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Dafür, dass sie es schafft, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse so vielen Menschen verständlich zu machen, wurde Enders 2016 mit dem Helmut-Fischer-Preis für Wissenschaftskommunikation des Deutschen Museums in München ausgezeichnet.


Liebe Frau Enders, seit fünf Jahren klären Sie nun schon auf humoristische Art über die Funktionsweise und die Meisterleistungen des Darms auf. Sind Sie immer noch mit demselben Schwung dabei, wie am ersten Tag? Oder werden Sie nicht auch irgendwann mal müde, übers „Kacken“ zu sprechen?

Das Gute ist ja, dass das ein sehr vielseitiges Thema ist und ich da eben nicht immer nur übers Kacken rede, sondern auch übers Immunsystem, über unsere Psyche oder über Nahrungsmittel und wie unser Darm mit ihnen umgeht und welche man warum nicht verträgt. Da gibt es also sehr viele Facetten, denen man sich widmen kann, dadurch habe ich viel Abwechslung.

Was ich allerdings schon gemerkt habe, ist, dass wenn ich sehr viele Veranstaltungen hintereinander absolviere, dann werde ich auch schon mal des Ganzen überdrüssig. Wenn ich aber eine längere Zeit wieder für mich bin, arbeite und neue Sachen lernen kann, dann bin ich auch wieder mit mehr Schwung dabei.


Sie sind in Budapest für einen Auftritt auf der Konferenz TEDx Danubia, ein regionaler Ableger der großen TED-Konferenzen aus den USA. Hier geht es vor allem darum, Ideen zu präsentieren, die die Welt verändern. Was denken Sie, konnten Sie mit Ihren Auftritten und Ihrem Buch verändern?

Ich habe von unterschiedlichsten Leuten Feedback erhalten, zu dem, was ich mache. Viele haben gesagt, es hilft ihnen einfach, sich mal auf eine andere Art mit ihrem Körper auseinanderzusetzen. Gerade eben auch mit den Ecken, für die man sich vielleicht sonst eher schämt. Ich glaube, dass das sehr hilfreich sein kann, zumindest war es das für mich persönlich. Das war auch der Grund, weshalb ich diesen Stoff für ein breites Publikum aufbereiten wollte. Ich denke, ich konnte damit vielen Menschen ein Stück weit die Scham nehmen. Dadurch sind vielleicht auch mal Leute zum Arzt gegangen, die schon jahrelang Beschwerden mit sich rumschleppen, sich aber nicht getraut haben, das anzusprechen. Das finde ich eigentlich schon einen sehr schönen Erfolg.


Hoffen Sie, dass Sie dem Forschungsgebiet „Darm“ damit auch etwas mehr Glamour verleihen konnten? Vielleicht haben Sie ja so eine neue Generation Medizinstudenten für dieses Thema begeistert.

Ich denke, die Wahl des Gebiets kommt bei den meisten Medizinstudenten ganz natürlich und automatisch. Obwohl ich zwar schon denke, dass ich eine kleine Bewegung in diese Richtung anstoßen konnte.

Doch auch für ganz normale Leser ist das ein wichtiges Thema. Wir werden immer digitaler und entfernen uns eigentlich immer mehr von allem Körperlichen. Dagegen habe ich eigentlich auch nichts, aber ich denke, dass es dann auch wieder ein Gegengewicht braucht – dass wir zum Beispiel auch mal wieder merken, wir sind Wesen aus Fleisch und Blut, und dass wir unseren Körper verstehen lernen und normal mit allen seinen Funktionen umgehen.


Setzen wir uns im Allgemeinen denn noch nicht genug mit unserem Körper auseinander?

Das nicht. Viele Menschen tun das ja heute fast in zu großem Maße. Die sind dann sehr von dem geleitet, was sie in Google finden und das kann manchmal ein sehr angstvolles Bild erzeugen und bringt viele Hypochonder hervor. Ich denke, das alles rührt aus der Sehnsucht her, den Körper besser zu verstehen. Aber viele gucken sich dann eben nur die Krankheitsseiten an. Ich finde es wichtig, dass man sich mehr darauf konzentriert, wie eben der gesunde Körper funktioniert. Das versuche ich in „Darm mit Charme“.

Auf der TedxDanubia begeisterte Giulia Enders mit ihrem frechen Vortrag über den Darm auch das ungarische Publikum. (Photo: Daniel Páth)


Hier in Budapest werden Sie ja auf Englisch sprechen. Ist es schwierig, einen humoristischen Vortrag wie den Ihren in eine andere Sprache zu übersetzen? Klingt Darmrohr auf Englisch putzig?

Ich würde nicht sagen, dass es im Deutschen putzig klingt. Natürlich sind viele Dinge schwer zu übersetzen. Gerade der Titel „Darm mit Charme“ – der reimt sich natürlich nicht so schön im Englischen. Aber ich kann's ja nur so gut probieren, wie es mir möglich ist und das mache ich gerade. Ob das dann noch so witzig ist, das müssen die Leute im Publikum entscheiden.


Wenn wir schon beim Thema Übersetzungen sind: Ihr Buch wurde ja in ganz viele Sprachen übersetzt. Auch in Ungarn kommt es gerade in die Buchläden. Was hat Sie besonders überrascht?

