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Die Verfasser des 80-seitigen Berichts fassen dies in folgende Worte: „Wenngleich Haushaltsdiszpiplin und sinkende Schuldenrate eine Fortsetzung finden werden, strebt die Regierung parallel zur Mobilisierung der allmählich ausgehenden Arbeitsmarktreserven innerhalb ihres Instrumentariums für mehr Wirtschaftswachstum eine effizientere Verwertung der Ressourcen sowie eine gesteigerte Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit an.“ Der neue Ansatz der notwendigen Anhebung des Lohnniveaus müsse dabei die Proportionen zu den erzielten Produktivitätssteigerungen wahren. Unter den Wachstumsmotoren sollen Wirtschaftstätigkeiten mit höherer Wertschöpfung und Innovationsgeist in den Vordergrund rücken.

Bio-Roboter bei der Stange halten

In Sachen Produktivität zeigt die Industrie in jüngster Zeit keine berauschende Leistung. Dieser Indikator fiel zuletzt absolut, 2016 laut Konvergenzprogramm beispielsweise um 1,4 Prozent zurück. Die Industrie stellte immer mehr Arbeitskräfte ein, ohne die eigene Produktionsleistung unterm Strich steigern zu können. Womöglich ist Ungarn ein statistisches Opfer seiner übermäßigen Abhängigkeit von der Automobilindustrie geworden. Dort hatte das Flaggschiff Audi Hungaria die Mitarbeiterzahl von 11.600 Personen gehalten, obgleich die Motorenproduktion 2016 um fünf Prozent und die Automobilproduktion sogar um mehr als ein Fünftel zurückfiel. Diese Einbußen des zweitgrößten Unternehmens in Ungarn ließen das Volumen der Industrieproduktion im Komitat Győr-Moson-Sopron entgegen dem allgemeinen Aufwärtstrend absolut fallen, ebenso wie die Produktivität, da ja mehr Erwerbstätige weniger Werte schufen. Das verteilte sich über all jene Zulieferer, die diese Ausfälle nicht über Auftragseingänge anderer Marken kompensieren konnten, quer durch die ungarische Industrielandschaft.

Wahrscheinlich sind die Unternehmen auf dem leergefegten Arbeitsmarkt weniger entschlossen als früher, bei jeder Produktionsdelle gleich Mitarbeiter zu entlassen. Was zudem schon lange nicht mehr die Stammbelegschaft, sondern das immer größere Heer der Leiharbeitskräfte betrifft. Die neueste Masche ist, die Leute lieber unter allen Umständen bei der Stange zu halten: zum Beispiel mit einem Arbeitszeitrahmen, der den Gewerkschaftsprotesten zum Trotz durch die nach ihrem Selbstverständnis so arbeitnehmerfreundliche Fidesz-Regierung (die ihren Haushaltsentwurf für 2018 allen Ernstes den Arbeitnehmern widmen will) künftig von einem auf zwei Jahre ausgeweitet wird. Das klingt ja gleich viel besser, als die jüngst noch im Parlament verhandelten drei Jahre, und immer weniger Arbeitnehmer der betroffenen Industriezweige erinnern sich daran, dass die Technik des Arbeitszeitrahmens einst für einen Zeitraum von zwei Monaten ersonnen wurde. Da können die Unternehmen dann flexibel über ihre Arbeitskräfte nach Art von Bio-Robotern verfügen. Die enorme Fluktuation werden solche Unternehmen ganz sicher nicht in den Griff bekommen.

Produktivitätszuwächse von 1,8 Prozent im Jahr

Produktivität hängt nun mal auch mit der Lernkurve zusammen, und gerade darauf verzichten Unternehmen massenhaft, die ihre vorhandenen Mitarbeiter nicht gebührend zu schätzen wissen. Der neu generierte Lohndruck könnte ein schnelleres Umdenken befördern, Digitalisierung und Robotisierung vorantreiben, um dem drohenden Kostenanstieg aus dem Weg zu gehen. Denn dank der sechsjährigen umfassenden Vereinbarung der Sozialpartner ist ein steiler Anstieg der Löhne vorausgezeichnet, das garantierte Lohnminimum für Fachkräfte wird beispielsweise Anfang 2018 auf 180.000 Forint angehoben. Die Bruttolöhne dürften dann im Landesdurchschnitt 300.000 Forint erreichen, zudem müssen die Unternehmen bis 2021, bei leicht sinkender Tendenz, mit Lohnsteigerungen von 5-7 Prozent jährlich rechnen. Im Gegenzug profitieren sie von sinkenden Abgaben – allein in diesem Jahr ist die Abgabenlast der Arbeitgeber von 27 auf 22 Prozent gefallen, im kommenden Jahr werden es noch 20 Prozent sein, zuzüglich eines Bonus von einem halben Prozentpunkt, sofern die Löhne auch weiterhin zweistellig zulegen sollten. Das senkt die Einnahmen des Fiskus direkt um 1,4 Prozentpunkte (2018 sogar um 1,6 Prozentpunkte), trägt aber zur Dynamisierung der Wirtschaft bei.

