Balkar – aus Erfahrung gut

Zentral gelegen und bereits seit zwei Jahren vor Ort ist die Balkar-Werkstatt die richtige Adresse für all jene, die ihr Rad stadttauglich und verkehrssicher machen lassen wollen. Galád, einer der Inhaber und Monteure, war Fahrradkurier und weiß deshalb aus Erfahrung, worauf es bei Stadträdern ankommt. In seiner Werkstatt setzt er auf Nachhaltigkeit: „Wir vertreten hier bei uns die Ansicht, lieber zu restaurieren und zu reparieren, als neu einzusetzen.“

Tatsächlich bauen die Jungs im Balkar jedoch relativ wenige Räder selbst zusammen, sind dafür aber mit Feuereifer dabei, wenn Otto Normalverbraucher seinen Drahtesel von der Straße ins Geschäft schiebt. „Wir haben vor einiger Zeit ein Angebot auf den Weg gebracht: neue Farbe und komplette Durchsicht. Und tatsächlich nehmen das viele unserer Kunden wahr, denn wenn das Rad schon einmal komplett auseinandergebaut ist, kann es auch gleich eine neue Farbe bekommen.“

Und hier sind den Möglichkeiten dann wirklich nur noch durch die Fantasie Grenzen gesetzt. Egal ob Pedalarm, Felgen oder Schutzblech: Alles kann nach Kundenwünschen gefärbt werden. Galád probiert gerne Neues aus, um zu sehen, was alles machbar ist, um aus eigener Erfahrung sagen zu können, welches Teil farbtechnisch angegangen werden kann. Er selbst hat in Sachen Fahrrad schon alles ausprobiert, fährt Rennrad sowie Mountainbike.

Doch nicht nur für den Drahtesel gibt es alles, was man braucht, auch für den Besitzer gibt es einiges zu entdecken. Neben Lupusbags und handgemachten Kuriertaschen von Máté Marosvölgyi aus Budapest gibt es auch Fahrradbekleidung und selbst Schmuck findet der modebewusste Radler hier.

Das Spannendste im Balkar sind jedoch die wechselnden Ausstellungen. Galád betreibt den Onlineblog „Ride is Art” und lebt dieses Motto auch in seinem Geschäft aus. Derzeit sind Zeichnungen des Radbauers Daniel Merényi ausgestellt.

Budapest, VIII. Bezirk, Bródy Sándor utca 46, weitere Infos unter www.facebook.com/balkarbringa/

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Norbert aus dem Hajtás Pajtás ist Experte für Offroad-bikes und Lastenräder.

Hajtás Pajtás – drunter und drüber

Norbert ist das Gesicht der Fahrradwerkstatt der Hajtás-Pajtás-Kuriere. Doch in die Werkstatt in der Király utca bringen nicht nur Messenger ihre geschundenen Gefährte, denn Norbert ist ebenso ein eingefleischter Mountainbike- und Enduro-Fan. Alles, was eine Teleskopfederung hat, ist bei ihm in guten Händen. Neben der eigenen Leidenschaft fürs Fahren hat Norbert auch das nötige Fachwissen, um sich mit der Hydraulik und den Finessen eines echten Offroad-Rades auseinanderzusetzen. Denn nur ein Kenner weiß, wie sich der Rückstoß einer Federgabel anfühlen muss, wann ein Ölwechsel nötig ist und ob die Scheibenbremsen die nächste Abfahrt noch aushalten.

Dabei ist er, im Gegensatz zu seinen Kollegen aus dem Balkar, eher ein Freund des Ersatzteilwechsels. Dies liegt aber auch an der anderen Art der Belastung. Denn während ein Rad in der Stadt (wenn es nicht gerade von einem Kurierfahrer gefahren wird), doch relativ überschaubaren Belastungen ausgesetzt ist, wirken auf Offroad-Räder oft ganz andere Kräfte ein. Insofern vertraut Norbert lieber neuen Ersatzteilen, wobei natürlich auch er gern repariert, was sich zu reparieren lohnt.

Aber noch eine weitere Besonderheit findet man in Norberts Werkstatt: Cargobikes. Die Lastenräder sind immer häufiger auf Budapester Straßen anzutreffen und werden bei Weitem nicht mehr nur von Kurierfahrern genutzt – so setzt beispielsweise auch die Paketfirma GLS mittlerweile in der Innenstadt vermehrt Cargobikes ein. Norbert ist fasziniert von diesen Rädern und gemeinsam mit Rahmenbauer Daniel Merényi sogar dabei, eigene Bikes anhand eines deutschen Vorbildes zu entwickeln. Hier kommt ihm sein Wissen um Elektromotoren zugute, denn Norbert ist darum bemüht, den Fahrern von Cargobikes das Leben mittels E-Motor zu erleichtern. Doch natürlich ist neben Offroad-Rädern und Cargobikes auch jede andere Art von Rad in seiner Werkstatt herzlich willkommen.

Budapest, VII. Bezirk, Király utca 83, weitere Infos unter www.facebook.com/hajtaspajtasfutar/

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Im Recikli wird fündig, wer nach Fachmännern für Rennräder sucht.

Recikli – aus Alt mach Neu

Rennradfahrer in Budapest sollten mit ihrem Gefährt die Werkstatt Recikli ins Auge fassen. Denn Werkstattchef Munyi und sein Team sind selbst passionierte Fahrer und haben sich auf eben diese Art von Rädern spezialisiert. Die Besonderheit der Recikli-Werkstatt besteht jedoch nicht nur darin, dass sie etwas abseits der Innenstadt im XI. Bezirk zu finden ist, sondern auch, dass sie abgelegte Rahmen aus Italien nach Ungarn holen und hier wieder in Schuss bringen. Munyi selbst sagt, ihm liegen vor allem Vintage-Räder, sprich Rahmen und Schaltungen der vergangenen 25 Jahre.

Ähnlich wie Galád aus dem Balkar vertritt auch er die Meinung, dass ein älteres, aber gut erhaltenes Ersatzteil es ohne Probleme mit einem Brandneuen aufnehmen kann. Den Mechanikern im Recikli ist besonders wichtig, dass sie nur solche Arbeiten annehmen und auch aus der Hand geben, bei denen sie sicher sind, dass das Ergebnis zufriedenstellt. Dazu gehört auch die dringende Bitte, das neu im Laden erworbene Rad, egal ob Rennmaschine oder Hollandrad, nach den ersten 200 Kilometern zur Durchsicht zu bringen – natürlich kostenfrei. „Gerade bei Gangschaltungen muss nach den ersten paar Hundert Kilometern nachjustiert und die Feinmechanik nachgezogen werden”, weiß der ehemalige Kurierfahrer Munyi. Denn selbst das beste Rad macht nur Spaß, wenn es gut funktioniert und dazu gehört eben auch die stetige Pflege.

So ist es kein Wunder, dass viele Aufträge im Recikli von Stammkunden kommen, die ihr Gefährt in Schuss halten oder sich nach einem neuen Liebhaberstück umsehen wollen. Denn genau hier liegt die Stärke der Werkstatt: Sonderwünsche und Exklusivitäten. Da lässt sich die lang ersehnte Schaltung aus den 90er-Jahren ebenso finden wie ein seltenes Team-Rad der Marke Colnago. Munyi und sein Team betonen, dass sie sich vor allem mit Vintage-Rennrädern auskennen, moderne Hightech-Räder sind nicht ihr Metier.

Budapest, XI. Bezirk, Bartók Béla út 117-121, weitere Infos unter www.facebook.com/recikli.muhely


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