Orbán zufolge blieb die Bettermann-Gruppe deswegen in Ungarn und startete eine weitere Investition, weil die ungarischen Mitarbeiter bewiesen haben, dass sie auf höchstem deutschen Niveau arbeiten können. Orbán dankte über den Firmeninhaber Ulrich Bettermann (l.) zugleich auch allen deutschen Unternehmen, dass sie sich nach dem Zusammenbruch des Kommunismus in Ungarn angesiedelt und daran geglaubt haben, dass Ungarn eine Zukunft hat. Sie haben in Ungarn Werke errichtet und Arbeitsplätze geschaffen. Der ungarische Regierungschef nannte Ulrich Bettermann einen „herausragenden europäischen Unternehmer, der nicht nur unter vier Augen zu Ungarn steht, sondern immer und überall.“

Gemeinsam mit Barbara Genscher enthüllte Ulrich Bettermann anschließend eine Büste ihres vor einem Jahr verstorbenen Ehemannes Hans-Dietrich Genscher. Der OBO-Unternehmenschef war mit dem ehemaligen deutschen Außenminister jahrzehntelang eng befreundet und hat das für 10 Mio. Euro errichtete Forum dessen Lebenswerk gewidmet. Auf dem Sockel der Bronzeplastik steht das Genscher-Zitat: „Keine Macht der Welt kann Menschenwürde und Freiheit auf Dauer stoppen.“

Neben Genscher hob Orbán in seiner Ansprache auch den ehemaligen bayrischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß sowie Altkanzler Helmut Kohl hervor, die niemals den Gedanken an ein einheitliches Deutschland aufgegeben haben. Ihnen sei es zu verdanken, dass die deutsche Einheit zustande kam – die Voraussetzung für die Freiheit in Ost- und Mitteleuropa. Alle drei Politiker gehörten unterschiedlichen Parteien an, dennoch sind sie für die nationalen Interessen und die nationale Einheit eingetreten, sagte Orbán. Das sei eine Lektion für Ungarn. Wie er weiter ausführte, habe Ungarn zwar viele Freunde in Deutschland, jedoch nur wenige, die auch gegen den europäischen Mainstream zu Ungarn stehen. Genscher war eine solche Person, für ihn war die Freundschaft wichtiger, als ein freundlicher Leitartikel in einer Zeitung. Ein solcher Mensch ist auch Ulrich Bettermann, der immer ein Freund Ungarns gewesen ist.

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Der deutsch-ungarische Musiker Leslie Mandoki, OBO-Geschäftsführer Lajos Hernádi (neben Barbara Genscher) und Bettermann-Sohn Christoph (im Rollstuhl) führten vor 400 Gästen aus aller Welt durch ein temperamentreiches Eröffnungsprogramm mit Reden von Ministerpräsident Orbán und Ulrich Bettermann und einem Konzert der „Man Doki Soulmates“. Auf der Bühne mit dabei waren unter anderem Mark Hart und John Helliwell von Supertramp.

Lesen Sie im nächsten BZ Magazin einen größeren Artikel über das Ereignis.


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