Es wurde mittlerweile in 40 Ländern verlegt und damit in fast ebenso viele Sprachen übersetzt. Davon haben mich einige überrascht: So wurde das Buch etwa ins Japanische übersetzt, das war cool. Die koreanische Ausgabe hat mich auch sehr beeindruckt, die war einfach sehr schön gestaltet. Die haben nochmal eigene Ideen eingebracht, was Bilder und Layout angeht.

Für die französische Ausgabe hat mir die Übersetzerin verraten, dass es sehr schwer zu übersetzen war. Im Französischen gibt es das eher bourgeoise Französisch und das Französisch der Straße, aber eben kaum etwas, was so wie „Darm mit Charme“ irgendwo in der Mitte liegt.


Im Buch verraten Sie unter anderem, dass es eine enge Wechselwirkung zwischen Darm und Gehirn gibt und dass der Darm, je nachdem, ob wir ihn nun mit „guten“ oder „schlechten“ Lebensmitteln füttern, so auch unseren Gemütszustand beeinflussen kann. Heißt das, wenn ich bisher nur Kaffee und Hamburger gegessen haben, ich heute Abend mit schlechter Laune rechnen muss?

Also ich glaube, so heftig muss man es nicht sehen. Wir können auf jeden Fall mal sündigen oder Sachen essen, von denen wir wissen, es tut uns vielleicht nicht ganz so gut.

Aber was gut ist zu wissen, ist, dass der Darm eben schon einen Einfluss auf unsere Psyche haben kann. Wenn man zum Beispiel dauernd schlecht isst, sich dann aber wundert, warum man irgendwie so murmelig drauf ist, dann ist es vielleicht hilfreich, mal darauf zu achten. Gerade so zwei, drei Stunden nach dem Essen, wenn das, was wir essen auch ins Blut aufgenommen wird, dann lohnt es sich, noch mal zu gucken, wie es einem geht, und dann sehen wir zum Beispiel: Das Stück Kuchen war zwar erst prima, aber jetzt fühle ich mich müde, viel müder als zum Beispiel nach ein bisschen Gemüse und Kartoffeln. Da habe ich vielleicht schon wieder früher Hunger, aber das ist ja nicht so schlimm. Ein bisschen aufmerksam zu sein, wie sich Lebensmittel auf unser Befinden auswirken, kann gar nicht schaden.


Was sagen Sie in diesem Zusammenhang denn zur ungarischen Küche? Hier haben Sie viel Fleisch, viel Fett und dann auch noch Schärfe. Man sagt den Ungarn ja immer nach, sie seien so melancholisch – liegt's vielleicht daran?

Huh, das ist natürlich eine interessante Frage. Jetzt eine ganze Nation zu verdammen aufgrund ihrer Landesküche, würde ich mir nicht anmaßen. Da geht es ja auch darum, was einem schmeckt.

Ich glaube aber, es ist sinnvoll, wenn ich merke, ich habe viele Stimmungsschwankungen oder viele Launen, die mir nicht gefallen, ein Selbstexperiment zu machen. Dass ich einfach mal schaue, wie groß ist denn die Rolle, die der Darm da bei mir spielt. Weil es sehr gut sein kann, dass manche Leute, deren Darm sensibler ist, mehr daran zu knabbern haben, wenn sie sich ungesund ernähren und andere Leute eher nicht. Da sollte man ein bisschen rumprobieren.


Wird der Darm für Sie immer der liebste Teil am menschlichen Körper bleiben? Könnten Sie sich nicht auch vorstellen, sich vielleicht mit einem anderen Organ, sagen wir der Niere oder der Harnblase, zu beschäftigen?

Das stimmt, das ist vielleicht auch alles ganz lustig und nett, aber ich habe jetzt schon Medizin studiert und habe mir diese Organe alle mal angeschaut und nichts hat bei mir so einen Eindruck hinterlassen wie der Darm.


Können Sie sich vorstellen so wie der Medizinkabarettist Eckart von Hirschhausen Ihren Ärztekittel ganz an den Nagel zu hängen und stattdessen Vollzeit-Kabarettistin zu werden?

Im Moment nicht. Ich suche mir gerade eine Stelle, wo ich im Sommer oder Anfang Herbst in Deutschland als Ärztin anfangen werde. Das ist schon sicher und dann muss ich natürlich schauen. Ich hoffe, dass ich auch die Härten des Berufs gut meistere und dass ich eine gute Ärztin sein werde. Das ist eigentlich mein primäres Ziel.


Können wir auf ein weiteres Buch von Ihnen hoffen?

Das weiß ich noch nicht. Das erste Buch habe ich geschrieben, weil es mir persönlich wichtig war, diese Dinge zu erzählen und ich nicht verstanden habe, warum das bisher kein Forscher oder Arzt schon getan hat. Mittlerweile weiß ich natürlich, Ärzte haben überhaupt keine Zeit, die müssen so viel anderes tun und bei den Forschern ist es sicherlich nicht anders. Wenn ich nicht eines Tages dieses Gefühl noch einmal habe, dann kommt auch kein zweites Buch, weil dann hab ich ja de facto einfach nichts zu sagen.

Das Interview führte Katrin Holtz

„Darm mit Charme“ von Giulia Enders

erschienen im Ullstein-Verlag in der aktualisierte Neuauflage von 2017

ISBN 978-3-550-08184-2

304 Seiten mit Illustrationen von Jill Enders
16,99 Euro

Im Ungarischen erschienen unter dem Titel: „Bélügyek - A belek csodálatos világa és a jó emésztés“

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