussetzung für die Freiheit in Ost- und Mitteleuropa“. Alle drei Politiker gehörten unterschiedlichen Parteien an, dennoch sind sie für die nationalen Interessen und die nationale Einheit eingetreten, sagte Orbán. „Das ist eine Lektion für Ungarn.“ Wie er weiter ausführte, habe Ungarn zwar viele Freunde in Deutschland, jedoch nur wenige, die auch gegen den europäischen Mainstream zu Ungarn stehen. Genscher war eine solche Person, für ihn war die Freundschaft wichtiger, als ein freundlicher Leitartikel in einer Zeitung. Ein solcher Mensch ist auch Ulrich Bettermann, der immer ein Freund Ungarns gewesen ist.

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Barbara Genscher enthüllt zusammen mit Ulrich Bettermann und dessen Sohn Christoph (rechts) eine Büste zum Andenken an ihren Mann. Die Bronzeplastik stammt vom Leverkusener Bildhauers Kurt Arentz, der Genscher schon zu dessen politischen Glanzzeiten portraitiert hatte.

Der deutsch-ungarische Musiker Leslie Mandoki und OBO Geschäftsführer Lajos Hernádi führten vor 400 Gästen aus aller Welt durch ein temperamentreiches Eröffnungsprogramm, das mit einem Konzert der „Man Doki Soulmates“ seinen krönenden Abschluss fand. Auf der Bühne mit dabei waren unter anderem Mark Hart und John Helliwell von Supertramp, natürlich mit alten Hits der britischen Pop-Gruppe.

Bugyi, 25 Kilometer südlich der ungarischen Hauptstadt gelegen, ist mit rund 1.150 Mitarbeitern einer der wichtigsten und modernsten Produktions- und Logistikstandorte von OBO Bettermann. Das Unternehmen stellt Elektroinstallationstechnik her und ist weltweit mit 40 Tochtergesellschaften in über 60 Ländern präsent, beschäftigt über 4.000 Mitarbeiter und erreicht einen Jahresumsatz von mehr als 500 Mio. Euro. mit eigenen Werken in Deutschland (Menden), Ungarn, der Schweiz, den Niederlanden, Großbritannien, Südafrika, Indien, USA und Russland. Das Produktspektrum von OBO umfasst 30.000 Artikel der Elektroinfrastruktur, bei denen Systeme für Verbindungen und Befestigungen, Transienten und Blitzschutz, Kabeltragtrassen, Brandschutz, Leitungsführungen, Einbaugeräte und Unterflurinstallationen eingesetzt werden. Das OBO Europa Forum, nach 15-monatiger Bauzeit für Gesamtkosten von 10 Mio. Euro fertiggestellt, umfasst eine Nutzfläche über 5.000 Quadratmeter. 400 Gäste finden hier Platz in Seminaren, Schulungen und Weiterbildungen.

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