Auf Volkswirtschaftsebene geht es mit der Produktivität übrigens noch immer stetig voran: Rund anderthalb Prozent Zuwachs im Jahr wurden zuletzt hauptsächlich durch den aktivierten Arbeitsmarkt generiert, doch nach 2018 soll das Kapital in die Rolle als erstrangiger Impulsgeber schlüpfen. Über einen zeitlichen Horizont von fünf Jahren dürften stabil Produktivitätszuwächse von 1,7-1,8 Prozent pro Jahr machbar sein.

Schuldenrate könnte schneller fallen

Das Konvergenzprogramm spricht von einem nachhaltigen und ausgewogenen Wachstumskurs, der nicht durch grundlose Kreditaufnahmen finanziert werde. So mag auf dem internationalen Parkett ein neues Gewitter heraufziehen, das sieht man hierzulande deutlich entspannter, denn der das Landesrisiko anzeigende CDS-Aufpreis ist von rund 300 Basispunkten im Jahre 2013 bis April dieses Jahres auf 120 Basispunkte gesunken. Großen Anteil daran hatten neben der Einstellung des Defizitverfahrens von Seiten der Europäischen Kommission im Frühling 2016 gewiss auch die Urteile der führenden Ratingagenturen, bei denen Ungarn im Vorjahr durch die Bank den Ramschstatus hinter sich ließ. Das Haushaltsdefizit blieb auch 2016 mit 1,8 Prozent ausgesprochen verhalten, die Staatsschulden sanken weiter auf 74,1 Prozent am BIP. Das Defizit wird nun zwei Jahre lang mit 2,4 Prozent etwas lockerer gefasst, bevor es 2019 auf den im Vorjahr erzielten Wert zurückkehrt und von dort über 1,5 bis auf das Rekordtief von 1,2 Prozent in 2021 gesenkt werden soll.

Die Staatsschulden könnten nun wieder schwungvoller abnehmen, weil die Regierung der Wirtschaft eine stärkere Leistung zutraut, als noch vor einem Jahr. Zwar dürften die nach 4,1 Prozent in diesem Jahr für 2018 angestrebten 4,3 Prozent auch in der Eigeneinschätzung der Regierung das höchste der Gefühle sein (laut Analysten sind wohl kaum mehr als 3,5-4 Prozent drin), doch dank der stetig nachfolgenden 3,8-3,6 Prozent über drei Jahre hinweg lässt es sich bald spürbar besser leben: Das ungarische BIP belief sich im vergangenen Jahr zu laufenden Preisen auf rund 35.000 Mrd. Forint, es wird also bei der avisierten Dynamik erstaunlich schnell 40.000 Mrd. Forint erreichen. Für den Schuldendienst wurden zum Vergleich zuletzt noch 1.100 Mrd. Forint aufgewendet, welcher Betrag in fünf Jahren keine drei Prozent mehr, sondern maximal zweieinhalb Prozent am BIP erreichen wird. Die Schuldenrate soll über 72 Prozent Ende dieses Jahres bereits 2019 auf 67,3 Prozent fallen und zwei Jahre später bei 61,2 Prozent angelangt sein – 2022 erscheint somit die Erfüllung eines weiteren Maastricht-Kriteriums realistisch.

Die ungarische Wirtschaft steht also hoffentlich an dem Wendepunkt, den sie so dringend nötig hat. Denn die Verfügbarkeit billiger Arbeitskräfte bot den Investoren in der Vergangenheit wenig Anreize, moderne, kapitalintensive Technologien zu implementieren. Das Konvergenzprogramm argumentiert mit einem hundertjährigen Schumpeter-Zitat, wonach Innovation nicht die bloße Anhäufung von Kapital sei, vielmehr die steigende Produktivität des Kapitals. Begeben wir uns gemeinsam in ein neues Zeitalter der „schöpferischen Zerstörung“!

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